Schwelgen in Kindheitserinnerungen

Schwelgen in Kindheitserinnerungen

Von Erika Kimmig

Baden-Baden - Es hat seit vielen Jahren Tradition, dass der Heimat- und Kulturverein Haueneberstein alle zwei Jahre zum Herbstbeginn zu einem Hoffest einlädt. In diesem Jahr waren am Vorabend die Pforten des Heimatmuseums zu einer Museumsnacht geöffnet.

Geöffnet war auch der zur Weinstube umgestaltete Museumskeller. Hier wurde in heimeliger Atmosphäre bei einem Glas Wein oder Secco fröhlich gefeiert. Für beste musikalische Unterhaltung sorgte die Band Strawore aus dem benachbarten Sandweier. Die Band verstand es mit ihren Oldies aus den 80er Jahren in kürzester Zeit alte Erinnerungen zu wecken und für beste Stimmung zu sorgen.

In der Museumsstube las eine Märchenerzählerin den jüngeren und jung gebliebenen Gästen aus dem Märchenbuch vor. Nicht nur für die Kinder ein Anziehungspunkt war "Egidie Laden", ein früherer Eberschder Kaufladen, der zum Teil mit Originalbestückung im Obergeschoss des Museums wiederaufgebaut wurde. Hier konnten Kinder und Erwachsene für ein paar Cent Lollis, Brausepulver, Bonbons, Schokoriegel oder Lebkuchenherzen erwerben. In diesem Laden gibt es jede Menge Details zu bestaunen. So kann man alte Waschmittelpackungen oder Kaba- und Mehldosen ebenso finden wie Zigarettenpackungen oder Zigarrenkisten. Ein Kleinod ist auch der MEZ-Kasten mit verschiedenen Nähgarnen.

Bei einem Museumsrundgang wurden bei den Besuchern wieder Kindheitserinnerungen geweckt. Großeltern erzählten den Enkeln aus ihrer Kindheit. In der Museumsküche gibt es jede Menge nostalgische Küchengeräte wie einen Getreideröster oder eine Kaffeemühle sowie irdene Schalen und Schüsseln zu besichtigen. Viel Bewunderung finden immer wieder eine alte Schusterwerkstatt, die verschiedenen Trachten aus der Region oder das Schlafzimmer aus Urgroßelternzeiten. Ausgestellt sind auch viele frühere landwirtschaftliche Geräte und Gebrauchsgegenstände.

Auch während des Hoffestes war das Museum geöffnet. Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins führten gerne die Besucher durch das Museum. Herrliche Blumensträuße und -gestecke schmückten das Festzelt und die Tische im Museumshof. Zur Mittagszeit wurden "Ständelesbohnen mit Grumbeere und Salzfleisch", ein altes Hauenebersteiner Gericht, serviert. Auch dieses Essen rief Kindheitserinnerungen hervor. Für manchen war es eine Köstlichkeit, für andere ein Essen, das man als Kind mindestens wöchentlich einmal essen musste. Traditionell war wieder der Flammkuchenofen aufgeheizt. Erstmals gab es besondere Spezialitäten wie fränkische Bratwürste, Spießbraten oder Saumagen-Burger vom Grill. Auch an den Nachwuchs wurde gedacht. Dieser konnte sich schminken lassen.

Heimat- und Kulturvereinsvorsitzender Hansjörg Pfeiffer freute sich, dass auch Familien mit Kindern den Weg ins Museum und zum Hoffest gefunden haben. Er zeigte sich trotz des regnerischen Wetters durchaus zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltungen. Er freute sich, dass viele Gäste dem Verein die Treue halten und auch das kühle Herbstwetter nicht scheuten, um das Fest zu besuchen.

Im Verein sind einige neue Projekte in der Planung. In Zusammenarbeit mit "Ars Bibendi" will man in einem Rundweg die Geschichte und die Natur des Ortes näher darstellen und erläutern. In Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein wird das Projekt "Hauenebersteiner Blumenwiese" weiter vorangebracht. Hier soll neuer Lebensraum für Insekten geschaffen werden.

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