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Mehrere Hundert Hektar Fläche verseucht
10.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - 565 Hektar Fläche sind bislang im Stadtkreis Baden-Baden auf die Verseuchung durch perfluorierte Chemikalien (PFC) untersucht worden. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte, 310 Hektar, sind belastet. Damit ist das Problem im Stadtkreis schon relativ genau lokalisiert, wie Rudolf-Karl Teichmann, Leiter des Fachgebiets Umwelt, dieser Tage im BT-Gespräch erläuterte.

Hintergrund

Nur noch weitere 60 Hektar "Verdachtsflächen" im Stadtgebiet stehen 2019 zur Untersuchung aus, sag te Teichmann - wobei er nicht ausschließen wollte, dass in der Zukunft noch weitere Areale dazukommen könnten. Dass die Hauptproblembereiche mittlerweile eingegrenzt sind, zeigt sich aber auch an den bereits vorliegenden Ergebnissen der diesjährigen Untersuchungen. Ein Drittel der 2019 zu prüfenden Flächen sei schon analysiert, berichtete Teichmann. Während man bei früheren Untersuchungen aber bei etwa 50 Prozent der Flächen eine Belastung festgestellt habe, seien in den neuesten Proben nur noch etwa zehn Prozent der untersuchten landwirtschaftlichen Gebiete belastet.

Damit ist die Kurstadt bei der Untersuchung des Umweltskandals schon deutlich weiter als der benachbarte Landkreis Rastatt: Dort wurden laut Teichmann zwar bereits stolze 1 095 Hektar untersucht, von denen 530 Hektar tatsächlich PFC-belastet sind, es stehen aber noch weitere 16 000 Hektar Fläche im Landkreis zur Prüfung aus.

In der jüngsten Sitzung des Baden-Badener Gemeinderats war die PFC-Belastung und der Stand der Dinge bei dem Umweltskandal Thema gewesen (wir berichteten). Dabei war auch gezeigt worden, auf welchen landwirtschaftlichen Flächen PFC gefunden wurde. Die betroffenen Gebiete befinden sich im Bereich Sandweier, Haueneberstein und Oos-West sowie bei Steinbach und sind in den Grafiken auf dieser Seite vereinfacht eingezeichnet.

Auf landwirtschaftlichen Arealen in diesen Bereichen wurde laut Teichmann seinerzeit verunreinigter Kompost mit teils PFC-haltigen Schlämmen aus der Papierindustrie ausgebracht. In den Bereichen gibt es aber auch unbelastete Äcker. Sorgen um die eigene Gesundheit muss sich indessen niemand machen, wurde im Gemeinderat deutlich. Wie Teichmann auf Nachfrage von Oberbürgermeisterin Margret Mergen betonte, können etwa Spargel und Erdbeeren aus der Region bedenkenlos gekauft werden: Ein sogenanntes Vorernte-Monitoring verhindert, dass PFC-haltige Früchte oder Nahrungsmittel in den Verkauf kommen. Und auch im Trinkwasser ist kein PFC: Um das langfristig zu garantieren, haben die Stadtwerke wie berichtet eine teure Umkehrosmoseanlage im Grundwasserwerk Sandweier installiert, die PFC aus dem Wasser filtert.

Die PFC-Verunreinigung bleibt laut den Experten nicht an einer Stelle: Nach und nach gelangen die Chemikalien ins Grundwasser - und das bewegt sich Richtung Rhein. Wie lange das dauert und ob die Konzentration sich im Stadtkreis irgendwann verringern wird, sei unklar, so Teichmann. Das Thema beschäftige die Forschung und werde in Baden-Baden noch viele Jahre wichtig sein. Voraussichtlich im November soll es in der Rheintalhalle in Sandweier deshalb eine Bürgerinfoveranstaltung zur PFC-Problematik geben.

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