Meisterwerke erklingen

Meisterwerke erklingen

Von Veronika Gareus-Kugel

Baden-Baden - Seit 2015 geben die Organistin Katrin Düringer und der Hornist Peter Bromig regelmäßig gemeinsame Konzerte. Zu hören sind dabei oft selten gespielte Werke, so war es auch am Sonntag in der Abteikirche in Lichtental. Weit spannte dabei das Duo den musikalischen Bogen von Meisterwerken des deutschen Barocks über die Romantik bis hin zu zeitgenössischer Musik aus Frankreich. Das Publikum zeigte sich zum Konzertschluss begeistert von den Darbietungen, wenngleich die ein oder andere Stimme Zweifel an der Musikausw ahl hegte. Die Einspielungen des Duos für den SWR finden in Fachkreisen große Beachtung. Die Musiker befleißigen sich einer großen musikalischen Bandbreite und hoher Professionalität. Innerhalb ihres Programms ließen sie es auch bei diesem Konzert nicht an Abwechslung fehlen.

Den Einstieg in den Musikreigen gestaltete das Musikerduo mit der genussvoll und anspruchsvoll gespielten Suite für Horn und Orgel von Georg Philipp Telemann. Danach erfolgte der erste Wechsel des Jahrhunderts mit der "Pastoralen für Horn und Orgel" des schwedischen Komponisten August Körling (1842 bis 1919). Der Kirchenmusiker Gottfried August Homilius ist hingegen wieder ein Vertreter des Barocks. Seine vielschichtige Komposition mit mannigfaltiger und typischer Tonfolge sowie kräftigem Schluss stand als Nächstes auf dem Programm.

Neben den Duo-Besetzungen wurde mit Johann Sebastian Bachs Choral aus der Kantate BWV 147, "Jesus bleibet meine Freude", und "Les Bergers" aus "La Nativité du Seigneur" von Oliver Messiaen (1908 bis 1992) auch zwei Solowerke für Orgel präsentiert. An letzterem Stück schieden sich die Geister. Wobei von den Zuhörern nicht die Brillanz des Spiels der Organistin in Abrede gestellt wurde. Es war vielmehr das Hörerlebnis, das der Titel beinhaltete: Moderne, in sich variierende Tonfolgen mit eingearbeiteten Brüchen und leichteren Dissonanzen reizten das Klangspektrum, zu dem eine Orgel fähig ist, aus.

Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang ebenfalls die "Suite Rhapsodique" für Horn und Orgel des 1955 in Beirut geborene Naji Hakim. Die Musik des in Paris lebenden Künstlers prägen Volkslieder der verschiedenen Regionen Frankreichs und auch maronitischer Gesang. Die Suite ist eine ausgefallene moderne Tondichtung und eine Herausforderung für den Zuhörer. Sie fordert ein offensives Spiel der Instrumente heraus. Heiter daherkommende Notierungen, auf dem Horn schön ausformuliert, folgen auf kräftige, disharmonische oder einfühlsam ergänzende Orgelklänge. Den Schluss des sechs Sätze umfassenden Musikstücks prägen fast rockige Klangfolgen, rhythmisch sehr anspruchsvoll und fordernd.

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