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"Bewährungsbrecher" zu Freiheitsstrafe verurteilt
'Bewährungsbrecher' zu Freiheitsstrafe verurteilt
19.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

Baden-Baden - Ohne jegliche Regung nahm gestern am Landgericht Baden-Baden ein 49-jähriger Albaner seine Verurteilung zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe hin. Unter anderem sichergestelltes Diebesgut mit DNA-Spuren des Angeklagten und eines Geschädigten sowie die Überweisung eines äußerst hohen Geldbetrags an seine Mutter, wurden dem Mann letztlich zum Verhängnis.


Wegen des zweifachen Wohnungseinbruchsdiebstahls hat Richter Wolfgang Fischer den Dieb gestern verurteilt. "Insbesondere die Tatsache, dass der ,Bewährungsbrecher' einschlägig vorbestraft ist und schon mehrere Haftstrafen verbüßen musste, veranlasste das Gericht dazu, ihn schuldig zu sprechen", sagte Fischer bei seiner Urteilsverkündung.

Seit 2014 ist der 49-Jährige in Deutschland und geriet in dieser Zeit des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt: Bereits wiederholt ist er strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen des Diebstahls und Einbruchs. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Rastatt saß er seit 2017 zunächst wegen eines Einbruchs in Muggensturm ein Jahr und sechs Monate hinter Gittern, danach folgte umgehend die Untersuchungshaft im vorliegenden Fall.

Für diese Verhandlung lautete die Anklage zunächst bandenmäßiger Wohnungseinbruchsdiebstahl in drei Fällen sowie versuchter bandenmäßiger Wohnungseinbruchsdiebstahl in zwei weiteren. Zusammen mit zwei Komplizen soll er in Önsbach, Söllingen, Balzhofen, Eisental und Leiberstung im Januar sowie Februar 2017 auf Einbruchstour unterwegs gewesen sein. Dabei soll das Trio Wertgegenstände und Bargeld entwendet sowie einen hohen Sachschaden hinterlassen haben.

Richter folgt Plädoyer der Staatsanwältin

Im Hinblick auf die vorherige Verurteilung des Angeklagten vom Amtsgericht Rastatt von 2017 beantragte Staatsanwältin Katharina Eckardt eine Einstellung des Verfahrens in drei der fünf aktuellen Fällen. Diesem Antrag kam der Richter ebenso nach, wie er dem Plädoyer Eckardts folgte. "Aufgrund der Beweislage muss von einer Mittäterschaft des Angeklagten ausgegangen werden", sagte sie und forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren.

Auf einer Armbanduhr, die in der Gemeinschaftsunterkunft des Einbrechertrios in Kehl während der Ermittlungen gefunden wurde, konnten sowohl DNA-Spuren des Angeklagten, seiner Komplizen als auch des Geschädigten gefunden werden. Ein weiteres Indiz, das die Staatsanwaltschaft dem 49-Jährigen zur Last legte, war "die Überweisung einer ungewöhnlich hohen Geldsumme an seine Mutter nach Albanien". Der Betrag von 3 000 Euro wurde gerade einmal einen Werktag nach einem Einbruch in Leiberstung überwiesen, bei dem die Einbrecher 8 500 Euro erbeutet haben. Den Anklagepunkt des bandenmäßigen Wohnungseinbruchsdiebstahls konnte aber auch Eckardt nicht nachweisen, weshalb sie diesen Vorwurf fallen ließ.

Für Verteidiger Karl Frauenberger war eine Mittäterschaft des Albaners, im Gegensatz zur Staatsanwältin und dem Gericht, "nicht zwingend ersichtlich". "Bei keinem Einbruch wurde mein Mandant gesehen." Letztlich erwiesen sich Frauenbergers Versuche als vergeblich, eine geringere Strafe beziehungsweise einen Freispruch für den 49-Jährigen zu erlangen, das forderte er nämlich. Bis zuletzt verweigerte der Angeklagte seine Aussage. Auch verzichtete er auf eine Verfahrensverständigung. Diese hätte möglicherweise ein milderes Strafmaß zur Folge gehabt.

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