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Feuchte Wände - und viel zu tun
Feuchte Wände - und viel zu tun
21.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Bei einem Rundgang haben sich Denkmalschützer und Verwaltungsvertreter am Mittwoch ein genaues Bild von der Situation des seit Jahren leer stehenden Neuen Schlosses machen können. Das Resultat: Der Zustand des Gebäudes ist schlechter als erwartet. Und in Bezug auf die Hotelpläne der Investorin gibt es noch viel zu tun.

Wie berichtet, hatte Schlossherrin Fawzia Al Hassawi im Frühjahr Bürgermeister Alexander Uhlig kontaktiert und ihm bei einem Treffen ihre überarbeiteten Hotelpläne vorgestellt. In diesen wurden Forderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt: So sollen nur noch 112 Hotelzimmer im denkmalgeschützten Schloss unterkommen. Die zunächst vorgesehenen 142 Zimmer waren im vergangenen Jahr von Denkmalschutz und Verwaltung klar abgelehnt worden, weil zu große Umbauten erforderlich gewesen wären.

Doch ein "Ja" bekam Al Hassawi, die an dem Termin am Mittwoch erneut persönlich teilnahm, jetzt auch für ihre neuen Pläne nicht zu hören. Der Grund: Dafür sind die Entwürfe nicht detailliert genug, wie Bürgermeister Uhlig nach dem Termin im BT-Gespräch erläuterte. "Das ist alles noch nicht in der Intensität durchdacht, dass wir es beurteilen können." So sei zum Beispiel ungeklärt, wie Strom- und Wasseranschlüsse in die Hotelzimmer geführt werden könnten und wie eine Klimaanlage und Heizung in dem historischen Gemäuer umgesetzt werden soll. Auch der Brandschutz, laut Uhlig ein "Riesenthema", sei noch zu bearbeiten, genau wie die Frage der Barrierefreiheit.

Dennoch ist Uhlig überzeugt: "Es lohnt sich, an dem Projekt dranzubleiben." Er machte gegenüber dem BT deutlich, dass die vorliegenden Probleme "jeden Nutzer treffen würden, selbst die öffentliche Hand" - und folglich nicht der Schlossherrin oder dem Hotelprojekt anzulasten seien. Im Klartext: Egal, wer das Schloss sanieren würde, er müsste sich vor einer möglichen Nutzung unter anderem mit den schwierig zu lösenden Themen Strom, Heizung, Wasser und Brandschutz herumschlagen.

Und noch einen triftigen Grund nannte Uhlig, dem Projekt gegenüber aufgeschlossen zu bleiben: Offenbar schadet der jahrelange Leerstand der historischen Bausubstanz mehr als bislang angenommen. Überraschend habe man feststellen müssen, dass sich der Zustand seit der letzten Begehung Ende Februar 2018 deutlich verschlechtert habe. So trete im Hauptbau an einer Stelle Feuchtigkeit ein, was an den Wänden klar zu sehen gewesen sei. Auch die anwesenden Vertreter des Landesdenkmalamtes hätten betont, "dass Handlungsbedarf gegeben ist". Zwar sei das Schloss nicht vom Verfall bedroht, "aber es wird nicht besser".

Als nächsten Schritt sollen nach dem Willen von Verwaltung und Denkmalschutz die Hotelpläne beispielhaft für einige entscheidende Räume im Schloss detailliert ausgearbeitete werden. Wenn sich zeige, dass man in diesen Bereichen eine zufriedenstellende Lösung hinbekomme, gebe es auch für das Gesamtprojekt Hoffnung, meinte Uhlig. Erst dann könne auch eine tragfähige Aussage getroffen werden: "Klappt es, oder klappt es nicht?"

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