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Blasmusik klingt durchs ganze Schulhaus
04.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Alois Huck

Sinzheim - Die Prüfung zum Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) am vergangenen Samstag in der Sinzheimer Lothar-von-Kübel-Realschule wartete mit einer Neuerung auf. Ab sofort können auch Erwachsene unter denselben Bedingungen wie die Kinder und Jugendlichen das Leistungsabzeichen ablegen.

Darüber freute sich zwischen den Prüfungen Tobias Wald (MdL), der Präsident des Blasmusikverbandes Mittelbaden, der etliche Stunden die Gelegenheit wahrnahm, mit Vereinsverantwortlichen und Dirigenten ins Gespräch zu kommen. "Ich habe großen Respekt vor den Jugendlichen, die sich der anspruchsvollen Prüfung stellen", war seine Meinung. Stolz war Wald auch darauf, dass auf Initiative seines Verbandes die Musikakademie des Bundes deutscher Blasmusikverbände in Staufen den Weg für die Erwachsenenprüfung geebnet hat.

Große Ehrung Ende November im Kurhaus

Als erste und einzige Erwachsene stellte sich die 39-jährige Tanja Eckerle vom Musikverein (MV) Steinbach den Anforderungen. Trotz ihrer 30-jährigen Erfahrung als Musikerin konnte sie ihr Lampenfieber nicht ganz verbergen, als sie mit ihrem Horn vor dem Prüfungsraum "Bronze" auf ihren Aufruf wartete. Nach Klarinette und Flügelhorn ist das Horn nun das dritte Instrument, das sie im Orchester spielt. Ein Privatlehrer hatte ihr das Spielen auf dem Blechblasinstrument mit seinem füllig-warmen, kräftigen und homogenen Klang beigebracht. Nach zehn Minuten war die Praxisprüfung mit einem "sehr gut" überstanden. Die theoretische Prüfung war kein Problem, da sie als Ausbilderin die Trompeten- und Hornprüflinge des Vereins in Theorie und für die Praxis auf das JMLA vorbereitet.

169 Prüflinge bevölkerten zusammen mit ihren Ausbildern die Gänge in der weitläufigen Schule. Die Türen zu den zahlreichen Klassenräumen waren mit Schildern beklebt, die mit Bronze 1-5 und Silber 1-4 bezeichnet waren. Jeweils zwei Prüfer nahmen die praktische Prüfung ab. In weiteren Klassenzimmern legten die Jungmusiker die theoretische Prüfung schriftlich für die Abzeichen in Bronze und Silber ab.

Etwa 33 Prüfer, darunter etliche Dirigenten sowie erfahrene Jugendleiter mit Zusatzausbildung, waren nach ausgearbeiteten Plänen in die Prüfungsräume verteilt. Weitere Helfer sorgten in den Fluren und den Treppenhäusern dafür, dass die Jungmusiker ungestört ihr Pensum absolvieren konnten.

45 Vereine des in vier Bezirke aufgeteilten Blasmusikverbandes hatten 169 Prüflinge angemeldet, für die das Ablegen des JMLA meist Voraussetzung ist, um im Stammorchester mitspielen zu können. In der Orchesterprobe wird die "Musikersprache" mit Fachbegriffen verwendet, welche die Nachwuchsmusiker kennen sollten. Die Prüfung für das JMLA in Gold wird nach einem einwöchigen Seminar an der Musikakademie in Staufen abgelegt. Alle Absolventen werden dann gemeinsam am Sonntag, 24. November um 14.30 Uhr im Bénazetsaal des Kurhauses Baden-Baden mit dem entsprechenden Abzeichen ausgezeichnet. 103 Jungmusiker haben das Abzeichen in Bronze und 48 in Silber bestanden.

Auf die Aushändigung des Abzeichens freut sich auch Gina-Marie Spinner vom MV Unzhurst. Die 14-Jährige spielt seit vier Jahren Querflöte und besucht die Realschule Rheinmünster. Sie hatte die Ferienwoche genutzt, um sich intensiv auf die Prüfung vorzubereiten. Die Schwestern Annika (17 Jahre, Klarinette) und Alina Urnauer (13 Jahre, Saxofon) vom MV Sinzheim bestanden die Prüfung in Silber. Schon ihr Uropa und ihr Opa waren Musiker beim MV Sinzheim und ihre Eltern sind schon Jahrzehnte Musiker im Verein. Alina gehörte im Jahr 2014 der ersten Bläserklasse des Sinzheimer Musikvereins an.

Mit seinem bei Blasmusikvereinen relativ seltenen Instrument, einem Fagott, stellte sich der 15-jährige Jan Borowski den Prüfern für das silberne JMLA. Vor vier Jahren hatte er die Liebe zu diesem Holzblasinstrument entdeckt und hat beim MV Bühlertal einen weiteren Fagottspieler als Kollegen. Der reibungslose Ablauf der Prüfung erfordert eine enorme organisatorische Leistung. Doch die erfahrenen Verbandsjugendleiterinnen Svenja Krimmel und Beate Schmidt, sowie die Schriftführerin Tanja Riedinger mit der Finanzverwalterin Beate Ziegler stemmen dies mit vereinten Kräften. Die Sinzheimer Lothar-von-Kübel-Realschule habe sich seit vielen Jahren für den Prüfungstag bewährt, sind sie einer Meinung und der Schulleitung dafür dankbar. Auch die Verpflegung der Prüflinge durch die Jugendkapelle des MV Sinzheim klappte hervorragend.

Auch theoretische Kenntnisse gefragt

Neben der praktischen Prüfung am Instrument und einem schriftlich-theoretischen Teil gehören auch Rhythmik und Gehörbildung zum Prüfungsumfang. Im praktischen Prüfungsteil müssen die Prüflinge drei Tonleitern spielen, vom Blatt spielen und zwei von vier Stücken aus den Literaturlisten vortragen, die sie in der Prüfungsvorbereitung geübt haben. Die gute Vorbereitung auf die Prüfung sei das A und O, darin waren sich die Prüfer einig. Um den Prüflingen das Lampenfieber zu nehmen, bereiten manche Vereine ihre JMLA-Aspiranten in gestellten Prüfungssituationen auf das Prozedere vor. In der Rhythmik und Gehörbildung ist unter anderem ein rhythmisches Diktat gefordert sowie die Bestimmung der Intervalle bis einschließlich zur Oktave. Darüber hinaus müssen Aufbau und Struktur von Dur-Tonleitern bekannt sein und der Quintenzirkel ist ebenfalls Teil der Prüfung. Die Anforderungen für das silberne Abzeichen sind bedeutend größer. Wer das seltene goldene Abzeichen schafft, ist in den Vereinen ein musikalischer Leistungsträger und hat gleichzeitig das Rüstzeug für die Dirigentenausbildung (C3).

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