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OP im Herzen der Stadt startet mit Baumschnitt
10.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Am kommenden Montag, 13. Januar, starten die Arbeiten auf der nächsten Großbaustelle im Herzen der Kurstadt: Die Fieserbrücke zwischen Kreuzstraße und Kaiserallee über die Oos wird abgerissen und neu gebaut. Los geht es mit einem kräftigen Rückschnitt der etwa 100 Jahre alten Platane. Sie soll unbedingt erhalten bleiben.

Wie lange dauern die Arbeiten an der Brücke?

Die Stadtverwaltung plant derzeit mit einer Bauzeit von 17 Monaten. Das heißt: Im Juni 2021 soll die neue Brücke stehen. Doch diese Prognose ist mit Vorsicht zu genießen. Bei unvorhergesehenen Ereignissen ist durchaus mit einer längeren Bauzeit zu rechnen.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Stadt rechnet mit Baukosten von 3,55 Millionen Euro. Gut 850 000 Euro kommen als Zuschüsse vom Land aus dem Kommunalen Sanierungsfonds Brücken. "Für dieses Programm des Landes bin ich sehr dankbar. Daraus hat Baden-Baden stark profitiert", sagt Baubürgermeister Alexander Uhlig. Wie bei der Bauzeit gilt aber bei solchen Großprojekten auch bei den Kosten: Eine genaue Vorhersage ist nur begrenzt möglich.

Warum ist der Neubau überhaupt nötig?

Die etwa 100 Jahre alte Fieserbrücke ist marode. Bei einer Hauptprüfung hat der TÜV dem Bauwerk jüngst die Note 3,8 gegeben - bei 4,0 hätte die Brücke gesperrt werden müssen. Der Verkehr auf der Brücke ist aus diesen Gründen schon auf das Höchstgewicht von zwölf Tonnen begrenzt - Teile der Gehwege sind abgesperrt. Eine Sanierung des Bauwerks sei nicht mehr möglich gewesen, sagt Uhlig. Deshalb sei der teure Neubau unumgänglich. Künftig wird es übrigens keine Gewichtsbegrenzung mehr für den Verkehr auf der Brücke geben.

Wie wird die neue Fieserbrücke aussehen?

Im Grunde so ähnlich wie die derzeit bestehende Brücke auch. Das hat vor allem damit zu tun, dass das Bauwerk unter Denkmalschutz steht. Die Balustrade aus Sandstein und die bepflanzten Vasen von Max Laeuger werden komplett restauriert und wieder aufgestellt. Allerdings wird die Oberfläche der Brücke einen neuen Belag bekommen, über dessen Charakter demnächst der Bauausschuss des Gemeinderats entscheiden soll. Wenn es nach Uhlig geht, wird es künftig keine asphaltierte Fahrbahn mehr geben, sondern eine schön gestaltete, einheitliche Oberfläche. Zudem wird auch die Untere Sophienstraße zwischen Fieserbrücke und Leopoldsplatz mit einer neuen Oberfläche umgestaltet.

Werden auch die Leitungen im Untergrund erneuert?

Ja. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, um alle Leitungen, die durch die Brücke verlaufen, zu sanieren. Außerdem wird die Brückenkonstruktion erneuert und künftig so bemessen sein, dass sie einem Hochwasser standhält, das statistisch im Durchschnitt alle 100 Jahre vorkommt.

Was bedeuten die Bauarbeiten für den Autoverkehr?

Die Brücke und die Kreuzstraße werden während der Arbeiten komplett für Autos gesperrt. Von der Werderstraße aus entsteht zwischen 11 und 19 Uhr wegen des geschlossenen Pollers vor der Kurhausgarage eine Sackgasse. Die Autos müssen sich eine andere Route suchen. Die Busse der Linie 208 fahren während der Bauzeit über die Wilhelmbrücke - Fahrzeiten und Haltestellen bleiben aber gleich.

Und was ist mit den Fußgängern?

Für den Fußgängerverkehr bleibt die Brücke während der Bauzeit stets passierbar.

Wie wird der Verkehr nach den Bauarbeiten geregelt?

Das ist eine Frage, mit der sich Gemeinderat und Verwaltung beschäftigen müssen. Möglich ist, dass die Sperrungen für den Autoverkehr bestehen bleiben. Als Grundlage für eine Entscheidung darüber, will die Stadt während der Bauzeit Daten sammeln, die Aufschluss darüber geben, auf welche Straßen die Fahrzeuge ausweichen.

Ändert sich auch etwas für den Taxistand?

Ja. Weil an dieser Stelle die Baustelle eingerichtet wird, werden die Taxis während der Bauzeit auf dem Goetheplatz, in der Inselstraße und in der Kaiserallee auf Kundschaft warten.

Und was wird aus der riesigen Platane am Ende der Brücke?

Sie soll unbedingt erhalten bleiben. Uhlig bezeichnete sie gestern bei einem Termin vor Ort als stadtbildprägenden Baum. Um den Baum zu erhalten und ihn so zu stabilisieren, dass er während der Bauarbeiten auch gegen heftige Windstöße gesichert ist, ist laut Gartenamtschef Markus Brunsing aber ein beträchtlicher Rückschnitt nötig. Damit wird heute begonnen. Nach Brunsings Worten wird der Baum dabei fast zur Hälfte zurückgeschnitten. Schwierig wird auch der Umgang mit den Wurzeln des Baumes. Sie reichen bis zur Stützmauer im Bachbett der Oos und müssen beim Abriss der alten Stützmauer teilweise gekappt werden. Dennoch stünden die Chancen nicht schlecht, den Baum zu erhalten, meint Brunsing.

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