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Doppelter Grund zum Feiern in Winden
13.06.2019 - 00:00 Uhr
Sinzheim (red) - "Mens sana in corpore sano": Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Unter dieses Motto stellten die Sänger des 1899 gegründeten Windener Gesangvereins (GV) schon immer ihre Aktivitäten. Seit 120 Jahren pflegen sie das gemeinsame Singen und die körperliche Ertüchtigung. Beides wollen sie nun am kommenden Samstag, 15. Juni, mit einem Fest gebührend feiern.


Denn es ist nicht nur das 120-jährige Bestehen des Vereins "Freundschaft-Jagdhaus", zu dem die Windener einladen. Zugleich können sie auf zehn Jahre Sängerrundweg zurückblicken, den die Mitglieder zum 110. Geburtstag des Vereins für die Bevölkerung errichtet haben. Ab 15 Uhr hofft der GV auf viele Besucher im Schulhof in Winden. Der Musikverein Winden wird ab 18 Uhr einheizen, ab 20.30 Uhr werden dann die "Karpatenländer Musikanten" die Festgäste zum Singen und Schunkeln bringen, kündigt der Jubiläumsverein an. Zudem verspricht der GV Gaumenfreuden: Selbst gebackene Kuchen und Torten werden im Sängercafé ab 15 Uhr angeboten. Auf dem Festplatz gibt es gekühlte Getränke, der Hunger kann mit den legendären "Sängerschnitzel", Wurstsalat, Grillwürsten und Gemüsemaultaschen gestillt werden. Bei unbeständigem Wetter findet das Fest im Zelt statt.

Wer sich selbst von herrlichen Aussichten entlang des zehn Kilometer langen Sängerrundwegs überzeugen möchte, kann dies am Festtag tun. Der Verein lädt zu einer geführten Tour ein. Treffpunkt dafür ist um 13.30 Uhr am Wasserrechen am westlichen Ortseingang von Winden. Als ein Highlight des Wegs wird der Blick vom "Sängerplatz", der sich am Ehrenmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Windener Mitbürger befindet, genannt. Wenn gegen 15 Uhr dann der Festplatz erreicht wird, erhält dort die größte Wandergruppe ein Präsent. Wer nach 13.30 Uhr zum Ausgangspunkt beim Wasserrechen kommt, der kann auf Kurztouren einen Teil der Strecke kennenlernen: das Schlesierdenkmal, den Trimm-dich-Pfad, den "Sängerplatz" oder die "Schnapsprobierstelle".

Ein Chor für alle Generationen

Die Sänger um ihren Vorsitzenden Klaus Deibel teilen mit, dass körperliche Betätigung schon immer zum Vereinsleben dazugehört. Die sonntäglichen Stammtische im Gasthaus auf dem Fremersberg - zu erreichen über die dafür geschaffene "Schnellverbindung" durch die Hohlgasse - sind Legende. Seit 2009 kommt der vom Verein in Eigenarbeit geschaffene Sängerrundweg dazu, der die Umrundung der Landschaft durch Wald, Feld und Wiesen und Weinberge um Winden möglich macht.

Und auch der Ort für den "Sängerplatz" hat eine historische Bedeutung: Nach dem Zweiten Weltkrieg war es ein schöner Brauch, dass alle öffentlichen Veranstaltungen des Gesangvereins und des Musikvereins im Dorf mit einem Gang zum Ehrenmal und einem Gedenken an die gefallenen Soldaten begannen. Bewusst haben sich die Sänger daher diesen geschichtsträchtigen Platz am Ehrenmal zwischen Winden und Sinzheim mit herrlicher Aussicht in die Rheinebene als "Sängerplatz" gewählt.

Die Windener Sänger können auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. So hat es zeitweise sogar zwei Gesangsvereine im Sinzheimer Ortsteil gegeben, schreiben die Sänger. Der Gesangverein "Freundschaft-Jagdhaus" Winden wurde 1899 als Männergesangverein mit dem Namen "Jagdhaus" Winden gegründet. Das Gasthaus zum Rebstock war von der Vereinsgründung bis zur Schließung 2015 ununterbrochen das Probe- und Veranstaltungslokal des Traditionsvereins. Im Jahre 1928 formierte sich aus den Reihen des "Jagdhaus" ein separater Männergesangverein mit dem Namen "Freundschaft" . So hatte das damals 500 Einwohner zählende kleine Dorf Winden einen zweiten Gesangverein. Beide Chöre hatten jeweils über 30 Sänger und ersangen sich viele Pokale bei überregionalen Gesangswettstreiten. Im Zweiten Weltkrieg fielen leider viele Sänger. Stark dezimiert entschlossen sich beide Vereine, gemeinsam den gefallenen Sangeskameraden bei deren Beisetzungen zu singen. So kam es im März 1947 zur Wiedervereinigung unter dem neuen Namen "Freundschaft-Jagdhaus" Winden.

Bis zum Jahre 2015 war der Verein ein reiner Männergesangverein. Aus diesem gingen verschiedene Gesangsformationen hervor wie das "Wintett" im Jahre 1994 (rund zehn Sänger mit speziellem Liedgut). Der Verein hat seit 2015 einen gemischten Chor mit dem Namen "Windiamo". Das ist ein Wortspiel aus dem Wort "Winden" und dem italienischen Wort "cantiamo" (singen) und soll in Summe "Winden singt" bedeuten. Insgesamt zählt der Verein, der seit diesem Jahr als Gesangverein firmiert, derzeit 55 Aktive Sängerinnen und Sänger von 16 bis 81 Jahren.

Der Verein pflegt seit der Gründung bis heute viele Traditionen im Dorf. Viele Jahrzehnte war die Sängerfasnacht im Rebstock ein jährliches Highlight im Dorfgeschehen. Die Sauberhaltung von Wanderwegen zum Fremersberg oder der Bau einer Holzbrücke über den Markbach sind weitere Beispiele dafür. Die Kameradschaft wird durch viele gemeinsame Unternehmungen neben den Chorproben wie Wanderungen, Ausflüge oder Schlepperfahrten zu befreundeten Vereinen gepflegt.

Im Jahr 2018 gab es einen Chorleiterwechsel. Kurt Keller hatte 15 Jahre lang mit großen Verdiensten um den Verein den Chor geleitet. Die Chorleitung übernahm der in Winden wohnende Musiklehrer Bastian Hellinger, der mit viel Engagement und Einsatz den Chor leitet und stetig weiterentwickelt. Zu den Chorproben, donnerstags, um 20 Uhr im Vereinsheim "Alte Schule" sind jederzeit neue Sängerinnen und Sänger willkommen.

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