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Trotz brechend voller Innenstadt zu wenig Umsatz?
18.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Die Situation des Einzelhandels im Stadtzentrum stand am Donnerstag im Fokus einer Podiumsdiskussion von Vertretern bei der Kommunalwahl antretender Parteien. Bei der Veranstaltung der Einzelhändlerinitiative Baden-Baden Innenstadt (BBI) wurde insbesondere über die Themen Verkehrsberuhigung und Sicherheit kontrovers diskutiert.

Vonseiten der Einzelhändler wurde die Verkehrspolitik kritisch betrachtet. Die "Unerreichbarkeit" der Geschäfte schade diesen mehr als der Internethandel, formulierte etwa Andrea Wontorra vom BBI-Vorstand. Der stellvertretende BBI-Vorsitzende Franz Bernhard Wagener ergänzte: "Wir brauchen zusätzlichen Verkehr in der Innenstadt und nicht weniger." Auch mehr Parkmöglichkeiten seien erforderlich. Eine Fußgängerzone sei "nicht das, was die Menschen suchen". Er verwies auf andere Städte in der Region, in der die Kunden direkt vor den Geschäften halten könnten. Wer die Stadt autofrei machen wolle, zerstöre sie. Und mit ständigen Knöllchen mache man sich auch keine Freunde.

Dem widersprach Armin Schöpflin (CDU): "Wildparken geht auch nicht." Zwar könne die Stadt nicht komplett für den Verkehr geschlossen werden, aber man könne diesen durchaus ausdünnen. Auch Kurt Hochstuhl (SPD) pflichtete Wagener nicht bei: Er glaube nicht, "dass Verkehrsberuhigungen sich unmittelbar negativ auf den Einzelhandel auswirken werden", sagte er. Man könne diesen anders stärken, zum Beispiel mit Gutscheinkarten, wie sie in Schramberg erfolgreich eingesetzt würden. Fabrice Gireaud (Grüne) zeigte sich überzeugt: "Eine verkehrsberuhigte Innenstadt ist attraktiver." Es brauche bei dem Thema neue Denkansätze. Gireaud schweben etwa Rabatte für Busfahrkarten vor.

Martin Ernst (FBB) schlug dagegen vor, samstags mehrere Parkhäuser kostenlos zu machen. Hans Schindler (FDP) meinte, kostenlos parken solle nicht jeder, dies sollten die Händler aber ihren Kunden anbieten können.

Wagener entgegnete, dass das Parken gar nicht umsonst sein müsse. Es dürfe nur nicht zu teuer sein. Er und der BBI-Vorsitzende Matthias Vickermann monierten aber, dass der Einzelhandel nun seinen Kunden Parkmünzen als Rabattmöglichkeit anbieten solle und zeitgleich die Parkgebühren in den Garagen erhöht würden - so werde die Erhöhung indirekt auf die Einzelhändler abgewälzt.

Beim Thema Sicherheit und Sauberkeit, ebenfalls ein Anliegen der Händler, kritisierte Ernst unter anderem die Situation am Augustaplatz mit Bettlern. Er forderte Überwachungskameras. Schöpflin betonte, diese seien von Rechts wegen nicht erlaubt. Es werde etwas getan, sagte er mit Verweis auf das im Gemeinderat verabschiedete Sicherheits- und Sauberkeitskonzept, das auf einen CDU-Antrag zurückgehe. Baden-Baden sei aber relativ sicher. Hochstuhl betonte, eine komplett kriminalitätsfreie Gesellschaft gebe es nicht.

Michaela Zeyer (Linke) forderte ein "Sozialcafé" als Aufenthaltsmöglichkeit für Bettler. Rainer Lauerhaß (Freie Wähler) meinte aber, ein solches Angebot würde von den Obdachlosen nicht angenommen.

Bei der Forderung der BBI, dass man für ein Überleben des Einzelhandels mehr Touristen brauche, waren Schindler und Schöpflin skeptisch. Die Innenstadt sei doch oft brechend voll. BBI-Chef Vickermann sagte, dass die Besucher aber oft nicht einkauften, sondern nur flanierten. Den Bustouristen seien die Geschäfte zu teuer. Und die Einheimischen deckten ihren täglichen Bedarf anderswo. Man setze auf die Hilfe der Politik und hoffe, auch nach der Wahl im Gespräch zu bleiben.

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