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Polizeipferde wirken deeskalierend
25.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Veruschka Rechel

Baden-Baden - Durch ihre Größe flößen sie Respekt ein, doch ihr sanfter Blick aus seelenvollen, braunen Augen erstickt jede Aggression im Keim. "Selbst bei Großdemonstrationen wirken Polizeipferde erwiesenermaßen so deeskalierend wie kein anderes Einsatzmittel", sagt Heike Raddatz. Sie ist Polizeihauptkommissarin und Einsatzleiterin bei der Reiterstaffel in Mannheim, eine der beiden verbliebenen Reiterstaffel-Stationen in Baden-Württemberg. Deshalb müssen diese Spezialeinheiten im Bedarfsfall von anderen Städten angefordert werden, was zum Beispiel Baden-Baden ein- bis zweimal im Monat macht.

Heike Raddatz und Polizeiobermeisterin Christin Linowski patrouillieren an einem Freitag von 15 bis 18 Uhr durch die Parkanlagen der Kurstadt. Für ihren Einsatz haben sie den achtjährigen, niederländischen Warmblut-Schimmel "Gladiator" dabei, der mit einem Stockmaß von 1,70 Meter zu den kleineren Polizeipferden gehört (Mindestmaß 1,68 Meter).

Im Einsatz sind

grundsätzlich Wallache

Obwohl er erst im Oktober 2018 zur Reiterstaffel kam und sich noch mitten in seiner bis zu zwei Jahre dauernden Ausbildung befindet, ist er schon so cool, dass er bereits auf Streifen aller Art mitgehen kann. Sein Kumpel "Don Camillo", ein Württemberger Fuchs vom Haupt- und Landgestüt Marbach, gehört mit seinen stolzen 1,82 Metern zu den größten Polizeipferden und ist bereits voll ausgebildet.

Polizeipferde sind übrigens grundsätzlich Wallache, also kastrierte männliche Pferde, weil Hengste und Stuten zu viel Unruhe in den Stall bringen würden. "Gladiator" und "Don Camillo" gehören jeweils zu den Stammpferden ihrer Reiterinnen. "Es macht einfach Sinn, die Pferde bestimmten Reitern zuzuordnen, damit sie eine Bezugsperson haben, die jeden Tag Kontakt mit ihnen hat", erklärt Heike Raddatz. "Dadurch lassen sich Wesensveränderungen oder gesundheitliche Probleme sofort feststellen und gegebenenfalls schneller in den Griff bekommen."

Start für die Patrouille ist der Wohnmobilstellplatz in der Hubertusstraße, der genügend Platz für den Pferdehänger bietet. Hier laden die Polizistinnen ihre Pferde aus, versorgen und satteln sie. Anschließend reiten sie über die Grüne Einfahrt, am Festspielhaus vorbei, biegen beim Badischen Hof ab und weiter geht es in den Kurpark, an der Klosterwiese vorbei Richtung Lichtental und wieder zurück. Manchem wird die Verweildauer im Verhältnis zur Anfahrt von Mannheim sehr kurz erscheinen, doch um Präsenz im Kurpark zu zeigen, reicht es völlig aus, so Heike Raddatz.

Was für Außenstehende wie ein einfacher Ausflug von Pferd und Reiter nach Baden-Baden aussieht, ist eher kompliziert. Für die Reiterstreife erstellt das Polizeirevier Baden-Baden in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Offenburg anhand der Lagebildauswertung eine Gesamtkonzeption, in deren Rahmen bewertet wird, welches polizeiliche Einsatzmittel für den jeweiligen Bereich am sinnvollsten ist, wie es in der Amtssprache so schön heißt. "Für ausgedehnte Parkanlagen, in denen eine Fußstreife nur einen geringen Teil abdecken kann und Streifenwagen zum Teil gar nicht oder nur auf begrenzten Wegen fahren dürfen, sind wir einfach ideal", bringt es Heike Raddatz vereinfacht auf den Punkt. "Durch unsere erhöhte Sitzposition können wir große Bereiche bereits mit dem bloßen Auge gut überblicken."

Hinzu kommt, dass Pferd und Reiter für die meisten Menschen Sympathieträger sind. Die Hemmschwelle, den Polizisten beispielsweise etwas zu berichten, ist somit deutlich geringer als bei einem Beamten im Streifenwagen oder zu Fuß. Und abgesehen davon: Was würde der Tradition der Lichtentaler Allee gerechter werden als Ross und Reiter?

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