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Als Schäfer-Duo in die Zukunft
Als Schäfer-Duo in die Zukunft
29.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

Baden-Baden - Mit dem Start des landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahres am Montag, 1. Juli, beginnt in der Schäferei von Sven-Jörg Svensson (58) ein neues Zeitalter: Von einem Einzelunternehmen wird sein Betrieb zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Neben Svensson taucht dann auch die 33-jährige Leona Sakowski als Gesellschafterin der Schäferei im Register auf.

"Es ist definitiv eine Erleichterung, wenn sie dabei ist und Verantwortung übernimmt", sagt Svensson und freut sich auf die Zusammenarbeit. "War früher ein längerer Urlaub praktisch nicht möglich, kann ich das jetzt auch mal mit einem ruhigen Gewissen machen."

Dass das gemeinsame Arbeiten bei den beiden funktioniert, hat sich im Laufe des vergangenen Jahres gezeigt. Seit Juli 2018 ist Schäfermeisterin Sakowski nämlich schon bei Svensson angestellt. "Das war eine Art Probejahr", so der 58-Jährige, "und jetzt haben wir beide die gleiche Verantwortung". Wie die beiden Schäfermeister mitteilen, konnten sie in dieser Zeit in Sachen Aufzucht und Tiergesundheit auch schon erste Erfolge gemeinsam erzielen.

Normalerweise übernehme meist die nächste Generation die Schäferei der Eltern: Da Svenssons Tochter Nina allerdings mit ihrem Mann im Schwarzwald eine eigene Schäferei betreibt, war sie als Nachfolgerin aus dem Rennen. Svensson machte sich deshalb auf die Suche nach jemandem Geeigneten und stieß auf Sakowski. "Mir ist es unheimlich wichtig, dass meine Nachfolge frühzeitig geregelt ist", sagt er.

Die gebürtige Ostfriesin Sakowski hat von 2006 bis 2008 eine Ausbildung in der Schäferei von Svenssons Schwester Ute gemacht. Danach war sie zunächst in der Schweiz und zuletzt für zweieinhalb Jahre als Hüteschäferin bei der Schäferei Studer in Gaggenau tätig. "Ich wollte nicht immer nur Angestellte sein, sondern auch selbst die Verantwortung übernehmen", erklärt sie. Ebenso wie ihr geschäftlicher Partner freut auch sie sich auf die weitere Zusammenarbeit: "Unsere Philosophie in der Schafhaltung ist sehr ähnlich. Außerdem ergänzen wir uns sehr gut in unseren Bedürfnissen." Weiterhin profitiere sie enorm von Svenssons Grundwissen, seinen Ortskenntnissen und seinen Kontakten. "Das erleichtert mir einiges."

Mit Beginn der Kooperation haben sich die beiden die anfallenden Aufgaben aufgeteilt: Während Sakowski sich momentan verstärkt um das Hüten der rund 450 Mutterschafe und die Nachzucht kümmert, ist Svensson vor allem für die Direktvermarktung des Lammfleischs verantwortlich. Die weiteren Aufgaben wie etwa die Landschaftspflege oder die Büroarbeit teilen sie sich auf.

Bei ihrem Schritt von der Angestellten zur Teilgesellschafterin kommt für Sakowski zudem erleichternd hinzu, dass ihr Ehemann, Stephan Kamper, die maschinelle Pflegearbeit auf den Weiden für die Geschäftspartner übernimmt.

Nachdem der erste Schritt zu Svenssons Nachfolge geklärt ist, blickt der 58-Jährige zuversichtlich in die Zukunft. "Ich bin wirklich erleichtert, dass Leona bei mir eingestiegen ist." "Solange es körperlich noch geht", möchte er noch arbeiten.

Sollte dies nicht mehr der Fall sein, dann soll die 33-jährige Sakowski die Schäferei komplett übernehmen.

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