Südwesten punktet mit Innovationskraft
Südwesten punktet mit Innovationskraft
Von Jürgen Volz

Stuttgart/Baden-Baden - Technische und wirtschaftliche Innovation wird großgeschrieben in Baden-Württemberg. Das verhilft dem Südwesten schon seit einigen Jahren zum Spitzenplatz nicht nur bundesweit, sondern in der gesamten EU. Vor allem die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Bedeutung forschungsintensiver Industriezweige und der große Erfindungsreichtum bringen das Land weiter nach vorne.

Der Innovationsindex 2018, den das Statistische Landesamt in Stuttgart gestern veröffentlichte, vergleicht verschiedene Wirtschaftsräume auf der Basis unterschiedlicher Indikatoren. Dazu gehören neben Ausgaben für Forschung und Entwicklung auch die Erwerbstätigen in industriellen Hochtechnologiebranchen und wissensintensiven Dienstleistungsbranchen sowie wissenschaftlich-technischen Berufen. Daneben werden Patentanmeldungen berücksichtigt.

Der Index wird für die Länder und Regionen der Europäischen Union im zweijährigen Turnus berechnet. Der Vergleich bezieht 86 Regionen ein, darunter 28 EU-Mitgliedstaaten.

Mit einem Indexwert von 82 Punkten liegt der Südwesten in der aktuellen Berechnung mit deutlichem Abstand an der Spitze in der Europäischen Union. Es folgen Bayern, die französische Hauptstadtregion ÃŽle de France, Berlin, Schweden, Dänemark, Hessen, Finnland, die südliche Region der Niederlande, Hamburg, Bremen und die französische Region Centre-Est.

In Baden-Württemberg selbst gibt es mit Blick auf die Innovationskraft erhebliche regionale Unterschiede. Innerhalb der 44 Stadt- und Landkreise sowie der zwölf berücksichtigten Regionen steht erneut der Landkreis Böblingen (Indexwert 73 Punkte) ganz vorne. Der Stadtkreis Heidelberg, der Bodenseekreis, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Stadt Ulm und der Landkreis Ludwigsburg folgen. Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2016 blieb die Spitzengruppe identisch, allerdings zogen Heidelberg und der Bodenseekreis am Stadtkreis Stuttgart vorbei.

Aus regionaler Sicht konnten sich der Landkreis Rastatt (39,1 Punkte) und der Stadtkreis Baden-Baden (33,2 Punkte) im Mittelfeld platzieren. Karlsruhe erreichte 37,1 Punkte. Dagegen gehört der Ortenaukreis (16,2 Punkte) zu den eher innovationsarmen Regionen im Südwesten.

In 16 Stadt- und Landkreisen ist im Zeitraum von 2008 bis 2018 ein positiver Trend bezüglich der Innovationsfähigkeit festzustellen. In 19 Kreisen war sie im genannten Zeitraum vergleichsweise konstant. Ausgehend von einem bereits hohen Niveau hat sich in Böblingen, dem Bodenseekreis, Ulm und Ludwigsburg das Innovationspotenzial weiter deutlich verbessert. Auch im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden ist die Entwicklung positiv. Hier schlägt insbesondere die Innovationsfreude der ansässigen Industrie zu Buche.

Die Region Stuttgart bleibt weiterhin nicht nur die wirtschaftsstärkste im Land, sondern ist auch unangefochten die Region mit der höchsten Innovationsfähigkeit (Indexwert: 52). Hier befinden sich mit dem Stadtkreis Stuttgart sowie den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg drei Kreise aus der Spitzengruppe des Innovationsvergleichs. Sie haben allesamt die Automobilindustrie als Schwerpunkt.

Das zweithöchste Innovationspotential im Vergleich der Regionen wurde für den Raum Rhein-Neckar, knapp vor der Region Donau-Iller, ermittelt.

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