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CDU sackt ab: Die Grünen übernehmen
28.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Zeitenwende im kurstädtischen Gemeinderat: Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg stellt nicht die CDU stärkste Fraktion. Größte Gruppe sind die Grünen unter Führung von Beate Böhlen und Sabine Iding-Dihlmann. Stimmenverluste müssen Freie Wähler, SPD und FDP verkraften. Die Freien Bürger (FBB) legen kaum zu. Die AfD schafft erstmals den Einzug ins Gremium, in dem nun sieben Parteien vertreten sind. Die Linken bleiben außen vor.

Grüne: 11 Sitze
Rekord für die Bündnisgrünen: 27,4 Prozent der Stimmen. So viele Grünen-Wähler gab es noch nie. Das ist ein Zuwachs von mehr als sieben Prozentpunkten im Vergleich zur Kommunalwahl 2014. Die Fraktion wächst um drei Köpfe, und so ist die Truppe um Landtagsabgeordnete Beate Böhlen diesmal die einzige Gruppe mit einer zweistelligen Sitzzahl - darunter fünf Neulinge. Die Grünen machen den Gemeinderat weiblicher und jünger. Sie schicken fünf Frauen sowie mit Thomas Gönner (19) und Fabrice Gireaud (37) die beiden jüngsten Räte ins Gremium - zudem mit Angelina und Jürgen Louis ein Ehepaar. Grüne Hochburgen in der Stadt sind Steinbach, Lichtental und Oosscheuern.

CDU: 9 Sitze
Die Union ist der Verlierer der Wahl und stellt erstmals nicht die stärkste Fraktion. Sie büßt im Vergleich zu 2014 drei Sitze ein und erreicht nur noch 23,2 Prozent der Stimmen. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als bei der letzten Kommunalwahl. Die CDU schickt drei Frauen ins Gremium, darunter mit Cornelia von Loga den einzigen Fraktionsneuling. Überdurchschnittlich kann die CDU in Neuweier, Varnhalt und Geroldsau punkten.

SPD: 5 Sitze
Auch die SPD-Fraktion schrumpft - von sieben auf fünf Köpfe. Die Sozialdemokraten bekommen 12,3 Prozent der Stimmen, das sind mehr als vier Prozentpunkte weniger als 2014. Unter den SPD-Räten sind zwei Frauen - und ausschließlich erfahrene Leute, die mindestens eine Legislaturperiode im Gemeinderat verbracht haben. Pech hat Paul Haußmann: Ihm fehlen 97 Stimmen für einen Sitz. Auch der frühere Fraktionschef Joachim Knöpfel ist nicht mehr dabei. Punkten kann die Partei in der Weststadt, in Haueneberstein und Sandweier.

FBB: 5 Sitze
Die Freien Bürger legen um einen Sitz zu und kommen auf 11,1 Prozent der Stimmen - 1,7 Prozentpunkte mehr als 2014. Sie schicken fünf Männer in den Gemeinderat - davon sind drei Polit-Neulinge, unter ihnen Wolfgang Niedermeyer, Vorsitzender des Vereins Stadtbild, und Markus Fricke, der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes. Viele Wähler der FBB wohnen in der Innenstadt, wo die Gruppierung in zwei Stimmbezirken sogar mit Ergebnissen von 23 und 27 Prozent die stärkste Kraft wurde.

FW: 4 Sitze
Das nennt man Pech: Auch die Freien Wähler (FW) kommen auf 11,1 Prozent der Stimmen. Die Prozentzahlen sind aber Rundungswerte. Und da die Gruppierung insgesamt 85 Stimmen weniger erhält als die FBB, reicht es nur für vier Sitze - zwei weniger als bisher. Bei der Wahl 2014 waren die FW noch auf 14,5 Prozent der Stimmen gekommen. Die vier Stadträte der Freien Wähler sind Männer und allesamt alte Hasen im Geschäft. Ihre besten Ergebnisse erzielt die Gruppierung in Steinbach, Sandweier, Neuweier und Haueneberstein, wo in einem Stimmbezirk mehr als 21 Prozent erreicht werden.

FDP: 3 Sitze
Die Liberalen erreichen 7,7 Prozent der Stimmen - 0,7 Prozentpunkte weniger als bisher. Trotzdem besetzt die FDP einen Platz mehr im Gemeinderat als bisher und hat mit drei Stadträten wieder Fraktionsstärke. Das liegt daran, dass ihr in der zu Ende gehenden Legislaturperiode mit Sven Jäger ein Kopf an die CDU verloren gegangen war. Die FDP schickt drei Männer ins Gremium - darunter einen Neuling: Parteichef René Lohs, der in einer südbadischen Gemeinde bereits als Bürgermeister aktiv war. Am meisten Stimmen holen die Liberalen in der Innenstadt und in Ebersteinburg.

AfD: 3 Sitze
Das sind die Neuen: Die Partei tritt erstmals bei der Kommunalwahl an und erreicht 6,3 Prozent der Stimmen. Auch sie schickt ausschließlich Männer ins Gremium - unter ihnen Joachim Kuhs, der bei der Europawahl auch ein Mandat fürs EU-Parlament erringen konnte. Ob er beide Mandate wahrnehmen kann, ist noch unklar. Im Briegelacker und in der Cité erreicht die AfD ihre Höchstwerte - im ehemaligen französischen Viertel ist sie mit mehr als 26 Prozent der Stimmen sogar die stärkste Kraft.

Die Linke: 0 Sitze
0,94 Prozent der Stimmen reichen nicht für einen Sitz im Gemeinderat für die Linken, die erstmals in Baden-Baden antraten, aber nur drei Kandidaten aufgestellt hatten.

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