Nach Einbruchserie: DNA-Spuren auf Diebesgut

Nach Einbruchserie: DNA-Spuren auf Diebesgut

Von Marius Merkel

Baden-Baden - Bandenmäßiger Wohnungseinbruchsdiebstahl in drei Fällen sowie versuchter Wohnungseinbruchsdiebstahl in zwei weiteren: Das wird einem 49-jährigen Albaner zur Last gelegt. Seit gestern muss sich der mehrfach vorbestrafte Mann deshalb vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Baden-Baden verantworten. Trotz zahlreicher Beweise gegen ihn ist sich der mutmaßliche Täter keiner Schuld bewusst.


Verteidiger Karl Frauenberger sagte gleich zu Beginn der Verhandlung, dass sein Mandant alle Vorwürfe bestreite und keine weiteren Angaben zur Sachen machen werde.

Zusammen mit zwei Komplizen, ebenfalls albanischer Herkunft, soll der 49-Jährige laut Anklage die genannten Einbrüche begangenen haben. Staatsanwältin Katharina Eckardt führte aus, dass das Trio im Zeitraum vom 17. Januar 2017 bis 4. Februar 2017 in Önsbach, Söllingen, Balzhofen, Eisental und Leiberstung in fünf Wohnhäuser eingestiegen sein und Wertgegenstände gestohlen haben soll.

Die vermeintlichen Täter gingen bei ihren Raubzügen vermutlich immer nach demselben Schema vor: Während einer der Beteiligten im Fluchtwagen Ausschau hielt, verschafften sich die beiden anderen etwa über die Terrassentür oder ein Fenster Zugang zu den Häusern und Wohnungen. "Als wir nach Hause gekommen sind, haben wir die Bescherung gesehen", sagte ein Zeuge gestern und meinte damit unter anderem die durchwühlten Schränke in seinem Schlafzimmer.

Uhren, Schmuck und Bargeld geklaut

Neben Uhren und Schmuck haben sich die Diebe auch um eine Menge Bargeld bereichert und für viel Sachschaden gesorgt. Den höchsten Betrag, rund 8 500 Euro, haben sie laut Anklage in Leiberstung gestohlen. Dass das Trio allem Anschein nach für einen Einbruch in Eisental verantwortlich ist, konnte mithilfe einer DNA-Überprüfung geklärt werden: Auf einer Armbanduhr, die Beamte später bei Ermittlungen wiedergefunden haben, waren sowohl DNA-Spuren der drei Diebe als auch des Geschädigten. Bei ihrem vermeintlich letzten gemeinsamen Einbruch hatten aufmerksame Bürger die Verdächtigen in einen Fluchtwagen mit französischem Kennzeichen einsteigen gesehen. Die Polizei war diesem Hinweis nachgegangen und hat das Trio zwei Tage später bei einer Pkw-Kontrolle in Kehl vorläufig festgenommen. In der Folge haben die Ermittler die gemeinsame Unterkunft der Einbrecher in Rheinau durchsucht und dort einige gestohlene Wertgegenstände wiedergefunden.

Der 49-jährige Angeklagte, der seit knapp fünf Jahren in Deutschland lebt, hat sich laut Vorstrafenregister in der Vergangenheit hierzulande schon einiges zu Schulden kommen lassen: Wegen mehreren Diebstählen, unter anderem von Lebensmitteln und Kleidungsstücken, wurde er wiederholt zu Geldstrafen verurteilt. In seinem Herkunftsland saß er bereits mehrere Jahre im Gefängnis. Wegen des versuchten Mordes wurde er laut Richter Wolfgang Fischer in Albanien verurteilt.

Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag, 18. Juni, um 9 Uhr fortgesetzt. Dann will Richter Fischer das Urteil sprechen.

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