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Nach "ausgebissenen Zähnen": Lösung für "Schandfleck" in Sicht
09.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Für eine der hässlichsten Baulücken Baden-Badens, an der Tag für Tag Tausende vorbeifahren, zeichnet sich nun eine Lösung ab. Ein Bebauungskonzept für das Grundstück Lange Straße 101 wurde gestern dem städtischen Gestaltungsbeirat vorgestellt, der sich durchaus angetan zeigte.

Das Grundstück liegt direkt an der viel befahrenen B 500 kurz vor dem Verfassungsplatz. "Dies kennt jeder, wenn er in die Stadt hereinfährt", meinte Bürgermeister Alexander Uhlig in der Beiratssitzung. Hier befand sich früher einmal ein Nachtclub, doch die alten Gebäude sind 2013 abgerissen worden. Seitdem hat sich dort nichts getan, das Gelände ist verwildert und sorgt daher immer wieder einmal für viel Ärger bei Kommunalpolitikern über den "Schandfleck".

Da auf dem Nachbargrundstück außerdem eine seit vielen Jahren leer stehende Villa vor sich hin gammelt, ist dieser ganze Bereich an der Zufahrt alles andere als ein Aushängeschild für Baden-Baden. Aber das scheint sich jetzt zu ändern, nachdem in der Vergangenheit diverse Neubauprojekte auf dem Grundstück 101 besonders wegen des vorgesehenen Volumens bei der Stadt nicht gut angekommen waren.

Doch nun durfte sich der Gestaltungsbeirat mit einer Planung befassen, die auf Gefallen stieß. Der Vorsitzende des Gremiums, Wolfgang Riehle, zeigte sich erleichtert: "Ich bin gottfroh, dass hier ein Haus entstehen kann, dass sich auch rechnet." In diesem Neubau sollen 14 Wohnungen zwischen 55 und 90 Quadratmetern untergebracht werden.

Architekt Thomas Bechtold betonte, dass es dem Investor aus Berlin bei diesem Projekt nicht auf das "schnelle Geld" ankomme. Daher sollen die hier vorgesehenen Wohnungen auch nicht verkauft, sondern vermietet werden - und dies "zu einem erschwinglichen Preis". An diesem Grundstück, so Bechtold, hätten sich schon so manche die Zähne ausgebissen: "Und sie alle sind gescheitert." Bauträger seien eben an maximaler Ausnutzung der Fläche interessiert, und dies führe zu Planungen, "die die Stadt nicht haben will". Daher habe man sich auch frühzeitig mit der Verwaltung in Verbindung gesetzt.

Ein besonderes Problem stelle auch die nicht gerade ideale Lage an der lauten B 500 bei einem Umfeld mit verschiedensten Nutzungen dar. Man habe auch versucht, sich hinsichtlich einer Neubebauung mit dem Eigentümer der Nachbarvilla abzustimmen, doch dieser habe sich als "nicht zugänglich" erwiesen.

Die Wohnungen in dem jetzt geplanten vierstöckigen Gebäude sollen sich hinsichtlich der wichtigen Räume und der Terrassen weg vom Verkehrslärm der Bundesstraße und stattdessen in Richtung auf die Oos/Eisenbahnstraße orientieren. Auffällig an dem Gebäude ist das aufgesetzte Dachgeschoss.

Der Gestaltungsbeirat zeigte sich mit den Grundzügen der Planung einverstanden. Lediglich bei der Einbindung des Treppenhauses gab es auch kritische Töne. Wolfgang Riehle sprach dem Architekten ein Kompliment aus, nachdem sich zuvor "alle an der Planung verhoben hatten". Das nun projektierte Gebäude sei ein Solitär, der "ein schwieriges Grundstück mit Selbstverständlichkeit besetzt".

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