http://www.spk-bbg.de
Autohändler Tri AG lehnt Wohn-Pläne für Ebertsgarten ab
Autohändler Tri AG lehnt Wohn-Pläne für Ebertsgarten ab
11.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Das Autohaus Tri AG in der Saarstraße fürchtet um seine Zukunft. Wenn auf dem Areal Ebertsgarten, wie vom Gemeinderat gewünscht, ein Wohngebiet entstehe, könne er einpacken, meint Ralf Anthonj, Geschäftsführer des Renault- und Dacia-Autohändlers.

Das Problem: Die Tri AG liegt in direkter Nachbarschaft zum Areal der ehemaligen Baumschule Eberts. Zwischen beiden Grundstücken verläuft keine Straße. Das Autohaus-Gelände gehört damit zu dem Gebiet, für das der Gemeinderat eine Wohn- und Pflegeheim-Bebauung vorsieht. "Damit kann ich nicht einverstanden sein", sagt Anthonj. "Ich muss prüfen, welche Möglichkeiten wir haben, dagegen vorzugehen." Zwar habe seine Firma Bestandsschutz, ist Anthonj sicher. Allerdings dürfte künftig keine Veränderung oder Erweiterung mehr möglich sein, befürchtet er. "Das ist ein Riesenthema. Ich habe 20 Mitarbeiter, die hier einen festen Arbeitsplatz haben." Die ursprüngliche Planung der Stadt, die für Ebertsgarten eine Mischnutzung mit dem Schwerpunkt Gewerbe vorsahen, sei ein guter Kompromiss gewesen. Den Kompromiss habe der Gemeinderat gekippt. Wie berichtet, hatte das Gremium gegen die Stimmen von CDU und OB für eine reine Wohnnutzung votiert.

Das Thema wird heute wohl auch den Bauausschuss beschäftigen. Um für ein gutes Miteinander der bestehenden Gewerbegebiete mit dem in direkter Nachbarschaft auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule geplanten Wohngebiet zu sorgen, soll das Gremium einen Bebauungsplan beschließen, der die bereits heute von Firmen genutzten Flächen rund ums Eberts-Areal als Gewerbegebiet festlegt. Für die dort ansässigen Unternehmen wie beispielsweise den Arzneimittelhersteller Heel entstehe so ein "verlässliches Planungsinstrument", heißt es in den Unterlagen für den Bauausschuss.

Es gehe darum, "den dortigen Betrieben eine sichere Grundlage ihrer Existenz zu geben", sagt Bürgermeister Alexander Uhlig. Dabei gehe es nicht nur um die Sicherung der bereits existierenden Nutzung, sondern auch um eine Sicherung der planerisch erlaubten. So könnte Heel planungsrechtlich beispielsweise heute schon den an der Saarstraße liegenden Parkplatz anders nutzen und beispielsweise ein weiteres Produktionsgebäude errichten, wie Uhlig bestätigte. Diese Möglichkeit soll dem Unternehmen auch künftig nicht verbaut sein. Man wolle den Firmen auch bauliche Erweiterungsmöglichkeiten aufzeigen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Dabei gehe es auch um eine Wiedernutzbarmachung und Nachverdichtung "brachgefallener und untergenutzter Flächen", heißt es in den Unterlagen weiter, was aus ökologischen Gründen sinnvoller sei als eine Ausweisung neuer Gewerbeflächen außerhalb der Stadt. "Auch vor dem Hintergrund der PFC-Problematik und mangelnder Alternativstandorte müssen bestehende Gewerbegebiete langfristig gesichert und optimiert werden", wird betont.

Für die Tri AG brächte der heute im Bauausschuss vorgesehene Beschluss übrigens nichts. Ihr Firmengelände liegt nämlich nicht in dem von der Verwaltung vorgesehenen Geltungsbereich des Gewerbe-Bebauungsplans.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Karlsruhe
Am Ende landeten die zerlegten Autos im Libanon

09.07.2019
Prozess um Bandenhehlerei
Karlsruhe (dpa) - Zwei Männer und eine Frau müssen sich vor dem Landgericht Karlsruhe wegen Bandenhehlerei und Geldwäsche verantworten. Sie sollen zerlegte Autos im Wert von mehreren Millionen Euro in Polen gekauft und von dort weiter verschoben haben (Foto: Deck/dpa). »-Mehr
Karlsruhe
Viele Klagen der Umwelthilfe rechtens

04.07.2019
Viele Klagen der DUH rechtens
Karlsruhe (dpa) - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewegt sich mit ihren vielen Verbraucherschutz-Klagen gegen Unternehmen im gesetzlichen Rahmen. Für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten gebe es keine Anhaltspunkte, stellte der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag fest (Foto: dpa). »-Mehr
Gernsbach
´Herzklopfen´ hilft bei Zeit voller Ängste und Sorgen

24.06.2019
"Herzklopfen" hilft
Gernsbach (ueb) - Mit einem Lächeln erinnert sich Simone Girrbach an den Tag, an dem sie auf dem Ultraschallbild ihr Kind erkennen konnte. Sie und ihr Mann Christoph würden es lieben. Davon waren sie überzeugt, auch als sie nach einer Fruchtwasserpunktion erfuhren, dass ihr Sohn Trisomie 21 in sich tragen würde (Foto: Uebel). »-Mehr
Bühl
´Renate-Stollen´ bewährt sich

22.05.2019
Fahrzeuge stehen tief im Wasser
Bühl (jo) - Das Überlaufen eines Grabens sorgte in Bühl für erheblichen Sachschaden. Das Wasser ergoss sich in eine Garage, in der mehrere Personenwagen geparkt waren. In mindestens einem Fall entstand Totalschaden. Erstmals in der Praxis bewährt hat sich der Flutkanal. (Foto: bema). »-Mehr
Sinzheim
Halle verwandelt sich in einen siedenden Rockpalast

29.04.2019
Wie ein siedender Rockpalast
Sinzheim (ass) - Zum zweiten Mal hat sich das Autohaus ahg im Sinzheimer Industriegebiet am Samstagabend in einen siedenden Rockpalast verwandelt. Das fulminante Konzert "MV Sinze rockt!" in ungezwungener Partyatmosphäre besuchten rund 1 000 Gäste aller Generationen. »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Personalroulette bei der CDU: Ursula von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin, Annegret Kramp-Karrenbauer ist Bundesverteidigungsministerin. Befürworten Sie diese Entscheidungen?

Ja.
Nein.
Teilweise.
Das ist mir egal.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1