Seit 50 Jahren im Einsatz für Nachbarschaftshilfe und Geselligkeit
Seit 50 Jahren im Einsatz für Nachbarschaftshilfe und Geselligkeit
06.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Conny Hecker-Stock

Baden-Baden - Seit April stehen jeden Samstag Arbeitseinsätze an, etliche Bewohner engagieren sich dabei unermüdlich. Alles soll blitzen und strahlen, wenn beim Gumpenfest vom 12. bis 14. Juli der 50. Geburtstag der Ooswinkelgemeinschaft gefeiert wird.

Das erste Gumpenfest mit damals 1 500 Besuchern fand im Juli 1969 statt, aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Ooswinkel-Siedlung. Deren Bewohner waren schon immer ein geselliges Völkchen, man feierte gerne zusammen und unterstützte einander. Die Ooswinkelgemeins chaft wurde dann am 13. September 1969 gegründet mit dem Ziel, der Brauchtumspflege, Nachbarschaftshilfe und Förderung des geselligen Lebens eine solide Basis zu geben.

Die 46 Gründungsmitglieder im Gasthaus Turm Fremersberg brachten im Grunde nur den Geist zu Protokoll, der in diesem besonderen Viertel seit jeher herrschte. Hier achtet man aufeinander, kümmert sich um Nachbarn und Freunde, und das ist bis heute so geblieben. "Wir konnten als Kinder nie etwas heimlich machen, irgendein Nachbar hatte uns immer im Blick", erinnert sich Nicole Siegele schmunzelnd. Sie bekommt glänzende Augen, wenn sie an die Schlittschuhbahn denkt, die Alfred Walter im Winter für die Kinder des Ooswinkels anlegte, indem er alle zwei Stunden jede Nacht aufstand und frisches Wasser über die Bahn vor der Gumpenlaube kippte.

Zentraler Treffpunkt war häufig die Konsumwiese, so benannt nach dem früheren Geschäft, dass sich bis in die 1970-er Jahre halten konnte. Legendär sind die dortigen Weinfeste, das Maibaumstellen, der Weihnachtsmarkt oder der Neujahrsumtrunk, schwärmt Klaus Mukenhirn, seit zwei Jahren Vorsitzender der Ooswinkelgemeinschaft. "An Heiligabend treffen wir uns hier ab 22 Uhr, niemand muss allein bleiben", ergänzt seine Stellvertreterin Sabine Auer. "Wir haben nach wie vor viel Spaß zusammen", sagt auch Pressefrau Nicole Siegele.

Manche Neuzugezogene kennt man zwar nicht mehr oder noch nicht, doch bei den vielen Angeboten der Gemeinschaft findet sich für jeden etwas - so bringt sich ein Anfang Mai eingezogenes Pärchen bereits mit ein und fühlt sich sehr wohl. Die selbst erbaute Gumpenlaube mit eingerichteter Küche ist zweimal wöchentlich geöffnet und wird rege besucht, bei Kaffee und Kuchen wird munter geplaudert und in Erinnerungen geschwelgt. Es gab am Gumpen Schlachtfeste, am Kinderfrühlingsumzug nahmen die Ooswinkler teil, Fastnacht wurde mit der Bürgervereinigung Großer Dollen gefeiert.

"Seit April leben wir nur noch für das Gumpenfest", fiebert nicht nur Sabine Auer dem Ereignis entgegen. Einzigartig waren immer die wundervollen Wasserspiele mit hübschen Figuren und märchenhafter Illumination entlang der Oos. Das historische Mühlrad musste ersetzt werden, das neue Rad ist von der Lehrwerkstatt der Stadtwerke gerade rechtzeitig für das Fest fertig geworden. Auch an etlichen der Figuren und Lichterketten hat der Zahn der Zeit genagt. Doch das Team aus engagierten Bewohnern gibt alles, damit es ein unvergessliches Geburtstagsfest und "der absolute Knaller" wird. Das Geländer der Brücke wird abgeschliffen und mit von der Stadt gestellter Farbe neu gestrichen, ebenso wie die Stühle. Es wird zwei Festzelte geben, eine Cafeteria und Cocktailbar sowie tolle Musik mit Easy Road, der Transatlantic Band und den Polkafüchsen. Auch für Kinderbelustigung ist gesorgt. Jetzt warten die Ooswinkler nur noch auf ganz viele Gäste.

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