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Stabwechsel im "Brenners"
10.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Nico Fricke

Baden-Baden - Für den einen geht "der größte Traum eines jeden Hoteldirektors in Erfüllung", der andere verabschiedet sich "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" von seinem Posten. Henning Matthiesen hat gestern von seinem Vorgänger als geschäftsführendem Direktor des Brenners Park-Hotel & Spa, Frank Marrenbach, offiziell den Stab - und damit die Verantwortung für Haus, Gäste und 268 Mitarbeiter - überreicht bekommen.

Im Rahmen eines kurzweiligen Festakts mit rund 150 geladenen Gästen wurde der langjährige Chef des Baden-Badener Grandhotels verabschiedet. Er konzentriert sich künftig voll auf seine Aufgaben an der Spitze der Oetker Collection, die der vielfach ausgezeichnete Hotelier seit 2008 ebenfalls innehat. In dieser übergeordneten Funktion wird er auch dem Stammhaus in Baden-Baden verbunden bleiben (wir berichteten).

Marrenbach habe das Hotel zu einem "der führenden Häuser Europas gemacht" und "die Rolle des Gastgebers und Grandseigneurs" auf das vortrefflichste ausgefüllt, dankte Dr. Heino Schmidt, Generalbevollmächtigter der Dr. August Oetker KG, dem scheidenden Hoteldirektor im Namen der Eigentümerfamilie.

Der Historiker Prof. Peter Steinbach blickte in seinem humorvollen Vortrag auf die Entstehung des "Brenners" vor rund 150 Jahren zurück - und würdigte dabei auch seinen Freund Marrenbach, der "immer die Leistung der Mitarbeiter gelobt, immer die Teamleistung in den Vordergrund gestellt hat". Er dürfe beruflichen Erfolg und familiäre Harmonie mit Ehefrau Silke und den Söhnen genießen. Er sei ein "Glückskind", dessen große Fähigkeit es sei, zuhören zu können, sagte Steinbach. Marrenbach sei es stets gelungen, die Tradition zu wahren und dennoch das Haus an die Veränderungen der Zeit anzupassen.

Der Geehrte selbst resümierte sein mehr als zwei Jahrzehnte währendes Wirken für das "Brenners" mit "einem knappen Blick in den Rückspiegel": Er habe bei seinem Amtsantritt im Jahr 2000 eine große Chance bekommen: "Wenn Sie Vertrauen geschenkt bekommen, wollen Sie auf keinen Fall scheitern." Marrenbach erinnerte an Ausbau und Renovierungen im Hotel, aber auch an gemeisterte Großveranstaltungen wie NATO- oder G-20-Treffen, Bambi- oder Medienpreisverleihungen mit vielen Gästen. Er liebe den Beruf, weil "man interessante Menschen auf jeder Ebene treffen kann". Es sei ihm nie ein Anliegen gewesen, sich mit Prominenten ablichten zu lassen - allenfalls ein Foto mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama nehme er mit. "Der hat mich mit seiner jugendlichen Dynamik beeindruckt." Er selbst finde es toll, "im Team Spitzenleistungen zu erbringen", habe aber auch einen hohen Anspruch: "Dabeisein ist eben nicht alles." Der "Brenners"-Leitspruch "Gäste begeistern - immer wieder" müsse der erste Gedanke sein, wenn man nachts geweckt werde, sagte er mit einem Schmunzeln. Nun könne er mit einem "guten Gefühl" gehen, weil sein Nachfolger ein "großartiger Gastgeber" sei. "Er wird vieles anders machen als ich, und das ist auch gut so." Baden-Baden sei ein außergewöhnlicher Ort - mit großer Kommunikationsdynamik, gab er Henning Matthiesen mit auf den Weg.

Er habe nicht lange überlegen müssen, als er das Jobangebot erhalten habe, sagte Matthiesen bei seiner Einführung: Wunschtraum eines jeden Hoteldirektors sei es doch, das Brenners Park-Hotel in Baden-Baden leiten zu dürfen. Seit einer Woche sei die Familie nun an der Oos und fühle sich schon sehr wohl. "Wir sind angekommen." Da tat es der Freude auch keinen Abbruch, dass seine Ehefrau die Feststunde etwas früher verlassen musste, um einen Sohn von der Schule abzuholen. "Wir sind hier schon vielen herzlichen Menschen begegnet, was den Beginn eines neuen Lebensabschnitts sehr viel einfacher gestaltet", sagte der 47-jährige Familienvater, der zuvor sieben Jahre lang das "Excelsior Hotel Ernst" in Köln geleitet hatte.

Seine Aufgabe sei es nun, die Geschichte des "Brenners" weiterzuschreiben und das Haus sensibel fortzuentwickeln, damit es seinen Platz in der Spitze des Luxushotelsegments behalte.

Musikalisch begleitet wurde die Feststunde von Frederick di Georgiou, dem ehemaligen Hauspianisten des Hotels, der extra aus Griechenland angereist war, um seinem Ex-Chef eine Freude zu machen.

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