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Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung
Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung
06.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die Fortschreibung des Baden-Badener Lärmaktionsplans war am Dienstagabend Thema einer recht gut besuchten Bürgerinformationsveranstaltung im Rathaus. Dabei zeigte sich, dass im Rahmen des Verfahrens zwar noch weitere Einzelmaßnahmen zur Lärmreduzierung an den Hauptverkehrsstraßen vorgesehen werden können, jedoch bei Weitem nicht alle Wünsche der Bürger zu erfüllen sind.



Eingangs betonte Maximilian Lipp, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, dass bislang im Rahmen der Fortschreibung des Lärmaktionsplans "noch nichts festgezurrt" sei. Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung werde man die Maßnahmen voraussichtlich im Oktober dem Gemeinderat vorschlagen. Man könne solche Maßnahmen allerdings nur dort empfehlen, wo die Rechtslage dies ermögliche.

"Ausgelöst" wird der Lärmaktionsplan ohnehin erst bei gewissen Mindestwerten der Lärmbelastung, die nicht gemessen, sondern errechnet wird. Und dies auch nur an Straßen mit einer Belastung von mehr als 8 200 Fahrzeugen pro Tag. Bei der Entscheidung über einzelne Maßnahmen, so erklärte Ralf Muhler vom Fachbüro BS Ingenieure, müssten neben dem Lärmschutz auch andere Interessen wie der Erhalt des Verkehrsflusses und der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs berücksichtigt werden.

Bereits in der ersten Stufe der Planfortschreibung, die im vergangenen Herbst den Stadträten präsentiert wurde, empfahlen die Gutachter diverse Neuregelungen: Tempo 30 nachts auf der Sinzheimer Straße zwischen Schwarzwaldstraße und Ooser Leo, Ausweitung des Tempo-30-Bereichs in der Rheinstraße und in der Hauptstraße in Lichtental, Tempo 30 in der Lange Straße zwischen Verfassungsplatz und Leopoldsplatz sowie in der Lichtentaler Straße zwischen Holzhof- und Hahnhofstraße. In der Maximilianstraße wird ein lärmmindernder Fahrbahnbelag zwischen Hilda- und Rotackerstraße empfohlen.

Nach der im weiteren Verlauf des Verfahrens erfolgten Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange sind nun weitere mögliche Maßnahmen auf den Tisch gekommen. So hält die Verwaltung in den Nachtstunden Tempo 30 auch auf der Ooser Bahnhofstraße (vom Ooser Leo stadteinwärts) für möglich. Dies gilt auch für eine Erweiterung der Lärmschutzwand an der B 500 ab Parkhaus Cineplex. Damit will man in der Cité besonders die Bereiche Ortenaustraße und Ooser Waldstraße schützen.

Weitgehende Tempo-30-Regelungen im Rebland und in Sandweier werden hingegen von der Verwaltung abgelehnt. Lediglich in der Poststraße in Steinbach zwischen Ortseingang und Grabenstraße sowie in der Sandweierer Straße (Erweiterung der bestehenden 30er-Strecke) sieht man dies als machbar an.

Bei der Informationsveranstaltung im Rathaus wurde von den Bürgern allerdings noch auf diverse andere Bereiche der Stadt verwiesen, die man als lärmgeplagt empfindet. Hierzu erklärte Lipp, dass man als Stadt aus rechtlichen Gründen teilweise über keine Handhabe zum Eingreifen verfüge. Besonders erstaunt zeigten sich mehrere Besucher, dass im Rahmen der Fortschreibung des Aktionsplans nichts gegen den Motorradlärm vor allem in Geroldsau unternommen werden kann. Sowohl die grundsätzliche Verkehrsbelastung der B 500 in diesem Stadtteil als auch die Lärmkartierung erbringen keine Durchschnittswerte, die ein Eingreifen rechtfertigen würden, teilte die Verwaltung mit. Bürgermeister Roland Kaiser machte aber deutlich, dass die Suche nach einer Lösung für die Lärmprobleme Baden-Badens mit dem Aktionsplan nicht erledigt sein soll.

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