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Viele Auflagen, wenig Unterstützung
20.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Nora Strupp

Baden-Baden - Qualitativ hochwertiges Rindfleisch direkt vom Erzeuger - was für Verbraucher gut klingt, ist für die Landwirte, die einen eigenen Bauernhof betreiben, harte Arbeit und oftmals mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Auch Familie Wäldele aus Steinbach hat mit Problemen zu kämpfen, denn viele Flächen ihres Grün- und Ackerlandes sind Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH).

Seit 1990 betreibt Klaus Wäldele gemeinsam mit seiner Frau Jennifer Lehoux-Wäldele den landwirtschaftlichen Betrieb "Wäldele's Mutterkuhhaltung". "Begonnen hat damals alles mal mit 80 Hasen", erzählt er lachend. "Irgendwann habe ich dann zwei Kälber gekauft und die Herde nach und nach aufgebaut." Mittlerweile besteht diese aus rund 50 Fleckvieh-Rindern mit Mutterkühen, einem Bullen und der Nachzucht. Als Direktvermarkter bieten die Wäldeles Fleisch und Wurstwaren an, die aus dieser Mutterkuhhaltung stammen.

Auch beim Futter für ihre Rinder achten sie auf eine hohe Qualität. Heu und Silage stammen aus eigener Produktion. Dazu bewirtschaften sie eine Fläche von 28 Hektar Grünland und 13 Hektar Ackerland. Doch genau hier fangen für die Wäldeles die Probleme an. Denn große Teile ihres Landes sind geschütztes FFH-Gebiet. Dies hat massive Auswirkungen auf die Bewirtschaftung, speziell auf das Düngen und die Menge an produziertem Futter. Denn nach dem Naturschutzgesetz darf sich der Zustand von FFH-Lebensräumen nicht verschlechtern. Eine Düngung von FFH-Mähwiesen ist zwar grundsätzlich erlaubt. Ob und wie viel gedüngt werden darf, ist allerdings abhängig vom Pflanzenbestand, der auf dem geschützten Gebiet wächst.

Im Fall der Wäldeles bedeutet das, dass sie auf den betreffenden FFH-Wiesen, die sich auf einer Fläche von fünf Hektar erstrecken, nur eine deutlich reduzierte Menge an Dünger verwendet dürfen. Das führe dazu, dass sie nicht genügend Futter hätten, um die Färsen ihrer Herde aufzuziehen und die Bullen zu mästen. Sie müssten deshalb Maissilage zufüttern und extra Mineralfutter zukaufen, damit die Tiere ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen versorgt sind, erklärt Wäldele.

Um Landwirte an diesem Punkt zu entlasten, können sogenannte "Landschaftspflegerichtlinienverträge" (LPR-Verträge) geschlossen werden. "Durch LPR-Verträge sollen finanzielle Einbußen, die durch ein FFH-Gebiet entstehen, ausgeglichen werden", erklärt Andrea Stief, Leiterin des Landwirtschaftsamtes. Doch Familie Wäldele wünscht sich nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch kommunalpolitische Unterstützung, beispielsweise bei der Suche nach einem Areal, das für den Neubau eines Stalles geeignet ist. "Wir fühlen uns alleine gelassen", so Lehoux-Wäldele. Für sie ist klar: "Es muss etwas passieren. Ansonsten gehören wir vielleicht auch zu den Betrieben, die aufhören."

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