Kirchenstaffeln: Sanierung muss im Oktober beendet sein

Kirchenstaffeln: Sanierung muss im Oktober beendet sein

Von Harald Holzmann

Baden-Baden - In den kommenden Monaten verschwindet eine Stolperfalle in der Innenstadt: Die seit Jahren maroden Kirchenstaffeln werden saniert. Die Arbeiten an einer der ältesten Treppenanlagen der Stadt beginnen am nächsten Montag. Während der Bauzeit wird die Treppe vollständig gesperrt sein.

Gut sechs Monate Zeit haben die Bauarbeiter. Spätestens Anfang Oktober müssen die insgesamt 70 Stufen und neun Podeste sowie das Geländer renoviert sein. Dann beginnt nämlich die während des Winterschlafs bestehende Schutzzeit für die im Untergrund der Treppenanlage lebenden Eidechsen. Die Arbeiten seien sehr komplex, sagte Bürgermeister Alexander Uhlig gestern vor Ort. Wegen Denkmalschutz, Thermalquellenschutz und Naturschutz gebe es eine Menge Auflagen zu erfüllen. Zudem ist ein sehr hoher Anteil an Handarbeit nötig. So begründete Uhlig die relativ hohen Kosten für das Projekt, die inklusive der Planung bei etwa 465000 Euro liegen.

Den Zuschlag bekommen hat eine auf Steinsanierung und Denkmalpflege spezialisierte Firma aus Crailsheim. Diese wird nicht komplett neue Stufen verlegen, sondern die bestehenden etwa 300 laufenden Meter Stufen ausbessern. Der brauchbare Bestand der Stufen muss erhalten und durch passendes Material ergänzt werden, heißt es in den Auflagen der Denkmalschützer. Auch das aus dem 19.Jahrhundert stammende Geländer zum Friedrichsbad hin wird erhalten und lediglich überarbeitet. Zusätzliche Sicherheit soll künftig ein zweiter Handlauf entlang der Häuserwand geben, wie Uhlig sagte.

Wegen der Risse, Verwerfungen und Setzungen sei ihm die Treppenanlage schon bei einem seiner ersten Besuche 2016 in Baden-Baden aufgefallen, so der Baubürgermeister. Da sei schnell klar gewesen, dass man etwas tun müsse.

Die Sanierung der Treppe steht schon seit Jahren auf der Tagesordnung. Erstmals war sie im Dezember 2014 für das Jahr 2016 angekündigt worden. Damals waren Schilder an den beiden Enden der Anlage aufgestellt worden, die Fußgänger wegen der Schäden vor Sturzgefahr warnten. Aufgrund eines Personalengpasses in der städtischen Bauverwaltung wurde das Projekt dann aber auf die lange Bank geschoben.

Die Treppenanlage überwindet mit ihren 70 Stufen die etwa 13 Meter Höhenunterschied zwischen dem Eingang des Friedrichsbades und der Stiftskirche. Sie existiert seit dem Mittelalter, wobei die derzeitige Optik 1877 beim Neubau des Friedrichsbades entstanden ist.

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