Bäderviertel soll weiteres Hotel erhalten

Bäderviertel soll weiteres Hotel erhalten

Von Henning Zorn

Baden-Baden - Die Kurstadt soll einen weiteren großen Beherbergungsbetrieb bekommen. Im Bäderviertel wird am Standort des ehemaligen Gefängnisses der Bau eines "Hotels an den Thermen" geplant, das über 130 Betten bieten soll. Der Gestaltungsbeirat des Gemeinderats zeigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit den Grundzügen des Konzepts einverstanden, äußerte aber auch Detailkritik und machte Verbesserungsvorschläge.

Schon lange wird in der Kurstadt nach einem Neubauprojekt auf dem Gelände des Alten Gefängnisses gesucht, das inzwischen fast völlig zugewachsen ist. Aber bisher vorgelegte Bebauungskonzepte ließen sich besonders vom Volumen her nicht mit der sensiblen Lage im Bäderviertel vereinbaren. Doch das nun geplante "Hotel an den Thermen", so wurde in der gestrigen Beiratssitzung deutlich, hat grundsätzlich gute Realisierungschancen. Die Ettlinger WLH-Unternehmensgruppe will ein Haus "mit drei bis vier Sternen" realisieren, so Geschäftsführer Klaus-Peter Wesel. Eine Bauvoranfrage wurde bereits positiv von der Verwaltung beantwortet. Wesel will noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen und 2020 mit dem Bau beginnen.

Wolfgang Riehle, Vorsitzender des Gestaltungsbeirats, sprach gestern von einem unglaublich wichtigen Vorhaben "an einem schönen Ort". Architekt Eberhard Fichter betonte, dass man über den alten Bebauungsplan für das Gefängnisgelände "nicht so glücklich" sei und auf Befreiungen durch die Verwaltung baue. Die bisherigen Empfehlungen des Gestaltungsbeirats habe man als Grundlage für die genehmigte Bauvoranfrage genommen. Das Alte Gefängnis sei in seinem "Dornröschenschlaf" öffentlich kaum noch wahrnehmbar. Stattdessen plant man nun an dieser Stelle mit einem starken Hanggefälle ein Hotel aus zwei Baukörpern, die ineinander verschränkt werden und sich in der Höhe an den Nachbargebäuden (Gymnasium Hohenbaden und Suitenhotel "Aqua Aurelia") orientieren. Beide weisen nach den Unterlagen jeweils ein Sockelgeschoss und darauf drei Etagen auf. Die Fassaden sollen aus Naturstein gestaltet werden und sind durch große Fenster gekennzeichnet. Mit dem Auto wird man über die Zufahrt zur Bädergarage zum Hotel gelangen.

Beiratsvorsitzender Wolfgang Riehle zeigte sich "erfreut über die Entwicklung" dieser Hotelplanung. Allerdings machten er und seine Kollegen deutlich, dass ihnen einige Details nicht so richtig gefallen. So gab es zum Beispiel Kritik am relativ geringen Abstand zwischen dem Hotel und dem Gymnasium Hohenbaden.

Auch erschien den Experten die Zufahrtslösung im Bereich des Geländeabbruchs von der Vincentistraße her nicht ideal. Gefordert wurde hier vor allem auch eine Fußgängertreppe von der Straße nach unten zum Hotelvorplatz. Die Natursteinfassade, so das Gremium, müsse von hoher Qualität sein. Empfohlen wurden auch noch einige Baumpflanzungen zwischen Hotel und Straße, um die "Anmutung" eines Vorgartens zu erreichen.

Der Vorsitzende erinnerte daran, dass man auf dem Flachdach keine größeren Aufbauten sehen wolle. Abschließend betonte Riehle, dass man mit diesem "Strauß von Anregungen" den Bauherrn nicht einschränken wolle, sondern nur "zeigen, was möglich ist".

Widerstand gegen die Planung kündigte jedoch Wolfgang Niedermeyer, Vorsitzender des Vereins Stadtbild, an. Die Lücke zwischen Neubau und Gymnasium sei viel zu klein. Der Abstand müsse nach den Vorgaben des Bebauungsplans erweitert werden.

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