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Aktiv gegen die Klimakrise
Aktiv gegen die Klimakrise
08.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Am Mittwochabend hat sich in der Kurstadt eine Ortsgruppe der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion Deutschland gegründet. Der Ableger gründete sich als Verein mit dem Namen "Extinction Rebellion Baden-Baden e. V." (XR Bad). Die Urheber des Vereins stammen aus dem Rebland. Zur Versammlung kamen rund 20 Personen - rund ein Drittel aus dem Rebland - in den Lichtentaler Löwen.

Die Gründung erfolgte nach rund drei Stunden, nachdem durch eine Gruppe junger XR-Aktivisten aus Karlsruhe die Versammlung aus dem Ruder gelaufen war und die jungen Leute letztendlich die Versammlung verlassen hatten (siehe hierzu "Zum Thema").

Laut Satzung verfolgt der Verein die "Förderung des bürgerschaftlichen Engagements". Als Vereinszweck stellen sich die Initiatoren vor, durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen auf den dringenden Handlungsbedarf angesichts der existenzgefährdenden Klimakrise aufmerksam zu machen. Hierzu wurden unter anderem öffentliche Vorträge zur "Erd-Überhitzung und ihre Folgen", öffentliche künstlerische Darbietungen wie Gesang, Tanz, Malerei sowie die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen genannt.

Da sich die Mitglieder den freiheitlich-demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlen und Gewalt prinzipiell ablehnen, wollen sie ihre Aktivitäten auf dem "Boden der Verfassung" organisieren, erfuhren die Gäste. Der in der Kurstadt lebende Journalist Franz Alt hat den Mitstreitern schriftlich seine Unterstützung zugesagt.

Kennengelernt haben sich die Initiatoren vor einigen Wochen bei einer Demonstration auf dem Flughafen Baden-Baden. Dort wies Urheber Albrecht Gaffga mit einer Tafel auf den Umweltschaden durch die Vielfliegerei hin. "Die Zeit ist reif, in Baden-Baden etwas aus der Taufe zu heben", stellte sich Gaffga den Gästen vor. Denn die schlimmen Folgen des Klimawandels würden vor dem idyllischen Rebland und der paradiesischen Natur um die Kurstadt nicht Halt machen. Der Steinbacher ist seit den siebziger Jahren für den Schutz der Schöpfung unterwegs: "Das Wirtschaftswachstum ist bis heute ein Dogma." Leute, die das in Frage stellen, seien bis heute in der Minderheit, stört sich der 61-Jährige an der Untätigkeit der Politiker. Nach Ansicht von Michael Fritz, der gebürtig aus dem politisierten Teil Neuweiers, der Schneckenbach, stammt, "bewegen die Grünen klimapolitisch gar nichts. XR oder nichts", kündigte der 49-Jährige an.

Die Anwesenden - darunter vorwiegend Angehörige der mittleren und älteren Generation, die von CDU, über SPD, Grüne und Linke auch in politischen Parteien aktiv sind - sprachen über ihre Erfahrungen mit Protest in Form des zivilen Ungehorsam aus Zeiten der Friedensbewegung, der Anti-AKW- und der Frauenbewegung. "Ich lasse mich verhaften, wenn es sein muss", sagte eine 64-jährige Besucherin aus dem Ortenaukreis. "Ich habe Erfahrung damit, mich von der Polizei wegtragen zu lassen", stellte eine 70-jährige Aktivistin fest. "Politiker werden als saturierte Schwätzer erlebt. Ich habe diese Passivität so satt", sagte eine Besucherin mit kommunalpolitischen Erfahrungen aus Rastatt. "Es stellt sich die Frage, wenn wir mit den Politikern nicht weiterkommen, inwieweit werden sich die Menschen wohl radikalisieren, weil sie einfach nicht anders können?", gab eine Zuhörerin zu bedenken.

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