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Großbrand im Zentrum: Haus unbewohnbar
17.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Renate Dülk

Baden-Baden - Lautes Prasseln, lodernde Flammen, glutroter Schein am Nachthimmel, Gestank und beißender Rauch: "Es war gespenstisch", sagt die Bewohnerin eines Hauses am Sonnenplatz, die wie viele andere in der Nachbarschaft am Samstag in den frühen Morgenstunden aus dem Schlaf gerissen worden war: Der Dachstuhl eines mehrgeschossigen Wohn- und Bürogebäudes am Sonnenplatz in der Innenstadt brannte lichterloh.


"Um 4.32 Uhr in der Nacht zum Samstag hat uns der erste Notruf erreicht", erklärte Einsatzleiter Andreas Wilhelm am Samstag um 11 Uhr bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch vor Ort; im Hintergrund lief noch der aufwendige Löscheinsatz von Feuerwehren aus der gesamten Region, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei und Rettungsdiensten. Rund 100 Einsatzkräfte waren zu dieser Zeit laut Wilhelm noch im Einsatz.

"Acht Minuten nach dem Anruf, dem kurz danach zahlreiche weitere Anrufe von Menschen aus den Nachbargebäuden folgten, waren wir vor Ort", berichtete der Einsatzleiter. Beim Eintreffen der Feuerwehr hätten sich die im Gebäude befindlichen Personen bereits selbst in Sicherheit gebracht gehabt. In den teilweise ebenfalls verrauchten Nachbargebäuden hätten sich noch etwa 30 Personen befunden. Polizeibeamte riefen mit Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen der Gebäude auf. Eine Securitykraft, die zufällig vor Ort war, habe bei den Bewohnern und Nachbarn zuvor geklingelt und sie gewarnt.

Mit zwei Drehleitern - von der Vorderseite vom Sonnenplatz und von der Gernsbacher Straße aus - bekämpfte die Feuerwehr, so Wilhelm, den Brand, der im obersten Stockwerk, wo Büroräume gewesen seien, ausgebrochen sei. Dabei galt es angesichts der engen Bebauung vor allem auch, ein Übergreifen der Flammen auf die Nebengebäude zu verhindern. Auch von einem riesigen Hubarm der Werksfeuerwehr des Gaggenauer Daimlerwerks aus wurde Wasser gespritzt. Immer wieder stieg dennoch auch Stunden nach Beginn der Löscharbeiten Rauch aus der verkohlten Dachfläche empor und es wurden neue Glutnester entdeckt. Im Einsatz war auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera. Der Rest des Gebäudes, in dessen Erdgeschoss sich ein Lebensmittelgeschäft befindet, "wurde durch Frischwasser in Mitleidenschaft gezogen. Denn wir haben hier eine alte Bausubstanz mit wasserdurchlässigen Decken", sagte Wilhelm. Das gesamte Haus ist deshalb derzeit nicht nutzbar.

Drei Feuerwehrleute leicht verletzt

Ein Kran der Firma Mohr kam bei der Sicherung des Gebäudes ebenfalls zum Einsatz: Mussten doch einsturzgefährdete Dachtürme abgestützt und besondere Bauteile des unter Denkmalschutz stehenden Hauses, die von der Feuerwehr gesichert wurden, abgetragen werden. Außerdem wurde ein Container aufs Dach des Brandhauses gehievt, in dem erster Brandschutt entsorgt wurde. Das THW war bis fast 20 Uhr mit schwerem Gerät und Motorsägen im Einsatz, um das Dach notdürftig abzudichten und das Gebäude abzusichern. Der Statiker halte das Haus jetzt für standsicher, so Wilhelm. Der Einsatz war erst gegen 23 Uhr zu Ende.

Die Brandursache wird von der Polizei ermittelt, der Feuerwehr lägen keine Erkenntnisse für eine Brandstiftung vor, führte der Einsatzleiter aus. Der entstandene Sachschaden könnte sich laut Wilhelm auf mehr als eine Million Euro belaufen. Der Einsatzort war großräumig abgesperrt, Busse wurden umgeleitet, die Sophienstraße war während der Löschaktion nicht befahrbar. Maximilian Lipp vom städtischen Fachbereich Ordnung und Sicherheit dankte allen beteiligten Einsatzkräften für ihr "schnelles und professionelles Eingreifen". "Wir sind angesichts der engen Bebauung glimpflich davon gekommen", betonte er. Beim Einsatz haben sich laut Wilhelm drei Feuerwehrangehörige leicht verletzt - auch das ist eine Bilanz, die hätte schlimmer ausfallen können. Insgesamt waren schließlich mehr als 200 Helfer im Einsatz - von den Feuerwehren in Baden-Baden, Bühl, Bühlertal, Gernsbach, Iffezheim, Kuppenheim, Rastatt, Rheinmünster und Sinzheim, von den THW-Ortsverbänden Baden-Baden, Bühl und Rastatt sowie Mitarbeiter des DRK, der Stadtwerke, der Polizei und der Stadtverwaltung.

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