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Auf einen Kurzurlaub in die Bertholdstraße
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Baden-Baden - Wer während eines großen Events in der Kurstadt übernachten möchte, sollte sich frühzeitig um eine Unterkunft kümmern, denn die Hotels sind oftmals schnell ausgebucht. Wer dagegen ein Wohnmobil besitzt, kann seine Urlaubsplanungen etwas entspannter angehen - nicht umsonst werden die Gefährte im Volksmund auch "Freiheit auf vier Rädern" genannt. In Baden-Baden gibt es seit einigen Jahren sogar einen Wohnmobilhafen - einige stellten ihr Fahrzeug am vergangenen Wochenende aber doch lieber direkt in der Innenstadt ab.


Gleich drei Wohnmobile, die allesamt in der Baden-Badener Bertholdstraße abgestellt worden waren, weckten am New-Pop-Festival-Wochenende Argwohn bei einem BT-Leser und seiner Tochter. "Warum auf dem Wohnmobilstellplatz in Oos sein Gefährt für teures Geld abstellen - in der Innenstadt ist es viel billiger, weil es nichts kostet", schreibt er der Lokalredaktion. Die Leidtragenden solcher "Wildcamper" sind seiner Meinung nach die Steuer zahlenden Anwohner, die ihre Pkw nicht mehr vor dem Haus parken könnten.

Ob die Camper - laut dem Beobachter zwei deutsche und ein ausländischer Reisender - ihre Fahrzeuge tatsächlich nur aus Kostengründen direkt in der Innenstadt abgestellt hatten, statt den Wohnmobilstellplatz aufzusuchen, lässt sich nur erahnen. "An fehlenden Plätzen kann es jedenfalls nicht gelegen haben", sagt Stadtpressesprecher Roland Seiter. Der Wohnmobilhafen in der Hubertusstraße sei für 26 Gefährte ausgelegt. Über das vergangene Wochenende hinweg seien aber nie mehr als 20 Plätze belegt gewesen, fügt er hinzu.

"Es kann natürlich auch sein, dass die Halter gar nicht in den Wohnmobilen genächtigt, sondern diese nur geparkt haben", sagt er. Und das sei grundsätzlich nicht verboten - zumindest, wenn kein Verkehrsschild das Abstellen solcher Fahrzeuge ausdrücklich untersagt, wie etwa in der Maria-Viktoria-Straße.

"Wenn es sich um einen öffentlichen Parkplatz handelt, bei dem ich mein Auto ohne Parkscheibe abstellen kann, dann darf dort auch ein Wohnmobil geparkt werden - auch über Nacht." Für Wohnmobile unter 3,5 Tonnen gelten laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dieselben Regeln wie für Pkw. Beim Parken auf Gehwegen ist allerdings Vorsicht angesagt, denn dies ist allgemein nur gestattet, wenn das Wohnmobil ein Gewicht von 2,8 Tonnen nicht überschreitet.

Anders verhält es sich bei Wohnwagen, die an den Pkw angehängt werden.

Wohnwagen dürfen nur begrenzt stehen

Diese dürfen laut StVO nämlich nicht auf unbegrenzte Zeit auf öffentlichen Straßen und Plätzen stehen: "Mit Kraftfahrzeuganhängern ohne Zugfahrzeug darf nicht länger als zwei Wochen geparkt werden. Das gilt nicht auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen", so die Regel. Wird jedoch der Wohnanhänger zusammen mit dem Pkw - sprich: an diesen angekoppelt - geparkt, kann das Gespann auch über einen längeren Zeitraum stehen bleiben. Allerdings nur, wenn das Parken dort nicht ausnahmsweise "nur für Pkw" erlaubt ist. Denn Wohnwagen zählen nicht zu den Pkw.

Doch egal, ob Wohnwagen oder Wohnmobil, in jedem Fall sollten es Fahrzeugbesitzer unterlassen, öffentliche Straßen zu einem Campingplatz umzufunktionieren, meint Seiter. Ein Parkplatz wie etwa in der Bertholdstraße sei nicht dazu da, um seine Campingutensilien vor dem Wohnmobil auszubreiten, sein Bettzeug zu lüften oder dort zu grillen. Genau dies hatte aber ein Camper aus Berlin von Freitag bis Dienstag getan, wie der Leser berichtet. Auch nach mehrmaligem Auffordern habe er sich geweigert, seine Campingstühle wieder im Fahrzeug zu verstauen. "Dazu gibt es unseren Wohnmobilstellplatz. Grillen auf Straßen und Gehwegen ist ohne Sondergenehmigung ohnehin unzulässig", erklärt Seiter. Er rät: In einem solchen Fall sollte das Ordnungsamt oder die Polizei informiert werden. Seit es den Wohnmobilstellplatz gibt, sei Wildcamperei aber kein großes Problem in Baden-Baden, wie Seiter ausführt: "In den vergangenen zwei Jahren sind bei der Stadt keine akuten Beschwerden eingegangen." Er hofft, dass dies auch so bleibe. Die Stadtverwaltung werde die Sache im Auge behalten.

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