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Baleff: "Mehr ist nicht drin"
30.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Pavel Baleff ist nur noch bis Mitte 2022 als Chefdirigent der Baden-Badener Philharmonie tätig. Sein Vertrag läuft dann aus und wird nicht verlängert - auf eigenen Wunsch, wie es gestern bei einem Pressegespräch im Rathaus hieß. Der 48-Jährige lebt und arbeitet seit 13 Jahren hier. Er hat es in dieser Zeit geschafft, das Orchester zu einem international renommierten Klangkörper zu formen.

Kleiner Trost für die Fans: Baleff wird in den fünf Jahren nach seinem Ausscheiden jedes Jahr fünf Konzerte "seiner" Philharmonie leiten - "als Dirigent in Residence", wie er gestern lachend sagte. Ansonsten war dem Bulgaren aber die Wehmut anzumerken, die ihn angesichts des nahenden Abschieds befällt. "Ich habe noch nie in meinem Leben irgendwo so lange gelebt wie in Baden-Baden", sagte er. "Ich bin in dieser Zeit ein großes Stück zum Baden-Badener geworden - und ich bin stolz darauf."

Wobei: Baleff will nicht ausschließen, dass er auch nach 2022 noch in der Kurstadt wohnen wird. Je nachdem, welches Anschluss-Engagement sich ergäbe, wäre das ja möglich, meinte er mit Blick auf seine schon derzeit immer wieder stattfindenden Gastdirigate etwa in der Schweiz und in Frankreich. Eine Aussage, die nicht nur Baleff-Fans, sondern auch Musikschüler in der Region erfreuen wird. Schließlich unterrichtet Baleffs Ehefrau Boriana Geige an den Musikschulen in Gaggenau und Baden-Baden und bringt bei der Philharmonischen Jugendakademie Jahr für Jahr Nachwuchstalente zum musikalischen Glänzen.

"Immer kräftig

aufs Pedal gedrückt"

Pavel Baleff räumte ein, "immer kräftig aufs Pedal gedrückt" zu haben. Er habe von Anfang an das Ziel gehabt, das damals in der D-Klasse spielende Orchester als B-Klangkörper zu positionieren - mit der entsprechenden Anzahl von Musikern. "Das Orchester nach vorne zu bringen, war das Ziel meines Lebens", sagte er. Das habe er erreicht. "Mehr ist nicht drin." In den kommenden Jahren gehe es darum, die Qualität weiter zu steigern. Dafür brauche es eine frische Kraft. "Man soll gehen, wenn es am schönsten ist", so Baleff.

Nun starte das "Grande Finale" erinnerte Oberbürgermeisterin Margret Mergen daran, dass der Chefdirigent ja noch zweieinhalb Jahre lang den Taktstock in der Hand halten wird. Unter seiner Leitung habe sich die Philharmonie "ausgezeichnet entwickelt". Sie sei "weltweit wichtigster Botschafter der Kulturstadt Baden-Baden", spielte sie auf die vielen Tourneen an, die die Baden-Badener Musiker unter Baleffs Leitung stets nicht nur ins europäische Ausland, sondern auch in den arabischen Raum und im kommenden Jahr nach Japan führen.

Dabei hat es Baleff geschafft, Weltstarsolisten auf die Philharmonie aufmerksam zu machen, die sich gerne von dem Orchester bei Tourneen begleiten lassen. Aber auch das kurstädtische Publikum interessiert sich immer mehr für "seine" Philharmonie. Seit er den Taktstock führt, seien die Abo-Zahlen um mehr als 70 Prozent gestiegen, betonte die OB. Für die Musiker habe er eine höhere Besoldungsstufe und die Erhöhung der Stellenzahl erkämpft. Zudem habe er "unglaublich kreativ eine Vielzahl von Formaten" entwickelt wie beispielsweise die Philharmonische Parknacht oder die Schlosskonzerte Neuweier.

Mit der Suche nach einem Baleff-Nachfolger soll im kommenden Frühjahr begonnen werden. Mergen hält eine zweijährige Suchphase durchaus für realistisch. Für die Philharmonie beginnt eine Zeit des Umbruchs: 2023 wird laut OB auch Orchestermanager Arndt Joosten in Ruhestand gehen. Das Duo habe sich bewährt, so Mergen, diese Aufgabenverteilung soll es weiterhin geben.

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