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Ein "Lückenschluss" auf der Talachse
07.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Franz Vollmer

Die Schneise ist längst geschlagen, jetzt muss das letzte Puzzleteil nur noch begehbar beziehungsweise beradelbar gemacht werden. Der Grünzug zwischen der Blutbrücke (Sinzheimer Straße) und Kreithgrabenbrücke ist das letzte Teilstück, das dem kombinierten Geh- und Radweg "Grüne Einfahrt" noch zum Glück in Richtung Ost-West und Bahnhof Oos fehlt. Der Spatenstich hierfür erfolgte gestern - und es war zugleich ein doppelter. Denn zeitgleich gab das städtische Tiefbauamt auch den Startschuss für die Sanierung der Kreithgrabenbrücke, mit der ebenfalls eine wichtige Verbindungslinie zwischen Güterbahnhofstraße und Bahnweg realisiert wird.

"Mit diesem Teilstück kann man letztlich vom Bahnhof Oos bis zum Kloster Lichten-thal laufen oder radeln", freut sich Gartenamtsleiter Markus Brunsing über diese wichtige und ebenso komfortable wie attraktive Verbindung abseits der Hauptverkehrsadern. Auch Bürgermeister Alexander Uhlig sprach von einem "schönen Lückenschluss" auf dem insgesamt knapp neun Kilometer langen Trakt, er bildet somit via Wörthböschel "eine durchgängige Talachse" (Uhlig) in die Innenstadt.

Die 250 Meter lange und drei Meter breite neue Teilstrecke führt entlang des Oos-Verbindungskanals und der alten Bahntrasse, sprich der in den frühen 70er Jahren stillgelegten Stichbahn. Nicht zuletzt ist mit ihr auch der Anschluss an den Pamina-Radweg hergestellt.

Die Kosten für das Projekt betragen rund 310 000 Euro. Die Maßnahme genießt als Teil des Radnetzes Baden-Württemberg hohe Priorität und wird aus dem Programm zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs vom Regierungspräsidium zu rund einem Drittel (109 000 Euro) unterstützt.

Bis zum gestrigen Startschuss war allerdings einiges an Fallstricken artenschutzrechtlicher und ökologischer Art zu entwirren - Stichwort Fledermaus oder Gewässerabstand. "Das war nicht so leicht, hier einfach einen Weg durch zubahnen", erklärt Uhlig. Allein schon bei dem Meer an Brennnesseln und vor allem Brombeerhecken, das es zu entroden galt. "In den letzten 20 Jahren wurde hier vermutlich nichts mehr gemacht. Von einem Durchgang war im Frühjahr noch wenig zu sehen", berichtet Brunsing.

Seinen Angaben zufolge mutiert das Terrain jedoch - anders als in der "Grünen Einfahrt" - nicht zur Parkanlage, sondern erhält "eher einen naturnahen Charakter". Der umfangreiche Gehölzbestand bleibt als Saum erhalten. Passend hierzu besteht der Belag nicht aus gelbem, sondern schwarzem Standardasphalt. Auch bei der Beleuchtung - für die es ebenfalls Fördergelder gibt - hat man auf geringst mögliche Lichtemmissionen geachtet.

Wobei die Bahntrasse selbst, sprich der Schotteruntergrund laut Planungsteamleiter Bernd Angstenberger "kein Nachteil" ist, dem Ganzen im Gegenteil viel Stabilität verleiht. "Das ist ein idealer Untergrund. Was eine ganze Lok tragen kann, kann sicher auch Radler und Fußgänger tragen", so Angsten- berger augenzwinkernd. Vonnöten seien allerdings diverse Bodenausgleichsmaßnahmen, damit das Ganze gut begehbar ("Es gibt lediglich einen leichten Anstieg") sei.

Kreithgrabenbrücke wird komplett saniert

Auch mit der Komplett-Sanierung der Kreithgrabenbrücke wird künftig eine wichtige Verkehrsader kurzgeschlossen, allerdings nur für Busse, Radfahrer und Fußgänger (wir berichteten). Das Verbindungsstück sorgt inklusive der Baumaßnahmen in Bahnweg und Güterbahnhofstraße dafür, dass die in Oos stationierten Linienbusse künftig auf direktem Wege vom neuen Busdepot zum Bahnhof Oos fahren können. Was deutlich Zeit und Aufwand spart. Für die Erneuerungsmaßnahmen ist der Durchgang komplett gesperrt.

Die Sanierung war, da laut Uhlig die bisherige Brücke "nicht mehr den Belastungen standhielt" und selbst statische Verbesserungsmaßnahmen nicht griffen, letztlich unumgänglich. Die Brücke wird komplett abgebrochen, mit entsprechenden Widerlagern und Überbau leicht versetzt und gedreht zum Bestand hergestellt. Auch die Bestandsleitungen der Stadtwerke in der Brücke werden neu verlegt. Als Kosten für diese Maßnahme - sie soll bis April 2020 abgeschlossen sein - sind rund 600 000 Euro brutto veranschlagt. Aus dem kommunalen Sanierungsfond gibt es 194 000 Euro an Zuschuss.

Für die Planungen der beiden Maßnahmen zeichnet das Ingenieursbüro Baumeister verantwortlich. Was laut Uhlig den Vorteil hat, dass die Arbeiten idealerweise "aus einem Guss vonstattengehen und man sich nicht ins Gehege kommt". Die Arbeiten selbst werden von den Firmen Rendler (Brücke) und Oettinger (Fuß-/Radweg) ausgeführt.

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