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Auch der Sonnenplatz hätte eine Chance verdient
10.05.2019 - 00:00 Uhr
Baden-Baden - Weltkulturerbe - unter diesem Stichwort wird zurzeit im zentralen Stadtbereich besonders genau hingeschaut, ob Bauvorhaben zum feinen und historischen Baden-Badener Ambiente passen. Dies ist richtig so, denn auf diesem Gebiet hat man in der Vergangenheit einiges versäumt. Zu wünschen wäre aber auch, wenn man die gleiche Sensibilität in Sachen Stadtbild dort entfalten würde, wo automobiles Blech im Spiel ist.

Die Baden-Badener Innenstadt verfügt nämlich über drei besonders grausliche Ecken, die Fußgänger angesichts der Fahrzeugdominanz nur mit Schaudern überqueren. Alle drei sind wie ein schlechter Witz für eine Stadt, die sich als Weltkulturerbe sieht, denn sie hätten nicht einmal in einem ganz normalen Kurort etwas zu suchen. Gemeint sind hier die Kreuzstraße, der Römerplatz und der Sonnenplatz.

Nun, zumindest teilweise deutet sich ein gewisses Umdenken an, was sicherlich Bürgermeister Alexander Uhlig zu verdanken ist. So durfte jahrzehntelang am Zweirichtungsverkehr in der kleinen Kreuzstraße, die man eigentlich als ein Stück Fußgängerzone sehen müsste, nicht gerüttelt werden. Doch bald muss hier die Durchfahrt wegen der Erneuerung der Fieser-Brücke längere Zeit gesperrt werden. Die dabei gewonnen Erkenntnisse will die Verwaltung für ein "möglicherweise optimiertes Verkehrskonzept" nutzen. Also gibt es vielleicht eine Chance für die malträtierte Kreuzstraße.

Der Römerplatz vor dem Friedrichsbad wird einschließlich einer der größten Sehenswürdigkeiten der Kurstadt, der römischen Badruinen, durch die Betondecke einer Tiefgarage verunstaltet. Hierzu kündigte Uhlig kürzlich an, den Betonanteil zumindest etwas zu reduzieren und dem Bereich ein wenig von seinem historischen Charme zurückzugeben.

Besagten Charme hatte einst auch der Sonnenplatz als ein Hauptportal zum Bäderviertel. Mondänes Publikum flanierte seinerzeit über den Platz, denn hier befand sich früher die edle Badeherberge "Zur Sonne", die später "Petersburger Hof" hieß. Doch von dieser Atmosphäre ist nichts geblieben. Im Gegenteil: Tag für Tag sehen sich die Passanten auf diesem kleinen, vor einigen Jahren gestalterisch ganz nett aufgehübschten Platz einem oft unglaublichen Verkehrschaos ausgesetzt. Manchmal parken hier trotz Verbot fast zehn Fahrzeuge - auch auf den Fußgängern vorbehaltenen Bereichen. Mit Anlieferverkehr hat das häufig nichts zu tun, sondern mit einem superbequemen Einkaufen. Hinzu kommt der Durchfahrtsverkehr, und die Passanten müssen sich mühsam und manchmal auch furchtsam zwischen all dem Blech hindurchschlängeln. Und die Stadt schaut seit Jahren diesem Treiben mehr oder weniger tatenlos zu - dies ist keine Auszeichnung für Baden-Baden. Henning Zorn

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