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"Das Buch geht nicht unter"
16.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Baden-Baden - Wenn heute die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten öffnet, geht es auch für Ulrike Altig rund. Die Geschäftsführerin des Baden-Badener Marktforschungsunternehmens Media Control hat bis Samstag dann mit zwei Kollegen über 100 Termine zu meistern. Aber sie ist routiniert - schließlich ist sie schon seit über 20 Jahren auf der großen Messe präsent.

Für das fünfköpfige "Buch-Team" im Unternehmen nehme die Vorbereitung der Buchmesse schon seit Monaten viel Zeit in Anspruch, erzählt Altig. Seit bekannt ist, dass Norwegen in diesem Jahr Ehrengastland ist, kommuniziere man beispielsweise ständig mit den Nordeuropäern. Und Altig kann auch gleich gute Gründe nennen, warum Norwegen eine gute Wahl ist: Die Norweger würden mehr lesen als alle andere europäische Nationen, und "dort gibt es ganz starke Autoren". Nicht nur das hat Media Control genauer unter die Lupe genommen.

Drei große Themen hat sich Media Control, offizieller Ermittler für Charts und Marktanalysen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, nämlich für die Buchmesse herausgepickt: norwegische Buchtitel, Spiele im Buchhandel und das digitale Hörbuch. So haben Altig und ihr Team ausgewertet, welcher Titel eines norwegischen Autors der meistverkaufte in Deutschland ist: Das ist "Die Geschichte des Wassers" von Maja Lunde in der Belletristik und "Messer - Ein Fall für Harry Hole" von Jo Nesbo im Segment Krimi/Thriller. Maja Lunde wird laut Altig auf dieser Grundlage in Frankfurt auch mit einem Preis ausgezeichnet.

Zweites großes Thema sind die Charts für "Spieleprodukte im Buchhandel". Zum ersten Mal sei dieses Ranking nun erstellt worden, berichtet Altig. Im Branchenmagazin des Spielwarenhandels sollen sie ab sofort regelmäßig veröffentlicht werden. Das wollen Altig und ihr Team in Frankfurt verstärkt bekannt geben. Aber braucht man denn für den Verkauf von Spielen im Buchhandel Charts? Karlheinz Kögel, Gründer des Baden-Badener Unternehmens, sagt Ja - und zwar für die Kunden zur Orientierung. Denn Buchhandlungen seien heutzutage ein "Treffpunkt" für alle Altersklassen und würden vieles neben dem Buch aufgreifen. So habe eben auch der Absatz von Spieleprodukten dort zugenommen. Und so laufen bei Media Control in Zukunft noch ein paar mehr Daten ein und mehr Charts aus - momentan sind es laut Altig schon 528 monatlich.

Als drittes Thema steht das digitale Hörbuch im Mittelpunkt. Auch in diesem Bereich sei es ganz neu, dass Charts erstellt werden, erläutert Altig. Auch diese Info soll auf der Buchmesse publik gemacht werden. Laut der Geschäftsführerin geht der Kauf von physischen Hörbüchern stark zurück, während die digitalen einen "richtigen Boom" (18 Prozent Steigerung im Vergleich zu 2018) verzeichneten. "Trendy" sei es vor allem, Hörbücher zu streamen, fügt Karlheinz Kögel hinzu.

Und das klassische Buch? Immerhin ist Media Control vor allem ja auch offizieller Marktforscher der Buchbranche. "Das Buch geht nicht unter!", ist sich Kögel sicher. Und Altig belegt die Aussage sofort mit Zahlen: Um zwei Prozent sei der Buchmarkt aktuell gewachsen, und 500 000 Leser mehr habe man 2019 schon gewonnen. "Das Buch hat was Beständiges in der schnelllebigen Welt", meint Kögel fast schon romantisch. Ebenso beständig fast, wie Altig die Buchmesse besucht. Trotz ihres durchgetakteten Terminkalenders in Frankfurt freut sie sich sehr darauf: "So anstrengend es auch ist, so toll ist es auch!"

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