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Viele ignorieren das Einfahrtverbot
23.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Aktuell wird am Bauabschnitt zwischen Häfnergasse und Haus Nummer 63 an der Steinbacher Yburgstraße gearbeitet. In Höhe des Gebäudes darf auf der Brücke nicht in Richtung Winterseite und Karcherkreuzung abgebogen werden. Von dort rollt nämlich der Anliegerverkehr Richtung Neuweier an. Montag kurz nach 12 Uhr: Ein Wagen fährt trotz des Einfahrtverbots gegen die Verkehrsführung. Autofahrer hupen, schimpfen, fuchteln mit den Händen und Fußgänger oder Radfahrer weichen der gefährlichen Situation mit einem beherzten Satz zur Seite aus.


Robert Hauns, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. "Das war knapp", sagt er. Wie Hauns verstehen viele Anlieger dort die Welt nicht mehr. "Warum halten sich die Autofahrer nicht an die Verkehrsschilder?", fragen sie sich. Während der Baustelle gilt auf einer rund ein Kilometer langen Strecke ganz klar eine Einbahnstraßenregelung vom Postplatz in Steinbach aus in Richtung Neuweier. "Viele Autofahrer interessieren sich einfach nicht für die Verkehrsregeln", beklagt das frisch gewählte Gemeinderats- und Ortschaftsratsmitglied Hauns die mangelnde Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer der Gebote. Die Straßenverkehrsordnung während des Baustellenbetriebs würde letztlich die Sicherheit aller auf der Straße gewährleisten. Er schätzt, dass mindestens hundert Falschfahrer alleine sonntags aus Richtung Neuweier gen Postplatz fahren.

Zwar werde laut Hauns von der Verkehrsbehörde immer wieder betont, dass der Gemeindevollzugsdienst nicht in den "laufenden Verkehr" eingreifen dürfe. Aber es mache einen Unterschied, ob die Behörde oder ein Bürger bei der Polizei einen Verkehrssünder meldeten, sieht Hauns durch aus Handlungsmöglichkeiten bei der Stadt.

Dem widerspricht die zuständige Polizei aus Bühl auf Nachfrage. Egal ob sie oder die Bürger Verkehrsverstöße meldeten, würden diese immer an die Bußgeldstelle der Stadt weitergeleitet. Anders sei das bei Ermittlungen, aber bei Missachtung im Straßenverkehr wie in Steinbach gehe es eben nur um Verstöße.

Wie es zugehen kann, wenn die Yburgstraße scheinbar zum ordnungsfreien Raum wird, das erzählt ein anderer Anwohner im Gespräch mit dem BT: "Ein gegen die Einbahnstraße und im Halteverbot geparktes Auto blockierte vergangene Woche einen Schwerlaster, der Glasscheiben geladen hatte. Der Lkw steckte fest, es gab weder ein Vorwärts noch ein Rückwärts." Zwar sei die Polizei benachrichtigt worden, die dann später auch gekommen sei, aber anstatt konsequent zu handeln und das Auto abschleppen zu lassen, hätten sich die Polizisten auf eine zeitraubende Suche nach dem Fahrer gemacht, um ihn zu bitten sein Auto wegzufahren. Erst nach mehr als einer Stunde sei das Verkehrsdrama mit einem mordsmäßigen Rückstau beendet gewesen. "Solange solche Verkehrssünder keine saftigen Strafen zu befürchten haben, greift keine noch so ausgeklügelte Verkehrsregelung", gibt der Anwohner im Gespräch zu bedenken.

Die Polizei schleppe schon mal Autos ab, aber das sei die äußerste Maßnahme. Es sei einfacher, wenn zunächst das mildeste Mittel angewendet werde, teilt ein diensthabender Beamter des Polizeipostens auf telefonische BT-Anfrage mit. Im Übrigen könne jeder Bürger selbst ein Bild des Verkehrssünders aufnehmen, das Kennzeichen notieren und an die Bußgeldstelle schicken, ergänzt der Polizist.

Bei dem Vor-Ort-Termin mit dem BT mischt sich ein weiterer Anwohner in die Diskussion ein und berichtet über fehlgeleitete Autofahrer, die blind ihren Navis vertrauen. Denn diese würden auf der Winterseite der Yburgstraße schnurstracks in eine Sackgasse geführt. Aufwendige Wendemanöver auf den Privathöfen der Anwohner seien regelmäßig, auch nachts, die Folge. Tatsächlich lassen sich am Ende der Sackgasse Absperrbänder entdecken, mit denen ein Anwohner die Zufahrt zu seinem Hof versperrt hat.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass das Sackgassenschild auf der linken, anstatt auf der rechten Straßenseite angebracht ist. Außerdem wäre hier ein Verkehrsschild "nur links abbiegen" hilfreich, regt der Anwohner an. Der Pressesprecher der Stadt, Roland Seiter, betont: "Alle Schilder sind korrekt." Wenn Verkehrsteilnehmer diese ignorierten, sei die Stadt nicht für das Fehlverhalten der Autofahrer verantwortlich. Jedoch bestätigt er, dass die Einbahnstraßenregelung missachtet werde. "Ich habe das selbst erlebt, dass mir in der Einbahnstraße ein Autofahrer mit hohem Tempo entgegenkam. Die Straße ist so eng, da ging erst einmal nichts mehr. Wir können nur an die Vernunft der Autofahrer appellieren."

Die Beamten des zuständigen Polizeipostens in Bühl haben indes die Verkehrslage auf der Steinbacher Umleitungsstrecke auf dem Schirm: "Wir überwachen den Bereich regelmäßig." Steinbach stehe auf dem Streifenplan. Allerdings sei es unrealistisch sich jeden Tag zwei Stunden hinzustellen und den Verkehr dort zu kontrollieren. "Wir machen das, was wir mit unserer personellen Stärke leisten können."

Bei den inzwischen gesammelten Erfahrungen, fragen sich etliche Anwohner, wie Ortsvorsteher Ulrich Hildner bei der kürzlich stattgefundenen Baustellenbegehung zu der Feststellung gekommen sei, dass die Umleitung gut klappe.

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