Ideales Wander- und Weinprobierwetter

Ideales Wander- und Weinprobierwetter

Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Forsch marschieren Helmut Langenbacher und Veronika Grosser die Schützenbergstraße in Neuweier hinauf. Die beiden sind froh, dass sie einige Stunden zuvor entschieden haben, dieses Jahr beim Weinwandertag des Heimatvereins "Neuweierer Rebläuse" mitzugehen. Denn in den späten Vormittagsstunden verziehen sich die Regenwolken, sodass die Aussichten auf einem ungetrübten Wanderspaß sehr gut sind.





Dennoch sind die beiden Geroldsauer wie die meisten der rund 1 000 Wanderer, die später an den Start gingen, warm eingepackt. Die Witterung ist kühl, aber es bleibt trocken. Allerdings wird es nach dem ersten Anstieg in der Schützenbergstraße Richtung Gewann Wolfhag den meisten Teilnehmern von alleine warm. Viele befinden sich mit Kindern oder Hunden auf der rund acht Kilometer langen Strecke rund um Neuweier. Gegen Mittag schieben geradezu Massen von Müttern oder Vätern Kinderwagen die Anstiege auf die Halbhöhenlagen hoch.

Das Gewann Wolfhag ist eines von insgesamt fünf Gewannen, in denen verschiedene Vereine Verpflegungsstationen aufgebaut haben und den Besuchern neben einem Vesper den Wein präsentieren, der dort wächst. Geduldig stehen die Ausflügler an, um einen Stempel, den es an jeder Station gibt, in den Wanderpass gedrückt zu bekommen. Die Karte mit der vollständigen Anzahl an Stempeln nimmt am Ende des Weinwandertags an einer Verlosung teil. Die Gewinne: durchweg Weinpräsente in unterschiedlichen Größen.

Alle an der Verpflegungsstation aufgebauten Sitzbänke sind bald besetzt. Mit Blick auf den Himmel sagt ein Helfer, dass es das ideale "Weinprobierwetter" sei. An einem Tisch sitzt eine Gruppe junger Leute und genießt den gemeinsamen Aufenthalt in der Natur. Sie kosten Wein und prosten sich zu. "Der Weinwandertag ist richtig krass", sagt einer.

Auf den größtenteils asphaltierten Wanderrouten zwischen den Stationen genießen die Besucher die Reize der Umgebung. Da blühen beispielsweise auf einem Winzergrundstück zwischen den Rebenzeilen Disteln in einer wunderschönen lila Farbe. Manche Wanderer bleiben einfach stehen und genießen die kräftigen Farben. Andere zücken ihr Handy und fotografieren, wenn eine Hummel versucht, an den kleinen Blütenkelchen Nektar zu saugen. Etliche Wanderer, die zum ersten Mal bei dieser Tour um Neuweier dabei sind, erfreuen sich an dem Anblick, wie die Yburg umgeben von einer satten grünen Natur über dem Weinort thront.

Derweil haben am Start in der Mauerbergstraße beim Weinhaus am Mauerberg, frühere Baden-Badener Winzergenossenschaft, die Helfer viel zu tun. Wer dort eine Karte löst, der erhält einen Stand weiter ein Glas Secco als Willkommensgruß und ein "Umhängerle" inklusive. "Das ist ein Probierglas in einem Filzhalter, der sich mit einer Kordel bequem beim Wandern um den Hals tragen lässt", erklärt eine Helferin vom Schwarzwaldverein Yburg, der dieses Jahr den Rebläusen hilft. Der Heimatverein hat auch in diesem Jahr mehr als 1 500 Umhängerle von den Mitarbeitern in den Werkstätten der Lebenshilfe in Sinzheim eigens anfertigen lassen.

Uschi Merkel von den Rebläusen freut sich über die vielen Besucher. "Der Strom reißt nicht ab", sagt sie mit Blick auf die zahlreichen Besucher, die gerade aus einem Linienbus an der Haltestelle in der Mauerbergstraße aussteigen.

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