Blitzer ins Herrenpfädel und Parkplätze weg?
Tempo 30 und Parkplätze am Straßenrand - viele Autos fahren trotzdem durchs Herrenpfädel.  Foto: Holzmann
Von Harald Holzmann

Baden-Baden - Der Ortschaftsrat von Haueneberstein hat sich dafür ausgesprochen, im Rahmen eines Versuchs die Auto-Stellplätze am Rande des Herrenpfädels komplett zu streichen und einen Parkplatz am Ortseingang einzurichten. Zudem soll ein stationärer Blitzer aufgestellt werden.

Der Verkehr im Herrenpfädel beschäftigt das Gremium schon lange und immer wieder. Die Durchgangsstraße ist vor allem morgens und zu Feierabend hoch belastet, weil sie eine beliebte Abkürzung zu den Schulen in der Weststadt und zur Klinik in Balg ist. Die Anwohner sind genervt vom Durchgangsverkehr. Mit Tempo-30-Schildern und Parkplätzen an beiden Straßenseiten soll der Verkehr ausgebremst werden. Nun hat die Stadtverwaltung dem Ortschaftsrat den Vorschlag unterbreitet, weitere Stellplätze zu schaffen, um den Verkehr noch mehr zu bremsen. Dies hat das Gremium am Dienstag aber abgelehnt.

"Straßen sind zum Fahren da"

Stattdessen sprachen sich Mitglieder aller Fraktionen dafür aus, die Parkplätze allesamt zu entfernen, damit der Verkehr im Herrenpfädel künftig wieder besser fließen kann. "Das macht weniger Lärm und weniger Abgase", meinte Andrea Bronner (SPD). "Straßen sind zum Fahren da, nicht um den Verkehr künstlich zu bremsen", sagte Alexander Schäfer (CDU). Die Stellplätze seien ein Unsicherheitsfaktor, so Reinhilde Kailbach-Siegle (CDU), die die Diskussion mit dem Hinweis darauf, dass man "mal andersherum denken" müsse, angestoßen hatte. Volker Maier (Freie Wähler) freute sich, dass sein Vorschlag endlich aufgegriffen werde. Sabine Iding-Dihlmann (Grüne) betonte, im Gegenzug müsse allerdings eine stationäre Blitzer-Säule aufgestellt werden, um den Verkehr zu überwachen. "Die muss ja nicht täglich bestückt sein", meinte sie.

Skeptische Worte kamen nur von Dirk Franzen (Freie Wähler). "Wir machen die Durchfahrt durchs Herrenpfädel dann wieder attraktiver. Das ist die andere Seite der Medaille", sagte er.

Letztlich sprach sich das Gremium dafür aus, einen mehrwöchigen Versuch zu unternehmen. Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos soll die Verwaltung informieren. "Im Oktober oder November werden wir im Ortschaftsrat darüber beraten", sagte er. Dazu sollen Fachleute eingeladen werden.

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