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"Es war klar für mich, dass man da helfen muss"
'Es war klar für mich, dass man da helfen muss'
25.09.2019 - 06:20 Uhr
Von Nora Strupp

Baden-Baden - Bei den Terroranschlägen in Sri Lanka am 21. April dieses Jahres kamen über 200 Menschen ums Leben. Viele Kinder verloren an diesem Ostersonntag auf tragische We ise ihre Eltern. Angelika Weber aus Haueneberstein möchte die Waisenkinder unterstützen und ruft deshalb eine Spendenaktion ins Leben.

Angelika Weber hat derzeit Besuch von ihrer guten Freundin Antonette Jayakantha Swenthrani Lambert. Lambert kommt aus Ettukala, einem Ortsteil von Negombo, eine Stadt an der Westküste Sri Lankas.

Weber und Lambert verbindet eine tiefe Freundschaft. Diese begann vor 37 Jahren, als Weber gemeinsam mit ihrem Mann Helmut das erste Mal nach Sri Lanka kam, um dort Urlaub zu machen. Während dieses Aufenthalts begegneten sie Lambert und ihrem mittlerweile bereits verstorbenen Ehemann. "Mein Mann hat Angelika und Helmut damals auf eine Tasse Tee zu uns nach Hause eingeladen. Das war der Anfang einer bis heute andauernden, starken Freundschaft", erzählt Lambert lächelnd.

Über ihre Heimat hat Lambert ebenfalls viel zu erzählen. "Sri Lanka ist ein schönes Land und die Leute dort sind sehr nett. Aber die Armut ist unglaublich groß", erzählt die dreifache Mutter und vierfache Oma. Diese ärmlichen Verhältnisse hat auch Weber während ihrer 15 Besuche in Sri Lanka mit eigenen Augen gesehen. Besonders schlimm war die Situation, als im Dezember 2004 ein Tsunami die Küste Sri Lankas traf. Bei der Naturkatastrophe kamen zehntausende Menschen ums Leben - unzählige Bewohner verloren ihr Zuhause.

Als Weber von einem Pater der Ordensgemeinschaft Don Bosco, mit der sie schon lange einen engen Kontakt pflegt, ein Hilferuf ereilte, zögerte sie keine Sekunde. "Es war klar für mich, dass man da helfen muss. Ich habe Gott und die Welt in Bewegung gesetzt, als ich das ganze Chaos gesehen habe. Man kann es nicht in Worte fassen. Alles war in Schutt und Asche gelegt. Es war wie ein Weltuntergang, wie eine Geröllwüste", so Weber.

2005 startete sie für die Flutopfer in Sri Lanka eine Spendenaktion. 40 000 Euro und ein Container mit Sachspenden konnte sie damals an Pater Pitu in Sri Lanka übergeben (wir berichteten).

Dieses Jahr ereilte Sri Lanka erneut eine Tragödie. Acht Explosionen erschütterten das Land, als am Ostersonntag mehrere Selbstmordattentäter unter anderem die römisch-katholische St. Sebastian's Church in Negombo angriffen. "Ich habe die Explosionen gehört", berichtet Lambert, die sich zu diesem Zeitpunkt im Nachbarort befand. "Als ich an der Kirche ankam, lagen dort überall tote Menschen." Viele Familien waren an dem Tag zum Ostergottesdienst in die Kirche gekommen. Viele Kinder verloren bei diesem Anschlag ihre Eltern.

Die Ordensgemeinschaft Don Bosco kümmert sich nun um die Waisenkinder. Auch für Weber ist es selbstverständlich, ihre Unterstützung anzubieten. "Wenn so etwas Schreckliches passiert, verfallen die Menschen dort regelrecht in eine Art Lethargie, weil sie sich ausgeliefert und hilflos fühlen", berichtet Weber, die viele Jahre im Dialysezentrum in Rastatt gearbeitet hat und nun zuhause ihre kranke Mutter pflegt. "Für die Leute in Sri Lanka ist es im Moment sehr schwierig. Sie bekommen keine Hilfe von der Regierung", weiß Lambert. "Eine Regierung, die korrupt ist", fügt Weber hinzu. Deshalb sei es ihr auch so wichtig, die Don Bosco-Organisation zu unterstützen. Denn da wisse sie, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht würde. Weber hofft darauf, dass auch diese Spendenaktion mindestens genauso erfolgreich wird wie die letzte. "Jede Spende ist eine riesen Hilfe", so Lambert.

Wer möchte, kann seine Spende bis zum 20. November an folgendes Konto richten: Angelika Weber (Kontoinhaberin), Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, IBAN: DE15 6625 0030 0050 2534 59, Stichwort: Don Bosco Waisenkinder.

Lambert wird noch bis zum 23. November in Baden-Baden bleiben, dann fliegt sie zurück in ihre Heimat. Den bis dahin eingenommenen Erlös wird sie dort Pater Ruwantha Thirimanne übergeben, der im Technical Centre der Ordensgemeinschaft Don Bosco in Sri Lanka arbeitet.

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