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Junge angehende Dirigenten auf dem Podium
Junge angehende Dirigenten auf dem Podium
18.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Karin Heineke-Dietz

Baden-Baden - Das Konzert "Philharmonie am Nachmittag" am Donnerstag stand ganz im Zeichen der Eliteförderung. Ein über mehrere Tage laufender Workshop mit abschließender kleinen Prüfung zeigte das Können von Dirigierenden der Hochschule der Künste in Bern mit der Philharmonie Baden-Baden. Acht künftige Dirigenten teilten sich in Einzelstücken und Sätzen das Konzert mit Werken von Bizet und Beethoven, was sich für den Konzertablauf allerdings als störend erwies.

Georges Bizet schrieb die Musik zu dem Drama "L'Arlésienne" ("Di e Arleserin") von Alphonse Daudet drei Jahre vor seinem Tod 1872, die er auch als Orchestersuite bearbeitet hat. Daraus erklang Nr. 2 der Suite, und den Reigen eröffnete mit der Pastorale Alexej Shablyko als prächtiges Klangformat bei vollem Orchestersound. Im Wechsel leuchteten aber auch liebliche Töne der Holzbläser, die Shablyko durch exakte Einsätze und dynamisch gefeilte Sinnlichkeit herauskristallisierte.

Dirigentinnen sind in der Musiklandschaft in der Regel unterrepräsentiert, und so galt Daniela Casas beim Intermezzo die volle Aufmerksamkeit. Selbstbewusst bestach sie durch filigrane Bewegungen, wobei sie die Dynamik fein austarierte. Holzbläser hatten in diesem Satz das Sagen, von den Streichern zart untermalt. Zusammen mit Harfenklängen unterstrichen sie die charakteristischen Stimmungsbilder. Harfen- und Flötenklänge waren auch die Favoriten im Minuet. Kiril Zweginstwo unterstrich die Intimität der Klänge. Mehr Feinarbeit der linken Hand wäre gut gewesen - trotz steten Blickkontakts zu den Akteuren. Pavlos Serassis übernahm den Satz der leidenschaftlichen Farandole mit großem Klangtheater gleich zu Beginn. Genau und einfühlsam gestaltete er seinen Part und führte diesen Tanz zum Höhepunkt der Suite.

Ludwig van Beethoven komponierte seine B-Dur-Sinfonie in kurzer Zeit. Pierre-Fabien Roubaty ging ohne Dirigierstab energiegeladen, dynamisch, aber auch ruhig ans Werk, schuf einen perfekten Übergang im Kopfsatz von der Introduktion zum Allegro vivace, zeigte Gestaltungskraft, skizzierte bei vollem Körpereinsatz die musikalischen Kontraste. Das Orchester agierte mit großer Ausstrahlung auf alle Ansagen des Dirigierenden.

Flurin Rüedlinger ließ besonders das Adagio fließen, formte den so empfindungsreichen Satz, baute Crescendi auf und nahm sie zurück - in einem bewegenden, hoch konzentrierten Ablauf. Er verstand es, das ideenreiche Klangbild deutlich zu charakterisieren. Da würzten Forte-Schläge, aber auch hauchzarte Pizzicati der Streicher diesen Satz. Geradezu verführerisch zeichnete Shai Kribus das Menuett. Er war ganz bei dem Orchester, kitzelte die zahlreichen Klangeffekte heraus. Genießerisch formte er die Ländlerweise, führte die Philharmonie zu markanter Dynamik. Dabei fanden die Hörner einen bezaubernden Satzabschluss. Judit Polgar agierte im freien Dirigat, also ohne Partitur, ließ das Orchester im Finale vor Lebenslust sprühen. Die schroffen Gegensätze erzeugten unter ihren Händen eine fortwährende Spannung. Das große Ganze stetig im Blick habend, gab sie elegante Ansagen. Temperament und Leidenschaft ließen den Schlusssatz zu einem Spaß an der Freude werden.

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