Landschaftliche und musikalische Schönheit

Landschaftliche und musikalische Schönheit

Von Christina Nickweiler

Baden-Baden - Brillante musikalische Darbietungen "von Rossini bis Piazzolla", eingebettet in eine atemberaubende Naturkulisse - das Schlosskonzert der Baden-Badener Philharmoniker in Neuweier lockte am vergangenen Samstagabend mehrere Hundert Besucher an. Ebenso viele Zuhörer zog die Auftaktveranstaltung tags zuvor in den Schlosshof, sodass an beiden Tagen mehr als Tausend Besucher den Baden-Baden Philharmonikern die Ehre erwiesen haben.

Die Vorzeichen der Konzerte sprachen für einen formvollendeten Musikabend: Der Charme des Schlosses samt Schlosshof, das hohe Renommee der Baden-Badener Philharmonie sowie ein lauer Sommerabend mit einer leichten Brise.

Musikalisch unterhielt das Sinfonieorchester die Gäste mit Werken aus den musikalischen Stilepochen der Klassik bis hin zu einem deutlichen Schwerpunkt auf der Romantik. Hinzu kamen Werke der Moderne. Stellvertretend standen hierfür die Namen berühmter Komponisten wie etwa Wolfgang Amadeus Mozart, Georges Bizet, Franz von Suppé und Johann Strauss.

Erwartungsvoll begrüßte das Publikum die Philharmoniker und ihren Gastdirigenten aus der Schweiz, Manfred Obrecht, mit einem herzlichen Applaus. Zuvor hatte Moderator Berth Wesselmann mit einem Augenzwinkern die Bedeutung des Zusammenspiels von Manfred Obrecht und der Baden-Badener Philharmonie untermauert, indem er Neuweier in einem Atemzug mit Städten wie Bern und Luzern nannte.

Unbeirrt mischten sich einige Vogelstimmen in die dezenten, aber prägnanten Anfangstakte von Gioacchino Rossinis Ouvertüre aus der Oper "Der Barbier von Sevilla", bei denen Violinen und Holzbläser liebliche Melodien zu Gehör brachten. Lieblich anregend, so gestalteten sich die feingliedrig interpretierten Floskeln der ersten Violine, als das "Preludio" und "Preludio atto primo" aus der Oper "La Traviata" von Giuseppe Verdi erklang. Insgesamt wirkte die Interpretation wie eine eindrucksvolle Hommage an die landschaftliche Schönheit, die sich mit dem bewaldeten Schartenberg vor einem tiefblauen Himmel im Hintergrund auftat.

Klangmächtig, pulsierend mit einem durchgängig erzählenden Moment, auf diese Weise dürfte den Zuhörern Domenico Cimarosas dargebotene "Sinfonia" aus der Oper "Il Maestro di Cappella" in Erinnerung geblieben sein.

Anschließend galt die ganze Aufmerksamkeit dem Solisten Ivo Dudler, der an seinem F-Horn wahre Meisterleistungen vollbrachte. In der höchsten Oktave seines Instrumentes spielte er mal moderat, mal im wechselnden Galopp astrein die haarklein nebeneinander liegenden Töne in chromatischer Folge. Der Lohn für das gelungen interpretierte Werk von Mozart "Konzert für Horn und Orchester Nr. 4 KV 495": Kräftiger Applaus und viele blitzende Kameras.

Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlte das Schloss Neuweier in verschiedenen Farben. Über dem Schartenberg leuchtete der Merkurberg vor dem Nachthimmel neben weiteren funkelnden Sternen. Die Philharmoniker saßen mittlerweile im Rampenlicht. Sie komplettierten bei Astor Piazzollas "Libertango" mit temperamentvollen Rhythmen die aufregende Konzertatmosphäre - hier spannungsgeladene Pizzikati an den Violinen, dort verführerische Klänge an der Harfe, dezent akzentuiert mit rhythmischen Schellen. Passend hierzu schienen die Motten im Scheinwerferlicht zu tanzen.

Mit zwei großartig interpretierten Werken, der Ouvertüre aus der Operette "Dichter und Bauer" und der voller Lebenslust sprühenden "Donner-und- Blitz"-Polka von Johann Strauss, setzten die Baden-Badener Philharmoniker unvergessliche Glanzpunkte, die zusätzlich mit Bravorufen aus dem Publikum gewürdigt wurden.

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