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Der Ort, an dem Zitronen blühen
Der Ort, an dem Zitronen blühen
31.08.2019 - 07:30 Uhr
Von Tülin Yalman

Baden-Baden - Der Duft von Zitronen- und Orangenbäumchen weht inmitten der Parkanlagen des Florentinerberg. Diesen Duft wollten sich die naturliebenden Wanderfreunde, die mit dem Experten des städtischen Fachgebiets Park und Garten, Traugott Bräuninger, bei einer botanischen Führung unterwegs waren, nicht entgehen lassen.

Am Kongresshaus ging es los. Nach einer einleitenden Rede machte Bräuninger gleich auf das Auftreten der Kastanienminiermotten als Folge des extrem trockenen Sommers aufmerksam. Die Kastanienminiermotte sei vor etwa 20 Jahren vom Balkan über Österreich nach Süddeutschland eingewandert. Seit einigen Jahren seien auch zahlreiche Baden-Badener Kastanien von den Miniermotten befallen.

Am Alten Dampfbad auf dem Marktplatz angelangt, zeigte der Stadtführer den Judas-Baum. Sein Name basiert auf der Legende, dass sich Judas einst an einem solchen Baum erhängt haben soll. Vom Alten Dampfbad aus ging es weiter auf den "Schwarzen Kreis", wo sich ehemals das Thermalbad der Römer befand. "Wären wir also vor 2 000 Jahren hier, hätten wir schöne warme Füße", sagte Bräuninger. Dann deutete er auf die rosa blühenden Lagerströmien ("Der Flieder des Südens") oben auf dem Florentinerberg hin, deren Ursprung im asiatischen Raum liege.

Auf dem Florentinerberg angelangt, findet man dort den europäischen Zürgelbaum, auch als "Celtis australis" bekannt, dessen Früchte in Südtirol für Süßspeisen und in Backwaren verwendet werden. Diesen Baum werde man in Zukunft öfters in der Stadt sehen können, so Bräuninger. Diese Bäume seien vor Jahren hier gepflanzt worden und könnten überleben, solange das Klima so bleibe.

Die Teilnehmer der Führung zeigten sich von den exotischen Pflanzen auf dem Florentinerberg sichtlich angetan. Viele Pflanzen seien in China, Japan, Korea, Kambodscha und Vietnam beheimatet, würden aber dank des auffallenden tropischen Charakters und des exotischen Flairs auch in Baden-Baden kultiviert. Das Thermalwasser unter dem Boden biete Schutz und Wärme für die mediterranen Pflanzen am Florentinerberg. Man finde Magnolien, Bananen, Zitronen, Palmen, Eukalyptus, Bambus und viele weitere exotische ebenso wie auch einheimische Pflanzen, erklärte Bräuninger.

Während der Fachmann vom Gartenamt die verschiedenen Hintergründe des Berges und der Pflanzen schilderte, kam er auch auf einige Herausforderungen zu sprechen: "Dieser Ort wird auch als Ausflugsziel Jugendlicher genutzt. Es werden Schilder ausgetauscht und sogar seltene Pflanzen beschädigt." Ein Teilnehmer schlug vor, Videokameras anzubringen, um solchen Vorfällen entgegenzugehen.

Die Stadt Baden-Baden bietet weitere Park- und Gartenführungen bis Oktober mit Gärtnern und Planern des Fachgebiets Park und Garten an. Die nächste Führung findet am Mittwoch, 4. September, statt. Treffpunkt ist um 16 Uhr vor dem Kongresshaus. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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