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Vom Aufatmen und einem "Sorgenkind"
16.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Nina Ernst

Sinzheim - Klimahysterie wurde just in dieser Woche zum Unwort des Jahres gekürt, und auch Sinzheims Bürgermeister Erik Ernst räumte dem Thema Klima beim Neujahrsempfang am Dienstagabend großen Raum ein: "Fridays for Future geht uns alle an." In seiner Ansprache in der gut besuchten Fremersberghalle lenkte Ernst seinen Blick ausgehend vom Geschehen in der Welt auf das eigene Umfeld.

Im Beisein zahlreicher politischer Vertreter, von Institutionen, Vereinen und Verbänden ging der Schultes zunächst auf Maßnahmen ein, die die Gemeinde Sinzheim für den Klimaschutz bereits verwirklicht hat. Dazu zählten unter anderem die papierlose Gemeinderatsarbeit, die Umstellung auf LED und eigene Fotovoltaikanlagen. Vorausschauend meinte er, dass klimafreundliche Bauleitplanungen, was zum Beispiel flächensparendes Bauen beinhalte, einen zentralen Stellenwert einnehmen würden, und auch die Einstellung eines "Klimamanagers" sei in der Diskussion.

Anschließend warf Ernst den Blick in Worten und angereichert mit Bildern auf der Leinwand zurück und ging auf derzeitige Gegebenheiten ein: Aufgeatmet hätten die Anwohner der Hauptstraße nach deren Freigabe, das neue Lebenshilfe-Wohnhaus sei bezogen worden, das neue Seniorenzentrum könne bald bezogen werden, auf dem St. Vinzenz-Areal gehe der Bau der Wohnanlage voran, auch in Kartung stünden die Bagger rund um den Kreuzbrunnen nicht still, und im neuen Krippengebäude im Ort könnten voraussichtlich ab Frühsommer Kinder spielen. Der Bürgermeister erwähnte auch noch einmal die neue "Bürgerstiftung Sinzheim", in der sich alle Bürger finanziell einbringen könnten. Außerdem machte Ernst Werbung für die Nutzung des Begegnungszentrums im ehemaligen Schwesternwohnheim: "Jeder von Ihnen, der eine Idee hat und sie gerne mit anderen teilen möchte, findet im Begegnungszentrum eine Möglichkeit, dies zu tun."

Ein Raunen ging durch den Saal, als Ernst den Lückenschluss der B3 neu - oder besser gesagt, den Noch-Nicht-Lückenschluss - als "Sorgenkind" betitelte. Sollte wirklich die Lärmschutzwand komplett erneuert werden müssen, "wirft uns das um Jahre zurück". Die Gemeinde habe aber "die rasche Klärung des weiteren Verfahrens gefordert". Erfreut dagegen verwies Ernst auf die Jubiläen, die das vergangene Jahr geprägt hatten: 150 Jahre Gesangverein Fremersberg, 125 Jahre Grundschule Kartung, 90 Jahre Sportverein Sinzheim, zehn Jahre Leiberstunger Dorfladen.

Mit dem Zitat von Wilhelm Busch "Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben", brachte Ernst das Publikum zum Schmunzeln, ehe er direkt seinen Respekt den 19 Männern und Frauen zollte, die dem neuen Gemeinderat angehören. Auch im Hinblick auf die "neuen Gesichter" meinte er: "Ich bin mir sicher, all das tut der Sache gut."

Als "spannende Herausforderungen im neuen Jahr" zählte der Redner Folgendes auf: Entstehung dringend benötigter Gewerbeflächen, Erschließung des Neubaugebiets Halberstung, den Kunstrasenplatz des SVS weiterentwickeln, weitere Digitalisierung der Realschule, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr und der 700. Geburtstag Leiberstungs.

Herzlich dank Ernst allen Bürgern, "die sich in und für unsere Gemeinde einsetzen": "Ich möchte Sie alle ermutigen, sich weiterhin, sich ebenfalls zu engagieren." Am Abend selbst engagierte sich der Musikverein Sinzheim auf der Bühne, und Dirigent Simon Huck ließ es sich nicht nehmen, beim Lied "80er Kult(tour)" das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Gemeinsam stemmten außerdem der Gesangverein "Jagdhaus" Winden und der Handballverein Phönix Sinzheim die Bewirtung der Gäste.

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