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Straßenrand statt Parkgebühr
05.10.2019 - 08:19 Uhr
Von Marvin Lauser

Baden-Baden - Ärger, der sich in Form von E-Mails, Leserbriefen oder im Stadtgespräch äußert und Unverständnis ob der Entscheidung der Stadt, die Pendlerparkplätze "Oos West" und "Oos Süd" zu monetarisieren, bekommt man seit Einführung der Parkgebühren gehäuft mit.

Doch wie ist die Situation vor Ort? Ein Selbstversuch: Das digitale Parkleitsystem zeigt gestern um kurz nach neun Uhr 154 freie Parkplätze in "Oos Süd" und 90 freie Plätze in "Oos West" an. Das kann zum einen am gerne genutzten "Brückentag" zwischen dem Tag der D eutschen Einheit und dem Wochenende liegen, zum anderen aber auch daran, dass viele Menschen nun auf umliegende, kostenlose Parkmöglichkeiten entlang der Straßen ausweichen.

9.35 Uhr: Eine junge Polo-Fahrerin fährt auf den Parkplatz "Oos West" zu. Dort wird sie von einer Schranke gestoppt. Anstatt ein Ticket zu lösen, dreht die junge Frau um und versucht ihr Glück entlang der Flugstraße und im Rollfeld.

Ein Iffezheimer, der bisher gelegentlich den Pendlerparkplatz genutzt hat, "findet es grundsätzlich gut", dass es den überdachten Parkplatz in Bahnhofsnähe gibt und akzeptiert auch, dass die Nutzung etwas kostet, fragt sich aber, wie konkret er beispielsweise ein Monatsticket lösen kann. "Ich werde mir eines holen", kündigt er dennoch an. Abgestellt hat er sein Auto aber nicht auf dem kostenpflichtigen Parkplatz, sondern am Rand der Flugstraße. "Ich würde mich über Fahrradboxen freuen", so der Mann.

Gleiches gilt für Beate Haungs aus Söllingen. Sie will mit dem Zug ins Allgäu fahren und kündigt an: "Künftig werde ich mit dem Auto fahren, weil ich keine 15 Euro Parkgebühr zahlen kann und will". Sie habe bereits eine E-Mail an die Stadt geschrieben: "Ich finde, das geht gar nicht. Wie kommt die Stadt auf die Idee?" Bei der städtischen Parkgaragengesellschaft (PGG) sind bis zum Wochenende laut Stadtpressesprecher Roland Seiter "bereits einige Beschwerden eingegangen".

Auf BT-Nachfrage hat die Stadt Vergleichszahlen zur Belegung der kostenpflichtigen Parkplätze angegeben: Vergangenen Mittwoch, dem Tag nach der Einführung der Parkgebühren, sind laut Seiter zur Mittagszeit 72 von 188 Parkplätzen in "Oos West" und 99 von 296 Parkplätzen in "Oos Süd" belegt gewesen. Die PGG geht davon aus, dass sich "das künftig ändert". "Es muss sich erst einspielen", so Seiter. Vor der Gebühreneinführung hat man laut Stadtpressesprecher keine Daten erhoben.

Gegen die Brückentag-These spricht, dass der kostenfreie Parkplatz "Oos Nord" am Morgen bis auf den letzten Platz belegt ist und sich entlang des Bahnwegs, der Güterbahnhof- und der Flugstraße Auto an Auto reiht. Außerdem hört man derzeit von Pendlern, die erheblich früher aufstehen, um einen gebührenfreien und bahnhofsnahen Parkplatz zu finden.

Familie Götz aus Rheinmünster, die mit der Bahn auf den Wasen fahren will, wusste bis gestern nichts von den neu eingeführten Parkgebühren, findet diese aber nicht gut. Für den Familienvater "passen die Gebühren nicht zu einem modernen Verkehrskonzept". Beate Haungs stößt mit ihrer Ankündigung, künftig mit dem Auto und nicht mit der Bahn zu verreisen, in die gleiche Richtung. Beide zeigen Unverständnis für die Kostenerhebung. Die Stadt begründet diese mit der "Befestigung der Parkplätze", um zum Beispiel große Pfützen zu vermeiden, und argumentiert, dass "nun sichtbar mehr Parkplätze als zuvor zur Verfügung" stünden.

Auf der Homepage der Stadtwerke kann man die aktuell freien (kostenpflichtigen) Parkplätze einsehen.

www.stadtwerke-baden-baden.de

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Von Dr. Frank Bories am Sonntag, 06.10.2019 um 06:53 Uhr
Straßenrand statt Parkgebühr
Die ganze Welt diskutiert über den Klimawandel, und kaum jemand bezweifelt die Notwendigkeit, sofortige Maßnahmen zu dessen Stopp einzuleiten. Und was macht die Stadt Baden-Baden: Leitet Maßnahmen ein, um klimafreundliches Verhalten ihrer Bürger zu bestrafen. Es wäre wünschenswert, dass sich eine solche absurde kommunalpolitische Entscheidung negativ auf den Antrag als UNESCO Welterbe auswirkt, denn hierbei geht es zentral um die Verantwortung für Naturschutz zum Erhalt der Menschheit (vgl. https://www.unesco.de/kultur-und-natur/welterbe)
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