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Unterstützung in schwierigen Lebens- und Familiensituationen
Unterstützung in schwierigen Lebens- und Familiensituationen
14.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

Baden-Baden - "Jeder Fall ist anders. Ein Patentrezept gibt es nicht." Das sagte gestern Nicole Weiler-Kunzmann als Leiterin des Allgemeinen Sozialen Diensts (ASD) der Stadt Baden-Baden. Zusammen mit Daniel Schneider, Leiter des Fachgebiets Sozialpädagogische Beratungsdienste, stellte Weiler-Kunzmann im Zentrum für Arbeit und Soziales die Aufgaben des ASD vor.

"Der ASD ist eine Anlaufstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene", so Weiler-Kunzmann. Insgesamt zehn Fachkräfte bieten in Baden-Baden Beratungen und Unterstützung in schwierigen Lebens- und Familiensituationen an, sofern Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene betroffen sind.

Zum vielfältigen Aufgabengebiet des ASD gehören unter anderem der Schutz für Kinder und Jugendliche bei körperlicher, seelischer und sexueller Misshandlung oder Vernachlässigung, die Mitwirkung in Verfahren vor dem Familiengericht sowie die Beratungen in Fragen der P artnerschaft, Trennung und Scheidung, insbesondere bei Fragen des Sorge- und Umgangsrechts.

Wenn bei Scheidungen vor Gericht um das Sorge- und Umgangsrecht gestritten wird, seien vor allem die Kinder die Betroffenen, die unter den zuweilen scharfen Auseinandersetzungen leiden und denen im schlimmsten Fall der Zugang zum anderen Elternteil völlig abgeschnitten werde, erläuterte Weiler-Kunzmann. Um dem entgegenzuwirken, praktiziere der ASD mit dem Familiengericht Baden-Baden seit 2006 mit viel Erfolg die "Baden-Badener Praxis", ein Verfahren, das schnell zu einvernehmlichen Lösungen führen soll.

"Im Jahr 2018 hat uns am meisten die Vermittlung von geeigneten und qualifizierten Jugendhilfemaßnahmen und Eingliederungshilfe beschäftigt", sagte Schneider. In 437 Fällen musste sich der ASD mit dieser Thematik im vergangenen Jahr auseinandersetzen. Wie die Verantwortlichen zudem erklärten, seien die Fallzahlen 2018 um 20 Prozent gestiegen im Vergleich zu 2017. Das habe vor allem damit zu tun, dass die Fälle der Beratung, Umgangsrecht, Eingliederungshilfe und der Prüfung von Kindeswohlgefährdung angestiegen seien.

Bei festgestelltem Bedarf kann der ASD Unterstützungsmöglichkeiten anbieten, um den Sorgeberechtigten in ihrem Erziehungsalltag und bei der Betreuung der Kinder Hilfestellungen zu geben. Solche unterstützende Formen sind entweder ambulante Hilfen wie Sozialpädagogische Familienhilfe und Erziehungsbeistandschaft, eine teilstationäre Unterbringung in der Tageseinrichtung der Jugendhilfe Baden-Baden oder eine vollstationäre Unterbringung von Kindern und Jugendlichen.

Um sich bestmöglich um das Wohl der Betroffenen zu kümmern, ist Baden-Baden in zehn Bezirke aufgeteilt, wobei jeder Bezirkssozialarbeiter für seinen Bereich verantwortlich ist. "Alle Fachkräfte des ASD sind gut ausgebildet. Wir haben eine wichtige und nicht immer leichte Arbeit", meinte Weiler-Kunzmann. "An uns kann sich jeder wenden. Sowohl die Erziehungsberechtigten als auch Kinder und Jugendliche, wenn sie Probleme haben oder in Notsituationen sind. Wir wollen eine kinder- und familienfreundliche Umwelt schaffen", fasste Schneider zusammen.

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