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Schlossherrin speckt Pläne für Hotel ab
Schlossherrin speckt Pläne für Hotel ab
13.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Monatelang war es wieder einmal ruhig um das Neue Schloss. Nun aber gibt es Neuigkeiten: Der Stadtverwaltung liegen überarbeitete Pläne der Eigentümerin vor, die von Verwaltung und Denkmalschutz geprüft werden. Das sagte Bürgermeister Alexander Uhlig auf Nachfrage. Eine Enteignung, wie sie BT-Leser Winfried Kurt Walter anregt, hält er hingegen für nicht realisierbar.


Walter hatte sich an die BT-Redaktion gewendet und auf einen Fall aus Thüringen verwiesen. Die dortige Landesregierung hatte im Sommer 2016 beschlossen, gegen den Eigentümer der Schlossanlage Reinhardsbrunn ein Enteignungsverfahren einzuleiten - und hatte tatsächlich Erfolg: Im Juli 2018 war die Enteignung beschlossene Sache. Der Leser warf die Frage auf, warum die Stadt Baden-Baden nicht auch in dieser Form gegen die Eigentümerin des Neuen Schlosses vorgeht.

Bürgermeister Uhlig erläuterte, dass der Erhaltungszustand des Thüringer Schlosses "höchst besorgniserregend" gewesen sei. In Baden-Baden sei es zwar "bemitleidenswert, wie das Schloss vor sich hindämmert", aber es bestehe seiner Einschätzung nach "kein dringender Handlungsbedarf". Und genau dieser wäre erforderlich, um auch nur die geringste Chance auf Erfolg bei einem Enteignungsverfahren zu haben: "Der völlige Verfall des Kulturguts muss drohen."

In der Kurstadt habe die Schlossherrin Fawzia Al Hassawi aber beträchtliche Summen in die Dachsanierung gesteckt, das Gebäude sei innen trocken und seines Wissens nach in keinem schlechten Zustand. Er selbst habe sich davon zuletzt im Februar 2018 bei einem Rundgang im Schloss überzeugen können.

Nur noch 112 Zimmer geplant

Und demnächst wird er das Gemäuer erneut in Augenschein nehmen können, verriet Uhlig. Denn: Die Eigentümerin hat ihn kontaktiert. Im Mai habe es ein Treffen gegeben, bei dem die kuwaitische Investorin ihre überarbeiteten Hotelpläne vorgestellt habe. Wie berichtet, waren bei der von Uhlig erwähnten Besprechung im Februar 2018 Vertreter des Landesamtes für Denkmalschutz, der Stadt und der im Auftrag der Schlossherrin tätigen Architekten zusammengekommen. Das Ergebnis damals: Für die von der Investorin geplanten 142 Hotelzimmer ist im denkmalgeschützten Schloss kein Platz. Um so viele Zimmer unterzubringen, wären Umbauten erforderlich, zu denen Denkmalschutz und Verwaltung ganz klar "Nein" sagten.

Seitdem hatte sich nichts mehr getan. Auch aus der Ankündigung eines von Al Hassawi beauftragten Lobbyunternehmens, dass die Investorin mit den Plänen für eine künftige Nutzung des Schlosses im ersten Quartal 2019 an die Öffentlichkeit gehen wolle, war nichts geworden.

Inzwischen sind diese Pläne aber tatsächlich fertig und liegen der Stadtverwaltung auch vor. Und: Die Schlossherrin hat darin offenbar Forderungen des Denkmalschutzes vom vergangenen Jahr berücksichtigt. Laut Uhlig plant sie demnach im Schloss immer noch ein Fünf-Sterne-Hotel, hat die vorgesehene Zimmeranzahl aber von 142 auf 112 reduziert. Diese Zahl war ihr im Februar 2018 als Maximum genannt worden.

Ob die jetzigen Planungen Sinn machen und weiterverfolgt werden können, wollen Vertreter der Verwaltung und des Denkmalschutzes laut Uhlig in der kommenden Woche vor Ort überprüfen. Zu viel Hoffnung will er allerdings noch nicht machen: "Der Teufel steckt im Detail."

Nach wie vor schwebe der Schlossherrin auch vor, zur Finanzierung des Hotelprojekts in einem Neubau im Park ausschließlich Wohnungen unterzubringen, berichtete der Bürgermeister. Diese Planungen habe der Hauptausschuss aber bereits im Jahr 2017 abgelehnt. Er werde in der kommenden Woche noch einmal betonen, dass sich die Investorin auch jetzt "keinerlei Hoffnungen" machen könne, einen solchen Neubau komplett ohne dortige Hotelnutzung durchzubekommen.

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