Große Freude über ein erfülltes Versprechen
Große Freude über ein erfülltes Versprechen
Von Henning Zorn

Baden-Baden - "Das Versprechen wurde erfüllt", meinte Oberbürgermeisterin Margret Mergen, als sie am Dienstag sichtlich zufrieden gemeinsam mit Intendantin Nicola May die neue Dependance des Theaters im ehemaligen Logistikgebäude der Firma Juvena beim Bahnhof in Oos eröffnete. Dort sind nun die drei Probebühnen und die Schneidereiwerkstatt mit dem riesigen Kostümfundus untergebracht.

Letzterer stieß bei den Besichtigungstouren für die zahlreichen Eröffnungsgäste auf besonderes Interesse angesichts der Tausende von Kleidungsstücken, mit deren Hilfe sich Menschen aus den verschiedensten Zeiten auf der Theaterbühne darstellen lassen.

OB Mergen zeigte sich besonders fasziniert von der opulenten Sammlung von Damenschuhen in den Regalen und verschaffte sich sogar eine Leiter, um mit ihrem Handy Aufnahmen von der ungewöhnlichen Kollektion zu machen.

Zuvor hatte sie sich in ihrer Ansprache schon begeistert über den gelungenen Umbau des alten Juvena-Gebäudes für die Zwecke des Theaters geäußert. "Hier können die Schauspieler nun kühlen Kopf bewahren", meinte sie angesichts der guten Klimatisation in den Räumen. Die OB erinnerte daran, dass die Probebühne (im Fernheizwerk) und der Fundus (beim SWR) bislang nicht optimal untergebracht gewesen seien. So habe man schon lange nach einem geeigneten Gebäude für diese Einrichtungen des Theaters gesucht.

Gebäude in Oos besonders geeignet

Einige Zeit sei an einen Neubau an der Wörthstraße gedacht worden, in dem auch die Baden-Badener Tourismusgesellschaft einziehen sollte. Doch dann sei das frühere Juvena-Lager- und Logistikgebäude in Oos als Standort für einen Teil der Busflotte der Stadtwerke ins Blickfeld geraten. Dort habe sich gezeigt, dass das Obergeschoss für die Bedürfnisse des Theaters in ganz besonderer Weise geeignet sei. Mergen rief den Theaterleuten nun zu: "Hier dürfen Sie sich jetzt entfalten. Jeder kann zeigen, was in ihm steckt."

Intendantin Nicola May dankte der OB für ihren persönlichen Einsatz zur Schaffung der neuen Dependance. Dass sich diese in Oos und nicht in der Innenstadt wie das ehrwürdige Theatergebäude befindet, begrüßte May: Schließlich sei das Baden-Badener Theater für die ganze Stadt da. Begeistert berichtete sie über den Ausblick vom Ooser Gebäude aus auf Gewerbe und Bahngleise: "Das ist ja richtig großstädtisch hier."

Björn Käckell vom Fachgebiet Gebäudemanagement, der von städtischer Seite aus für den Umbau zuständig war, freute sich, dass bei den Arbeiten alles ziemlich reibungslos klappte. Am Bestandsgebäude habe man von der Konstruktion her auch nicht viel ändern müssen. Wichtig sei vor allem der Schallschutz zwischen den Probebühnen und nach unten hin zum künftigen Busdepot gewesen. Der Kostenrahmen von gut drei Millionen Euro sei sogar leicht unterboten worden.

Bei diversen Führungen konnten sich die Gäste der Eröffnungsfeier dann einen Eindruck von der erheblichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Theaterteam bis hin zu den Sozial- und Sanitärräumen machen. Auf das größte Interesse stieß natürlich neben dem Kleidungsfundus die Schneiderei, in der gerade Kostüme für die kommende "Cabaret"-Aufführung angefertigt werden. Anneliese Klein, Leiterin der Kostümabteilung, musste so einige Fragen beantworten.

Kostproben einer spritzigen Aufführung

Dass die Arbeit auf den neuen Probebühnen Spaß macht, konnte man dann bei einigen Kostproben der am 13. Oktober startenden "Cabaret"-Aufführung sehen. Und klar wurde, dass sich Baden-Baden auf eine spritzige, mitreißende Musical-Inszenierung freuen kann.

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