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Eine Halbinsel im Naturschutzgebiet
09.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

Baden-Baden - Seit den 80er Jahren befindet sich das Strandbad Sandweier an Ort und Stelle, im kommenden Mai müssen sich die Baggersee-Besucher an einen neuen Standort gewöhnen. Seit etwa drei Monaten laufen die Arbeiten in direkter "Nachbarschaft" des aktuellen Geländes, die spätestens am 1. Mai 2020 beendet sein müssen: Dann beginnt die nächste Badesaison, und das neue Strandbad soll seinen Betrieb aufnehmen.


Ein laues Lüftchen weht Helmut Oehler, Geschäftsführer der Baden-Badener Stadtwerke, Karsten Auer, Abteilungsleiter Planung der Stadtwerke, und Thomas Müller, Leiter der Bäderbetriebe, ins Gesicht, als sie an einem heißen Sommertag über die eingezäunte Baustelle des neuen Geländes gehen. Ein Bagger ist auf der Fläche am Graben. "Seit rund drei Monaten laufen die Erdarbeiten. Es wird eine Art Halbinsel im Naturschutzgebiet entstehen", sagt Auer mit Blick auf den Bagger. Ein Bauzaun und eine angelegte Schotterpiste, einige hundert Meter westlich vom jetzigen Areal, lassen die Badegäste erahnen, welchen Platz das neue Gelände einnehmen wird.

Dort wo Oehler, Müller und Auer in diesem Moment stehen - von Sandweier kommend am Anfang der provisorischen Straße - starten in dieser Woche auch die Gebäudearbeiten: Es entstehen unter anderem ein Kiosk, ein Kassenbereich und moderne Sanitäranlagen. "Wir haben viele Auflagen vom Naturschutz bekommen", teilt Oehler mit und blickt auf die Schotterpiste. Diese, also der aktuelle provisorische Weg zum jetzigen Strandbad, muss nahezu komplett bestehen bleiben. Wie es die Vorgaben des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe vorsehen, darf wegen des Naturschutzes nur ein kleiner Teil im Eingangsbereich - etwa für die Anfahrt für Zulieferer - asphaltiert werden.

Nachdem die Gruppe den neuen Eingangsbereich hinter sich gelassen hat, packt Müller die Pläne aus. Insgesamt wird das neue Strandbad, für das die Stadtwerke rund 2,35 Millionen Euro veranschlagt haben, deutlich größer als das aktuelle: Nämlich rund 12 000 Quadratmeter Liegewiese (aktuell ebenfalls 12 000) wird es geben, zirka 8 000 Quadratmeter Sand- und Strandbereich (2 000) und etwa 15 000 Quadratmeter Wasserfläche (5 000). Neben 226 Parkplätzen sind 236 Fahrradstellplätze geplant. "Wenige Parkplätze befinden sich auf der Asphaltfläche, die meisten sind links und rechts neben der Schotterpiste. Es staubt also weiter", merkt Auer an, als gerade ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit den Belag der provisorischen Straße aufwirbelt.

Auch das Aufstellen von mehreren Sonnensegeln auf dem Gelände ist verboten. Da noch keine Bäume auf der neuen Fläche stehen - die können erst gegen Ende des Jahres gepflanzt werden und brauchen Zeit, um zu wachsen - hätte man vonseiten der Stadtwerke gerne für mehr schattige Plätze gesorgt. "Kurz nach dem Eingangsbereich entsteht der Kinderspielplatz. Das ist der einzige Ort, an dem wir ein Sonnensegel aufstellen dürfen", sagt Oehler. Ebenfalls darf zu Beginn der Badesaison etwa ein Drittel der Liegefläche nicht gemäht beziehungsweise von den Besuchern genutzt werden, ergänzt er und zeigt von Sandweier Richtung Ende der Schotterpiste. "Es muss auf dem neuen Gelände der gleiche Magerrasen entstehen wie im Naturschutzgebiet."

Als die Gruppe sich weiter in Richtung Wasser bewegt, erklärt Auer: "Das gesamte Gelände ist flach modelliert. Ebenso wird die Wassersteigung sehr flach ausgeführt. So erreichen wir einen gemächlichen Übergang ins Wasser und bekommen eine deutlich größere Schwimmfläche", so Auer und schaut in Richtung des alten Bades. Dort sei die nutzbare Wasserfläche doch sehr begrenzt, meint er.

Um die Badegäste beim Schwimmen im Blick zu haben, wird auch ein neuer Aufsichtsturm gebaut. Als eine Art "Baywatch-Hütte" beschreibt Müller diesen. "Auf der ersten Ebene werden unser Aufsichtspersonal sitzen. Neben sanitären Anlagen gibt es auch einen Erste-Hilfe-Raum."

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