Ein Beichtvater zumindest für die kleineren Sünden
Ein Beich tvater zumindest für die kleineren Sünden
Bühl (eh) - Eine hochkarätige Ehrung wurde Bernhard Götz zuteil: Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Trausaal des Friedrichbaus überreichte ihm Oberbürgermeister Hubert Schnurr die Landesehrennadel. Schnurrs Laudatio und die sehr persönlichen Worte von Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler charakterisierten den Geehrten als einen Menschen, der mit großer Freude, Kreativität und scheinbar unermüdlicher Schaffenskraft seine Zeit, seine Kraft und vieles aus seinem großen Fundus seinen Mitmenschen zur Verfügung stellt.

Neben Vertretern der Ratsfraktionen und städtischen Mitarbeitern erwiesen auch Abgesandte der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul sowie der Bühler Narrhalla Götz die Reverenz. Von der städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst umrahmten Pirmin Ullrich (Piano) und Klaus van Deyk (Saxofon) mit flotten Rhythmen die Feierstunde.

Die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg könnten nur solche Bürger erhalten, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise um die Gemeinschaft verdient gemacht hätten, so Schnurr. Die Verleihung mache deutlich, wie sehr das Land solchen Einsatz schätze.

Der Oberbürgermeister skizzierte Götz als ein "echtes Bühler Original". Dass er im November 1947 in Bühlertal geboren und danach in Moos aufgewachsen sei, stehe dem nicht entgegen. Im Hinblick auf die närrischen Talente des Geehrten und dessen vielseitiges jahrzehntelanges Wirken bei der Narrhalla hatte Hubert Schnurr seine Rede mit Randbemerkungen humoristisch gewürzt.

Die gesamte technische Infrastruktur der Narrhalla liege seit 1991 in den Händen von Bernhard Götz. Er sei bewandert in vielen organisatorischen, logistischen und repräsentativen Aufgaben und fungiere überdies als Chauffeur der Rathausspitze, wenn er diese mit dem Traktor zur Fastnachtseröffnung abhole und in den Friedrichsbau bringe.

Götz sei ein unermüdlicher, kreativer Wagenbauer mit großem Herzblut für die Sache. Dies gab das Stichwort für die ausgeprägte Sammelleidenschaft des Geehrten. Dessen Lagerraum sei ein unerschöpflicher Fundus, in dem man auch einen ausgedienten Beichtstuhl finden könne. Schnurr schmunzelte: "Das heißt im Umkehrschluss, dass er in der Lage ist, für die kleineren Sünden eine Beichte abzunehmen."

Schnurr ging auch auf das Jahrzehnte währende Engagement von Götz im Pfarrgemeinderat St. Peter und Paul ein. Er wirke im Stiftungsrat, Männerwerk, Bauförderverein und im Förderverein zur Erhaltung der historischen Schwarzorgel der Stadtpfarrkirche. Mit seinem Engagement sei er "der Mann für alle Fälle".

Dies unterstrichen auch Bürgermeister Wolfgang Jokerst und Klaus Dürk mit einem eindrücklichen Beispiel. Nur mit Hilfe von Götz sei es diesen Sommer gelungen, für eine Ausstellung im Friedrichsbau einen Sportwagen in das Gebäude zu bekommen.

Pfarrer Geißler unterstrich die große, unbeschwerte Fröhlichkeit von Götz: "Er pfeift immer bei der Arbeit und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen." Seine Meinung sage er klar und vertrete Positionen vehement und sachlich, ohne jemanden zu verletzten. "Ich habe viel von Dir gelernt", formulierte Geißler. Wortwendungen wie "Das geht nicht" oder "Man könnte mal ..." gebe es bei ihm nicht, stattdessen heiße es bei ihm stets: "Ich mach's". Götz sei unentbehrlich. Er habe die Auszeichnung mehr als verdient, so der Pfarrer.

Für die Narrhalla dankte Georg Friedmann. Mit seiner aufopferungsbereiten Art sei Götz ein Vorbild für die Jugend und eine große Bereicherung für Bühl. Er stehe immer zur Verfügung, wenn er gebraucht werde.

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