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Anwohnerparken: Ooswinkel soll Mischprinzip erhalten
22.11.2019 - 08:38 Uhr
Von Franz Vollmer

Baden-Baden - Bewegung bei der Stadt, Erleichterung beim Bürger: Das ist drastisch verkürzt die neue Tendenz beim anvisierten Parkierungskonzept Weststadt, zumindest was den Ooswinkel (Kapellmattstraße und Hirschackerstraße) angeht. Denn dort soll entgegen der ersten Planung nun doch das von den Anwohnern favorisierte Mischprinzip beim Anwohnerparken zur Anwendung kommen. Dies geht aus der Ergänzung im Nachgang zur Bauausschuss-Sitzung vom 17. Oktober hervor, die gesamte Ausweitung der Bewohnerparkzone in der Weststadt steht in der Mammut-Gemeinderatssitzung am Montag auf Tagesordnungspunkt Nr. 5 zur Abstimmung.

Die "Trendwende" der Stadt in Sachen Ooswinkel wurde den Anwohnern vergangenen Dienstag in einer Infoveranstaltung in der Straßenverkehrsbehörde erläutert - was bei den Betroffenen "sehr positiv" aufgenommen wurde, wie es aus Kreisen der Initiative "Parken im Ooswinkel" heißt. Letztere hatte sich bereits vor Wochen mit einer Unterschriftensammlung gegen die Ursprungspläne gewandt. Mit Erfolg, wie sich nun herausstellt.

Idealerweise hätte es aus Anwohnersicht zwar am liebsten gar keiner Neuregelung bedurft, zumal man als Anwohner nun jährlich zwischen 20 und 30 Euro pro Fahrzeug zu berappen hat. Dennoch sei diese Variante eine "Lösung, mit der man gut leben kann", und definitiv das "kleinere Übel", heißt es. Jedenfalls sei man, so der Tenor, erfreut über die Flexibilität der Stadtverwaltung - Stichwort Bürgerfreundlichkeit und Bürgerbeteiligung.

In der Schwarzwaldstraße soll wie in den weiteren Bereichen (Rheinstraße West sowie Wohngebiete West, Süd und Nord) das "Trennprinzip fein" Anwendung finden. Hier ist etwa mit Arztpraxen weit mehr "Laufkundschaft" und überhaupt eine andere Wohnstruktur, sprich Bedarfslage gegeben. Anders als bisher werden Schwarzwaldstraße und Ooswinkel künftig auch als eine Parkeinheit gehandelt - aber mit zwei Parkregelungen.

Beim "Mischprinzip" können Gäste und Pendler ihr Auto tagsüber bis zu drei Stunden (mit Parkscheibe) abstellen und zwar auf jedem x-beliebigen freien Parkplatz. Anwohnern steht dies ohnehin rund um die Uhr frei. Beim "Trennprinzip fein" werden konkrete Straßenabschnitte fest definiert in Anwohner- und öffentliche, gebührengebundene Parkbereiche aufgeteilt.

Einziges Problem und somit noch Potenzial zur Nachjustierung besteht bei der Thematik Besucher, das heißt, wenn etwa Großeltern länger als über das Wochenende bleiben. Dem Vorbild anderer Städte wie Heidelberg folgend, könnte sich hier die Initiative im Ooswinkel vorstellen, dass man, gekoppelt an den Parkausweis, entsprechende DinA-4-Formulare erhält, die sich der jeweilige Besucher dann für die fragliche Zeit ins Auto legen kann.

Die Verwaltung ihrerseits hat in der Ergänzung zur Beschlussvorlage nochmals die Parkregelung in der Weststadt in Etappen verteidigt: Ein übergreifendes Großkonzept ("Gesamtnetz") mache eine "Vorarbeit von einigen Jahren notwendig", wogegen die Parkraumnot in der Weststadt jetzt schon nach zeitnahen Lösungen verlange. Wohlwissend dass neue Anwohnerparkzonen nicht selten auch Verdrängungseffekte verursachen können, will die Stadt das künftige Parkverhalten beobachten und gegebenenfalls nachjustieren. Wobei - ungeachtet dem Votum des Gemeinderats - die straßenverkehrsrechtliche Anordnung und detaillierte rechtliche Umsetzung ausschließlich im Zuständigkeitsbereich der Verwaltung liege.

Fotos/Repro: BT/Holzmann

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