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Der Stadtwald als "Gemischtwarenladen"
08.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden
- Ein "Gemischtwarenladen" im Wald? Ja! Das ist das Ziel der Mitarbeiter des städtischen Forstamts. Natürlich im übertragenen Sinne: Lars Lingslebe, Revierförster des Gebiets Scherrhof hat dieses Wort am Freitag bei der Waldbereisung, die das Forstamt mit alten und neuen Gemeinderäten, Ortsvorstehern, der Oberbürgermeisterin sowie den beiden Bürgermeistern durchführte, in den Mund genommen. Ein Mischwald sei in vielerlei Hinsicht "stabil", erläuterte Lingslebe bei der informativen Tour durch das Höhengebiet im Revier Scherrhof. Stabil gegen Wind: Verschiedene Baumarten, mit ihren unterschiedlichen Stämme und Größen, böten weniger Angriffsfläche. Bäume, die beispielsweise schnell umkippen würden, könnten so von anderen rundherum gehalten werden. Zudem sorge ein Mischwald für eine bessere Bodenqualität. Ein reiner Tannenwald beispielsweise bedinge einen eher sauren Boden.

Monokulturen seien außerdem anfällig für Schädlinge. "Jeder Baum hat seinen Käfer": Diesen Satz nahmen bei der Waldbereisung alle Fachmänner (neben Lingslebe waren dies Forstamtsleiter Thomas Hauck, sein Stellvertreter Robert Lang und Bernhard Kraus, Revierförster am Merkur) in den Mund. Stabil sei ein Mischwald also auch deswegen, so Lingslebe: Schade zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade ein Käfer einer bestimmten Baumart, sei der Verlust nicht so groß, da andere Bäume verschont blieben und den Wald erhielten. Außerdem könne man mit einem Mischwald mehr Industriezweige bedienen. Amtsleiter Hauck fügte an, dass ein Mischwald gerade mit Blick auf den Klimawandel Vorteile habe: Falle eine Baumart aus, sicherten andere den Waldbestand.

Um das Ziel "Gemischtwarenladen", also verschiedene Alter, Stufigkeiten und vielfältige Baumarten, zu erreichen, setzten die Forstmitarbeiter auf die "Naturverjüngung auf der ganzen Fläche", wie Hauck ausführte. Beispielsweise würden an der einen Stelle bestimmte Bäume weggenommen, um andere durch den dann gegebenen Lichteinfall zu retten, so Lingslebe. Ein wichtiger Faktor sei das Verhältnis von Wild und Wald. Wild würde die jungen Pflanzen fressen, daher sei jagdlicher Einsatz sehr wichtig. Einige Stellen im Revier Scherrhof, an denen die gewünschten Verhältnisse bereits herrschen, konnten die fachkundigen Tour-Führer am Freitag zeigen.

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