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Ungewöhnlich? Duschen unter Trinkwasser
28.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Seit Neuestem gibt es im Friedrichsbad vor der "Station 1" eine "Station 0", und zwar im Damen- und im Herrenbereich. Dort kann nun unter Trinkwasser geduscht werden. Ungewöhnlich und neu im historischen Bau, aber nötig. Sonst wäre auch eine Schließung des Bads im Raum gestanden.

Das machte gestern Steffen Ratzel, Geschäftsführer der Bäder- und Kurverwaltung (BKV), unmissverständlich klar. Denn nach Gesetzesvorgaben müssen sich Kunden in Bädern mit Trinkwasser abduschen können. Und das Thermalwasser, das im Friedrichsbad durch die Leitungen fließt und wegen dem die Besucher eigentlich kommen, ist eben kein Trinkwasser. Fast ein Jahrzehnt habe man sich mit der Frage befasst, wie man mit diesem Thema umgehen wolle und nun "eine ganz gute Lösung" gefunden, blickte Ratzel zurück. Die bestand aus einem erheblichen Aufwand, brachte Kosten von rund einer Million Euro mit sich - und trotzdem meinte der BKV-Chef: "Viele nehmen gar nicht wahr, dass es früher anders war." Denn das Ergebnis wirkt wenig spektakulär, sei in der Umsetzung aber sehr komplex gewesen.

Im Raum direkt vor "Station 1", wo die großen Thermalwasserduschen angebracht sind, wurden im Herren- und im Damenbereich je drei Trinkwasserduschen eingebaut. Zuvor war dort der Trockenraum mit Schränken für Handtücher. Komplex wurde die Geschichte, so erläuterte es auch der Technische Leiter der BKV, Jürgen Fischer, da durch Denkmalschutzauflagen mit Wänden und Decken ganz vorsichtig umgegangen werden musste. Zudem habe man nicht einfach bestehende Leitungen, durch die das Thermalwasser fließt, für Trinkwasser benutzen können, da Trinkwasser mit einem viel größeren Druck gepumpt werde, was die Leitungen zerstört hätte. So wurde laut Fischer ein neues Wassersystem eingebaut, der Warmwasserbereiter vergrößert und zahlreiche Leitungen verlegt. Davon sind für die Badegäste lediglich eine Marmorwand, die Duschköpfe samt Armaturen und Trennwände aus Milchglas wirklich sichtbar.

Für diese , wenn auch teure, Lösung habe man sich entschieden, weil so der "historische Parcours" mit seinen Stationen erhalten bleiben könne, bekräftigten Ratzel und Jürgen Kannewischer, Carasana-Geschäftsführer, unisono. "Die Gäste kommen ja wegen des Thermalwassers", sagte Kannewischer, um das besondere Gefühl und die merklich andere Haptik des Wassers zu spüren. Nicht ohne Stolz hob Kannewischer hervor, dass das Friedrichsbad das einzige Bad in Europa aus dieser Zeit (Eröffnung war 1877) sei, das noch so den Betrieb aufrecht erhält.

Vor einigen Tagen habe mit der Fertigstellung des Damenbereichs das große Projekt nun seinen Abschluss gefunden, sagte Ratzel. Seit Mai war gebaut worden, man sei im Zeitplan geblieben.

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