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Kenner beider Kulturen informieren in der Moschee
Kenner beider Kulturen informieren in der Moschee
05.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Anne-Rose Gangl

Baden-Baden - Viele Interessierte aus Baden-Baden, Bühl und benachbarten Gemeinden gingen am Donnerstag mit weniger Vorurteilen, aber mehr Wissen um Gemeinsamkeiten nach Hause. Sie hatten in der Fatih-Moschee in Steinbach die Gelegenheit genutzt, sich beim bundesweiten "Tag der offenen Moschee" über den Islam und die Menschen, die diesen Glauben leben, zu informieren.

Wie jedes Jahr am 3. Oktober seit dem Jahre 1997 öffneten am Donnerstag bundesweit rund 1 000 Moscheegemeinschaften im Rahmen des "Tages der offenen Moscheen" ihre Pforten. In diesem Jahr hatte der Koordinationsrat der Muslime (KRM) den "Tag der offenen Moschee" unter das Motto "Menschen machen Heimat/en" gestellt.

"Wir sind Vermittler und Ansprechpartner und kennen beide Kulturen", sagte Sehri Kilic von der Gemeinde des türkisch-islamischen Sozial- und Kulturvereins Baden-Baden. Die Gemeinde zählt mehr als 3 000 Gläubige und wurde als Verein im Jahre 1981 in Steinbach von damaligen Gastarbeitern gegründet.

Die ersten Räumlichkeiten habe es in der alten Grundschule Steinbach gegeben. Die erste Moschee, die unter dem Dach der türkisch-islamischen Union (DITIB) aufmachte, war in den Anfangsjahren eine Holzbaracke. Erst im Jahre 2001 habe man in der jetzigen Fatih-Moschee im Gewerbegebiet Ste inbach eine neue Heimat gefunden, so Sehri Kilic, der in der Türkei aufwuchs, Grundschullehrer studierte und wegen seiner Ehefrau, einer Deutsch-Türkin, nach Deutschland kam. Er ist Mitbegründer des Runden Tisches Asyl in Baden-Baden.

Über zwei Heimaten kann auch Yilmaz Okur sprechen, Kultur- und Dialogbeauftragter der Gemeinde. Er kam als kleiner Junge im Alter von vier Jahren nach Deutschland und wuchs in Steinbach auf. "Mein Opa war der erste Imam hier in der Gemeinde", erzählte er den vielen Besuchern, die am Donnerstag die Gelegenheit nutzten, um die in prächtigen blauen Kacheln erstrahlende Moschee zu besichtigen und sich über den Glauben, die fünf Gebete am Tag und die vielen Gemeinsamkeiten, die in Bibel und Koran verankert sind, informieren zu lassen.

Er erklärte, dass die Pflichtgebete in arabischer Sprache gesprochen werden, die Mitgebete kann jeder in seiner Muttersprache sprechen. Verwundert waren einige Besucher, dass bereits um 5.37 Uhr das erste Morgengebet gesprochen werden muss. Die Besucher erfuhren, dass Islam-Gläubige vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang beten, dass das Wort Imam für den Vorbeter in der Moschee Glauben bedeutet. Fragen wurden gestellt nach dem Baustil, nach der Art des Gebetes, nach den islamischen Festen - und auf alle Fragen gab es Antworten.

Nach den Führungen wurden die Besucher im Aufenthaltsraum zum Essen eingeladen. Die Frauen des Kulturvereins hatten bereits am Tag zuvor und am frühen Donnerstagmorgen viele türkische Spezialitäten vorbereitet, die zu Cai und frischen Trauben den Tag versüßten.

"Wir brauchen noch mehr Gespräche miteinander, um uns besser kennenzulernen", sagte Sehri Kilic, der auch deutsche Schulklassen gerne zu Führungen empfängt.

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