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Mögliches Prädikat als Zugpferd und Qualitätssiegel
Mögliches Prädikat als Zugpferd und Qualitätssiegel
25.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Baden-Baden - Im strategischen Entwicklungsplan "Baden-Baden 2030" ist explizit die Kinder- und Familienfreundlichkeit genannt. Im Zuge dessen hat die Stadt sich um das Prädikat "Familienbewusste Kommune Plus" beworben.

Christoph Rukavina-Gruner, stellvertretender Fachgebietsleiter Kindertagesbetreuung und Jugendförderung, erläuterte am Mittwochabend im Jugendhilfeausschuss, was die Stadt sich davon erhofft. "Es gibt bereits eine Vielzahl von Angeboten, mit Prädikat würden sie aber besser sichtbar werden." Die Stadt hat den Antrag beim verleihenden Verein "Netzwerk Familie Baden-Württemberg" bereits gestellt, den Fragenkatalog zur Selbsteinschätzung ausgefüllt und im Oktober eingereicht. Die 260 Fragen beziehen sich auf elf verschiedene Handlungsfelder, darunter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

CDU-Stadträtin Cornelia von Loga erkundigte sich, ob auch Familien befragt worden sind. Steffen Miller, Leiter des Fachgebiets Kindertagesbetreuung und Jugendförderung, verneinte das. Kaiser ergänzte, dass dies im Fragekatalog nicht vorgesehen sei. Von Loga entgegnete daraufhin: "Familien können sicher am ehesten sagen, wo der Schuh drückt."

Kaiser kündigte an, in den Baden-Badener Stadtteilen diesbezüglich einen Prozess anzustoßen, "der durch eine Befragung ergänzt werden könnte".

Bei der Selbsteinschätzung hat sich die Stadt laut Rukavina-Gruner "um die 80 Prozent" gegeben, laut der Webseite von "Familienbewusste Kommune Plus" muss Baden-Baden mindest 65 Prozent erreichen. Weiter heißt es dort: "Wenn bei der Selbsteinschätzung die Mindestpunktzahl erreicht wird, kann davon ausgegangen werden, dass die Voraussetzungen für eine Verleihung des Qualitätsprädikats gegeben sind".

Argument im

Werben um Fachkräfte

Bürgermeister Roland Kaiser "ist gespannt, ob sich die Selbsteinschätzung mit dem Ergebnis der Prüfer deckt". Fachgebietsleiter Miller und SPD-Stadträtin Karin Fierhauser-Merkel sehen schon die Selbsteinschätzung "als Chance, um bereits jetzt an Schwachstellen zu arbeiten".

Die Prüfung durch den Expertenbeirat des Vereins läuft noch bis Ende des Jahres. Laut Kaiser ist Manfred Becker, ehemaliger Amtsleiter für Jugend und Familie der Stadt Pforzheim, zur Überprüfung der Daten vor Ort. Ein Ergebnis wird frühestens im Januar erwartet.

SPD-Stadtrat Werner Schmoll fragte: "Ist schon mal eine Stadt durchgefallen?" Laut Kaiser gab es schon Kommunen, die durchgefallen wären, aber entsprechend nachgebessert hätten.

Die Erstverleihung des Prädikats kostet die Stadt laut der Homepage von "Netzwerk Familie Baden-Württemberg" 3 900 Euro. Das Zertifikat gilt für vier Jahre. Anschließend muss es, sofern gewünscht, erneut beantragt werden.

Bürgermeister Roland Kaiser führte als Vorteil einer gelungenen Zertifizierung an, dass man diese künftig bei Stellenausschreibungen mit angeben könne. In Zeiten des Fachkräftemangels könnte das ein entscheidender Faktor für Bewerber sein. Außerdem sei es "ein Qualitätssiegel für den Fachbereich", sagte Kaiser.

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