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Sauwetter zum Projektstart "Wilde Sau"
04.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Baden-Baden - "Ich freue mich, dass wir bei diesem Sauwetter, die Wilde Sau rauslassen" - mit diesen Worten begrüßte Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen am Dienstagvormittag im Restaurant Wolpertinger die zum Start des Pilotprojekts "Wilde Sau" Anwesenden. Es sollte nicht das einzige Wortspiel in diesem Kontext bleiben.

Da das Land Baden-Württemberg das für drei Jahre anberaumte Projekt mit 246 000 Euro an Fördermitteln unterstützt, war Landwirtschaftsminister Peter Hauk anwesend. Laut Hauk ist das Ziel des Projekts und der Aktionswochen, das "hochwertige Wildbret der Region" zu vermarkten. Rolf Berlin, Vorsitzender der Naturparkwirte, formulierte es so: "Wir wollen eine Wertschätzung für Wildschweinprodukte etablieren, denn der Vertriebspreis für Wildschweinfleisch in den vergangenen Jahren war ein Skandal."

Die Idee zum Pilotprojekt stammt von Karl-Heinz Dunker, dem Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Gemeinsam mit Projektkoordinator Uwe Baumann hat man Aktionen und Veranstaltungen geplant, ein Netzwerk aus Kooperationspartnern gebildet, ein Logo entwerfen lassen und sogar ein Start-up für den Vertrieb von Kleidung mit "Wildsau"-Motiven gefunden. So gibt es jetzt Shirts, Socken, Schürzen, Schilder und Mützen mit dem Konterfei des Borstentiers zu kaufen.

Hauk sprach von "einem gedeckten Tisch aus Bucheckern und Eicheln - paradiesische Zustände für Wildschweine". Naturparkwirt Berlin stellte fest: "Es gibt nichts Besseres als Fleisch von einem Tier, das im Schwarzwald gefressen hat, was es wollte."

Verbraucherschutzminister Hauk sagte: "Wer sich gesund ernähren möchte, sollte Wild essen, am besten sieben Tage die Woche." Diesen Tipp versuchte er mit einer kürzlich veröffentlichten Studie, wonach Fleischkonsum nicht so ungesund sei, wie bisher behauptet, zu untermauern. Auf diesem Gebiet gibt es aus Sicht vieler Wissenschaftler noch nicht ausreichend Studien, um das zu belegen. Zudem könnte so mancher, der sich an Hauks sicher nicht bierernst gemeinten Empfehlung orientieren möchte, vielleicht bei der Lektüre der Broschüre zur Aktion doch ins Stutzen kommen. Denn darin heißt es auch, dass die klugen Tiere über einen "perfekten Geruchs- und Gehörsinn, eine sehr gute Gedächtnisleistung und beste Lernfähigkeit verfügen". Wildschweine sind zudem wertvoll für den Wald, lockern den Boden auf und schaffen optimale Bedingungen für Keimlinge. Laut einem Naturpark-Faltblatt wachsen in "Wildschweinwäldern" drei- bis viermal so viele Bäume nach wie in anderen Wäldern.

Bis 30. November dauern die "Wilde-Sau"-Aktionswochen. 18 von 50 Naturparkwirten machen mit. Naturpark-Geschäftsführer Dunker schätzt, dass bei vielen Köchen das Know-how bei der Zubereitung von Wildbret fehlt. Das wolle man mit dem Projekt, das auch Kochkurse beinhaltet, ändern. Aus der Region sind das Restaurant Wolpertinger und die Geroldsauer Mühle in Baden-Baden, das Restaurant Bergfriedel (Bühlertal), das Nationalpark-Hotel Schliffkopf und das Wellness-Hotel Tanne Tonbach in Baiersbronn, das Berghotel Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße sowie das Lamm in Bad Herrenalb mit dabei.

Am Dienstag, 5. November, findet ab 15.30 Uhr eine Revierführung für Nicht-Jäger mit anschließender Tafelrunde im Wolpertinger statt. Und beim Adventsmarkt in Gaggenau gibt es vom 29. November bis 15. Dezember "Pulled Pork" aus dem Smoker, Bratwürste und Burger vom Wildschwein. Informationen und Rezepte finden sich im Internet:

www.wilde-sau.net

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