Erweiterung Weingut Kopp: Grünes Licht

Erweiterung Weingut Kopp: Grünes Licht

Von Christa Hoffmann

Sinzheim - Der vorhabenbezogene Bebauungsplan "Weingut Kopp" hat am Mittwochabend von den Gemeinderäten in Sinzheim einstimmig grünes Licht bekommen. Nach dem Abwägen der während der erneuten Offenlage eingegangenen Anregungen billigte das Gremium einmütig den aktualisierten Planentwurf, den Durchführungsvertrag, den Vertrag zur Absicherung der artenschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen und den Satzungsbeschluss.

Ratsmitglied Johannes Kopp hatte sich als befangen vom Ratstisch entfernt. Geplant ist: ein Erweiterungsbau mit Barrique-Keller und Nebenräumen, Vinothek, Gastronomie und Verwaltung im Erdgeschoss und mit einer Wohnung für den Betriebsinhaber im Obergeschoss.

Vorangegangen waren zu Beginn der Sitzung einige Stellungnahmen zum Thema in der Bürgerfragestunde, eine zügige Zusammenfassung der eingegangenen Anregungen zur zweiten Offenlage der Pläne vonseiten des Stadtplaners und der Vortrag eines Verkehrsgutachters. Die Gründe für die Zustimmung, sind: Absicherung der betrieblichen Belange des Weinguts in Verbindung mit Gastronomie, Sicherung der Unterhaltung der Reben und touristische Aufwertung der Vorbergzone.

Viele Einwendungen habe es zum Thema Verkehrsicherheit und -lärm gegeben, sagte Stadtplaner Werner Gerhardt. Deshalb habe man diesbezüglich einen Fachmann mit einem Gutachten beauftragt. Von den Räten sei nun zu entscheiden , ob die geplante zukunftsfähige Aufstellung des Weinguts verträglich mit dem Umfeld ist. Die ursprüngliche Planung sei überarbeitet worden.

19 Bürger haben ihre "Anregungen aus der Öffentlichkeit", während der Offenlage an die Verwaltung geschickt. Diese finden sich zusammen mit den Stellungnahmen der Gemeinde auf 65 Seiten wieder. Im Gegensatz hierzu gibt es nur neun Seiten "Anregungen der Behörden und Träger öffentlicher Belange" und 21 Seiten "fachgutachterliche Stellungnahme" eines Büros, das von der Bürgerinitiative Ebenung beauftragt worden war, und die entsprechenden Antworten.

Werner Gerhardt nannte einige Kritikpunkte, die dabei zur Sprache kamen, wie jene, dass die Anzahl der Sitzplätze nicht ausreichend vertraglich gesichert sei, dass es eine Event-Gastronomie sei, dass der Neubau einen erheblich störenden Fremdkörper darstelle, und dass die zulässigen Lärmwerte überschritten würden. Der Stadtplaner widersprach allen. Gutachter Christian Fiegl erklärte, dass Regelbetrieb, Hoffest und Erntezeit detailliert betrachtet worden seien und in allen Bereichen die schalltechnischen Anforderungen der Technischen Anleitung (TA) zum Schutz vor Lärm eingehalten würden. Im Regelbetrieb sei sogar eine deutlich höhere Betriebstätigkeit zulässig. Man sei hier "auf der sicheren Seite". Zudem habe man den ungünstigsten Fall zugrunde gelegt und 210 zusätzliche tägliche Anfahrten über die Ebenunger Straße - ohne Berücksichtigung der zwei Gemeindeverbindungsstraßen - berechnet. Auch dies sei aus schalltechnischer Sicht verträglich.

Ratsmitglied Gabriel Schlindwein (CDU) sagte, er sei dankbar, dass ein junger Unternehmer seinen Betrieb entwickeln wolle und eine Perspektive sehe. Und er lobte den offenen Umgang der Familie mit dem Thema. Man habe aber auch die vielen Widerstände bedacht, sagte der Kommunalpolitiker. Inzwischen habe es vonseiten des Bauherrn einige Kompromisse wie beispielsweise die zweite Zufahrt über die Gemeindeverbindungsstraßen gegeben. Man könne ein Dorf nicht als Bestand sehen, sondern müsse sich auch mit Veränderungen anfreunden. Auch Kurt Rohner (FDP) sah in der Zufahrt über die Reben eine Entlastung für die Dorfbewohner. Er hält das Ergebnis nun für alle Beteiligten für akzeptabel und es sollte friedensstiftend sein. Die Bedeutung der Landschaftspflege und die Sicherung des Betriebs über die geplante Erweiterung nannte Norbert Ernst (Freie Wähler) als guten Grund für seine Zustimmung.

Auch Johannes Hurst (fraktionslos) wies auf die Kompromisse seitens der Familie Kopp hin und verwahrte sich gegen den Eindruck, dass der Bauherr als Ratsmitglied eine Sonderbehandlung erfahre. Eher sei das Gegenteil der Fall, betonte Hurst mit dem Hinweis auf ein ihn betreffendes Bauvorhaben. Bürgermeister Erik Ernst mahnte, dass man "besonders genau hinschauen" solle, bevor man den Gemeinderat "in den Schmutz" ziehe. Simon Huck (SDP) sagte, man könne froh sein, einen Unternehmer zu haben, der auch für zusätzliche Arbeitskräfte sorge. Martina Hurst (fraktionslos) betonte, dass Anwohnerinteressen nicht zuletzt mit der zusätzlichen Zuwegung berücksichtigt worden seien. Angesichts der Verkehrssituation und der fehlenden Gehwege im Dorf riet sie, sich mit einem Tempolimit zu befassen. Das sagte der Bürgermeister mit dem Hinweis zu, dass dies in allen Ortsteilen zu prüfen sei. Carsten Bräutigam (Grüne) wies darauf hin, dass sich das Dorf mit Blick auf die im Norden stehenden modernen Häuser verändert habe und moderner geworden sei.

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